Celle

Name der Stadt, der Gemeinde, des Landkreises: 
Celle
Typ: 
kreisangehörig
Bundesland: 
Niedersachsen
Einreichende Dienststelle: 
1.Stadt Celle, FD Jugendarbeit / Suchtprävention und 2. Grund- und Hauptschule Neustadt
Name des Ansprechpartners: 
1. Frau Simone Braun 2. Frau Beate von Felde
Funktion des Ansprechpartners: 
1. Suchtpräventionsfachkraft 2. Berufsstartbegleiterin
Straße/Postfach: 
1. Helmuth-Hörstmann-Weg 3, 2. Neustadt 14,
Postleitzahl: 
1. 29221 2. 29225
Ort: 
Celle
Telefon des Ansprechpartners: 
1. 05141/12697 2. 05141/44848
Telefax des Ansprechpartners: 
1. 05141/12271
E-Mail des Ansprechpartners: 
Internetadresse der Kommune: 

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Prävention für die Berufsstarterklasse (BSK) an der GHS Neustadt in Celle

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

Das Kooperationsprojekt "Prävention für die Berufsstarterklasse (BSK) an der GHS Neustadt in Celle“ zeichnet sich durch die individuelle Ausrichtung auf die Jugendlichen mit ihren besonderen Lebenslagen, der Vermittlung von Kompetenzen für eine gelingende Lebensgestaltung beim Individuum und ein gelungene Netzwerkarbeit auf kommunaler Ebene aus.

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Anlass und Ausgangssituation:

Der nahtlose Übergang von der Schule in ein Ausbildungsverhältnis wird seit Jahren immer problematischer. Für Hauptschüler ist der Einstieg in eine duale Berufsausbildung außerordentlich schwierig.

Die Zahl der Jugendlichen, die Alkohol risikohaft konsumieren und mit einer Alkoholvergiftung stationär im Krankenhaus behandelt werden, ist auch am Standort Celle alarmierend gestiegen. Dazu kommt, dass Lehrkräfte immer häufiger auch den Verdacht von Cannabiskonsum unter ihren SchülerInnen äußern.

Weiterhin ist die Integration von Migranten und Migrantinnen eine wichtige Aufgabe in Celle. Migration wird zum Mainstreaming-Thema erhoben, das bedeutet, dass bei allen wichtigen Entscheidungen die Belange von Zugewanderten und Einheimischen in ihren Besonderheiten berücksichtigt und beide Bevölkerungs-anteile gleichwertig einbezogen werden.

Celle ist als Standort von Bedeutung für bekannte Akteure aus der rechtsextremen Szene, sodass dieses Thema in einer weiteren speziellen Präventionsveranstaltung aufgegriffen wird.

Mit Beginn des 2. Schulhalbjahres 2006/2007 starteten deshalb die Bundesagentur für Arbeit und das Land Niedersachsen das Modellprojekt "Abschlussquote erhöhen – Berufsfähigkeit steigern“. In diesem Rahmen wurden an 24 Standorten in ganz Niedersachsen Berufsstarterklassen eingerichtet, die zum Ziel hatten, Schülerinnen und Schüler gezielt auf den Hauptschulabschluss und auf eine Ausbildung vorzubereiten. Die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler an diesen Klassen war freiwillig. Die Schülerinnen und Schüler in den Berufsstarterklassen wurden im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit individuell durch Berufsstartbegleiter/innen des Bildungswerks der Niedersächsischen Wirtschaft gGmbH (BNW) betreut. Das Land Niedersachsen stellte zusätzliche Lehrkräfte für diese Klassen zur Verfügung. Die Berufsstarterklassen zeichneten sich dadurch aus, dass sie die Stärken unterschiedlicher Lernumgebungen miteinander verbanden. Die Schüler und Schülerinnen waren an drei Tagen in der Schule und - regelmäßig - an zwei Tagen im betreuten Betriebspraktikum.

Gleich zu Beginn des Modellprojektes wurde ein Netzwerk vor Ort für die anstehenden Aufgaben geschaffen. Der Fachdienst Jugendarbeit der Stadt Celle ging dabei eine enge Kooperation mit der Berufsstartbegleiterin und der Klassenlehrerin ein. Jeweils an zwei Projekttagen durchgeführt von den MitarbeiterInnen aus dem Fachdienst Jugendarbeit der Stadt Celle und in Begleitung der Berufsstart-begleiterin werden Präventionsveranstaltungen zu den Themen Sucht "Klarsicht“ und Rechtsextremismus "Gegen Rechts“ in der Berufsstarterklasse durchgeführt. Die Präventionsveranstaltungen werden individuell auf die Berufsstarterklassen zugeschnitten.

Mit dem Schuljahr 2010 änderte sich die Finanzierung des Projekts "Abschlussquote erhöhen – Berufsfähigkeit steigern“ durch die neuen Sponsoren der Stadt und dem Landkreis Celle, der Agentur für Arbeit und die Klosterkammer und das Projekt wurde in "Berufsstarterklasse an der GHS Neustadt“ in Celle umbenannt.

Zielgruppe:

Die Zielgruppe der Berufsstarterklassen sind Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen, die motiviert sind, durch neue Schul- und Arbeitsformen zum Schulabschluss zu gelangen und den direkten Einstieg in die betriebliche Berufsausbildung zu finden. Mit dem Einstieg in die Berufsstarterklassen erhalten die Jugendlichen die Chance, praxisbezogene Grundfertigkeiten zu erwerben, die ihnen den Einstieg in das Berufsleben erleichtern. Durch die dauerhafte Einbindung in den Praktikumsbetrieb können sie den Zusammenhang zwischen beruflichen Anforderungen und schulischen Notwendigkeiten besser nachvollziehen. Ihre Ausbildungsreife wird nachhaltig gefördert, die Berufsorientierung gefestigt. In Kombination mit der gezielten schulischen Förderung steigen ihre Chancen bei der Bewerbung um einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz deutlich. Für jede Klasse steht ein/e Berufsstartbegleiter/in als Ansprechpartner/in zur Verfügung, die gemeinsam mit dem Jugendlichen, den Eltern, den Lehrkräften der Schule sowie der Agentur für Arbeit individuelle Förderpläne entwickelt und umsetzt.

Ferner unterstützen sozialpädagogische Fachkräfte die Schülerinnen und Schüler. Sie bieten unter anderem Trainings zur Erweiterung der Sozialkompetenz und zur Stärkung der Selbstsicherheit an.

Wie sind die Betriebe eingebunden?

Die Einbindung in das betriebliche Geschehen ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, Wert- und Sinnerfahrungen zu machen, die so in der Schule nicht herzustellen sind. An zwei Tagen pro Schulwoche sind die Schülerinnen und Schüler im Betriebspraktikum. Als Betrieb haben Sie so die Gelegenheit, potentielle Auszubildende über einen langen Zeitraum intensiv kennen zu lernen. Sie erleben die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler und können so ihr Leistungspotential und ihre Motivation gut einschätzen. Darüber hinaus leisten Sie mit Ihrem Engagement auch einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Zukunftschancen von Hauptschülern. Die Jugendlichen werden von ihren Berufsstartbegleiter/innen sorgfältig auf die Praktika vorbereitet und intensiv begleitet. Die Berufsstartbegleiter/innen des BNW sind erfahrene Fachleute, die Ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Zusammenfassung der Ziele:

Die Ziele können bezogen auf die TeilnehmerInnen der Berufsstarterklasse mit ihren besonderen Lebenslagen (siehe Punkt C 23) wie folgt zusammengefasst werden:

  1. Steigerung der Lernmotivation
  2. Integration in den Schulalltag
  3. Erlernen von kulturspezifischen Fertigkeiten
  4. Stärkung der sozialen Kompetenzen
  5. Erlernen verantwortungsvollen Umgang mit Konsum-/ und Suchtmitteln
  6. Lebens- und Berufsorientierung
  7. Erlangung Hauptschulabschluss
  8. Nahtloser Übergang in Ausbildung.

Vorgehen und Umsetzung:

Am Ende der 7ten Klasse bewerben sich die SchülerInnen der Landkreis und städtischen Hauptschulen für die Teilnahme an der Berufsstarterklasse. Ein Gremium aus Fach- und Klassenlehrkräfte setzt sich mit der Berufsstartbegleiterin zusammen und wählt die infrage kommenden TeilnehmerInnen aus. Diese werden zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, aus denen eine endgültige Auswahl von 15 TeilnehmerInnen für die BSK getroffen wird.

Im Anschluss wird ein Kompetenzfeststellungstest mit den TeilnehmerInnen durchgeführt.

Das weitere Vorgehen und die Umsetzung finden Sie unter den Kurzbeschreibungen der Einzelprojekte.

Die Ergebnisse und Erreichtes finden Sie in der Powerpointpräsentation "BSK an der GHS Neustadt 1. Rückblick AQB" zusammengefasst.

Abschließende Stellungnahme im Hinblick auf die Erfüllung der Bewertungskriterien des Wettbewerbs:

Das Kooperationsprojekt "Prävention für die Berufsstarterklasse (BSK) an der GHS Neustadt in Celle" zeichnet sich durch die individuelle Ausrichtung auf die Jugendlichen mit ihren besonderen Lebenslagen, der Vermittlung von Kompetenzen für eine gelingende Lebensgestaltung beim Individuum und ein gelungene Netzwerkarbeit auf kommunaler Ebene aus.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C 1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es zu den Suchtpräventionsaktivitäten in Ihrer Kommune eine schriftliche Gesamtkonzeption?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in diese Gesamtkonzeption eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Hat sich der (Ober-)Bürgermeister bzw. Landrat öffentlich für Ihren Wettbewerbsbeitrag eingesetzt?: 
ja
nein

C 2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja
nein
C 21 Sind die Präventionsziele Ihres Wettbewerbsbeitrags detailliert festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Zielfestlegung eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 Welche Faktoren stehen in ihrem Wettbewerbsbeitrag im Mittelpunkt?: 
Familiensituation, z.B. suchtbelastete Familien, gewaltbelastete Familien,Teenager-Schwangerschaften/sehr junge Eltern
Armut und/oder besondere Finanz- und Einkommenssituation, z.B. Arbeitslosigkeit, Sozialhilfebezug und/oder Schulden in den Familien
Wohnverhältnisse und Wohnbedingungen, unter denen Kinder/Jugendliche aufwachsen, z.B. Wohnen in benachteiligten Stadtteilen
Bildungslagen, z.B. bildungsbenachteiligte/bildungsferne Kinder und Jugendliche/Familien
Integrationsbedingungen, z.B. Migrationshintergrund, Armut, fehlende soziale Kontakte
Weitere
Welche? (bitte benennen): 
Risikohafter eigener Suchtmittelkonsum der Jugendlichen
C 24 An welche Altergruppe (der Kinder und Jugendlichen) richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
0-6jährige
7-10jährige
11-14jährige
15-18jährige
C 25 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag geschlechtsspezifisch/geschlechtersensibel ausgerichtet?: 
ja
nein
C 26 An welche weiteren Zielgruppen (über Kinder und Jugendliche hinaus) richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Eltern
Familie
Multiplikatoren
Weitere
C 27 Welche Strategie der Suchtprävention verfolgt Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Verhaltensprävention
Verhältnisprävention
Verhaltens- und Verhältnisprävention
Welche?: 

Ausbildungsbetriebe, Berufsschulen, Agentur für Arbeit, Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft, etc. (Einrichtungen im Netzwerk)

C 28 An welche Settings und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Kindergarten/Kita
Grundschule / Primarbereich
Hauptschule
Realschule
Sekundarschule
Gymnasium/Fachoberschule
Gesamtschule
Gemeinschaftsschule
Berufsschule
Familienbildungsstätte
Kinder- und Jugendeinrichtung
Sportverein
Ausbildungsstätte
Diskotheken
Gaststätten/Restaurants
Fahrschulen
Einzelhandel
Strasse/Öffentlicher Raum
Spielplatz
Quartier/Stadtteil
Weitere
C 29 Auf welche Suchtstoffe und Suchtformen ist Ihr Wettbewerbsbeitrag ausgerichtet?: 
Tabak
Alkohol
Cannabis
Medikamente
Heroin, andere illegale Drogen
(Glücks-)Spielsucht
Online- und Internetsucht
Weitere
Welche?: 

Stoffübergreifende Informationen, Lebenskompetenzprogramm

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Bei: 
Gemeinde-, Stadt- bzw. Kreisrat
Bürgermeister bzw. Landrat
Suchtpräventionsstelle
Gesundheitsamt
Jugendamt
Erziehungs- und Familienberatungsstelle
Schulverwaltungsamt
Sportamt
Ordnungsamt
Polizei
Sozialamt
Weitere
Welche?: 

Jugendarbeit, Agentur für Arbeit, Bil-dungswerk der niedersächsischen Wirtschaft, Klosterkammer

C 3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 31 Welche verwaltungsexternen Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Suchtberatungsstellen
Krankenkassen
Krankenhäuser
Niedergelassene Ärzte
Apotheken
Kindergärten/Kitas
Schulen
Einrichtungen der Jugendarbeit
Mobile Jugendarbeit
Sportvereine
Ausbildungsstätten
Kirchen
Wohlfahrtsverbände
Quartiersmanagement
Migrantenorganisationen
Selbsthilfeeinrichtungen
Ehrenamtliche Helfer
Einzelhandel
Tankstellen
Gaststätten
Diskotheken
Fahrschulen
Lokale Medien
Sponsoren
Stiftungen
Weitere
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja
nein
Wenn ja, welche?: 

Zwischen den Finanzierern Stadt und Landkreis Celle, Klosterkammer, Agentur für Arbeit und dem Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft

C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu 2 Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 35 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 36 Werden im Rahmen der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen?: 
ja
nein
Wenn ja, welche?: 

Methoden aus bestehenden und evaluierten Sucht-präventionskonzepten (z.B. BASS, PEP, Klarsicht-MitmachParcour etc.)

C 37 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Wettbewerbsbeitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen andernorts übernommen worden?: 
nein

Einzelprojekte

Anlagen