AG Jugendschutz

Die Institutionen des kontrollierenden Jugendschutzes - Polizei und Ordnungsamt - führten in der Vergangenheit die Jugendschutzkontrollen jeweils in eigener Regie durch. Die Jugendförderung, die für den erzieherischen Jugendschutz zuständig ist, war in diese Arbeit nicht einbezogen und sah es auch nicht als vordringlich an, bei kontrollierenden Aktionen in Gaststätten, Discos und öffentlichen Plätzen den Jugendlichen gegenüberzustehen mit denen sie in anderen Bezügen (offene Jugendarbeit, Ferienfreizeiten, Seminaren) inhaltlich arbeitet.

Die leichte Zugänglichkeit zu alkoholischen Getränken in zwei Supermärkten, die ihre Ladenöffnungszeiten bis 24.00 Uhr ausgedehnt hatten, die gestiegene Attraktivität eines neu gestalteten öffentlichen Platzes in Marburg-Mitte brachten mit all’ ihren negativen Folgen eine Situation hervor, die mit den üblichen Vorgehensweisen nicht mehr koordiniert werden konnte.

Der städtische Fachdienst, der für die öffentliche Ordnung und Gefahrenabwehr zuständig ist, sah sich einer Flut von Beschwerden, Anfragen und Kontrollen gegenüber, die mit den bisherigen Methoden allein nicht mehr steuerbar waren.

Durch einen längeren Diskussionsprozess wurde herausgearbeitet, dass der kontrollierende und der erzieherische Jugendschutz diese Problemlage in Marburg-Mitte nur durch ein gemeinsames konzeptionelles Vorgehen bewältigen können. Polizei, Ordnungsamt und Jugendförderung gründeten eine Arbeitsgemeinschaft, die sich in regelmäßigen Abständen trifft, um einen Informationsaustausch zu gewährleisten, Probleme und Anfragen gemeinsam zu entscheiden und Jugendschutzkontrollen zu organisieren.

Folgende Aktionen sind daraus hervorgegangen:

  • große Jugendschutzkontrollen, die gemeinsam vorbereitet werden
  • Elternbriefe oder Elterninformation, wenn junge Jugendliche unter 16 Jahren oder unter 18 Jahren zu entsprechenden Zeiten aufgegriffen werden
  • Gemeinsame Entscheidungen bei Anfragen zu Abi-Parties
  • Kinder- und Jugendparlament hängt in Gaststätten Plakate zum Alkohol-verzicht auf
  • Suchtpräventionstag "Hauptsache es dreht“ am 19. Juni 2009, an dem verschiedene Gruppen zusammengeführt wurden, um ihre jeweiligen präventiven Ansätze in einer großen öffentlichen Veranstaltung zu demonstrieren

Die Arbeitsgemeinschaft "Jugendschutz“ wird auch in 2011 während der bundes-weiten Suchtpräventionswoche wieder eine Veranstaltung mit vielen unterschiedlichen Trägern umsetzen. Das Konzept für die Veranstaltung ist in Vorbereitung.

 

Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu 2 Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
Wie lange ist die Finanzierung des Projektes gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein