Kelheim (Landkreis)

Typ: 
Landkreis
Name Stadt, der Gemeinde, des Landkreises: 
Kelheim (Landkreis)
Bundesland: 
Bayern
Einreichende Dienststelle: 
Koordinierungsstelle für Suchtprävention
Name des Ansprechpartners: 
Dr. Alexander Werner
Funktion des Ansprechpartners: 
Leiter der Gesundheitsabteilung - Amtsarzt
Straße/Postfach: 
Hemauer Straße 48a
Postleitzahl: 
93309
Ort: 
Kelheim
Telefon des Ansprechpartners: 
0944/207340
E-Mail des Ansprechpartners: 
Internetadresse der Kommune: 

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

"Gemeinsam gegen Sucht" - Schüler als Multiplikatoren in der Suchtprävention

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Das o. g. Projekt wird an den beiden staatlichen Realschulen des Landkreises, der Johann-Turmair-Realschule in Abensberg (seit 1997) und der Johann-Simon-Mayr-Schule in Riedenburg (seit 1998) durchgeführt.

Geleitet werden die Maßnahmen durch Herrn Ralf Schledorn, Dipl.-Sozial-pädagoge (FH), als externe Fachkraft für Suchtprävention und durch Lehrkräfte der jeweiligen Schule. Herr Schledorn ist Mitarbeiter an der Koordinierungsstelle für Suchtprävention im Landratsamt Kelheim.

I. Ziel

Globalziel ist die Etablierung einer Arbeits- bzw. Projektgruppe, bestehend aus Schülern, die Motor für suchtpräventive Aktivitäten in der Schule sein soll. Suchtprävention soll ein fester Bestandteil des Schullebens werden.

II. Projektablauf

1. Kooperation

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung werden Schulleitung, Elternbeirat und beauftragte Lehrkräfte für die Suchtprävention über das Projekt der Schülermultiplikatoren, dessen Ansatz und Rahmenbedingungen informiert. Dies stellt die Grundlage dar, mit der in Kooperation zwischen Landratsamt und Schule das Projekt durchgeführt wird.

2. Zyklen der einzelnen Multiplikatorenteams

Nach den bisherigen Erfahrungen hat sich eine "Amtszeit" von 4 Jahren bewährt. In der siebten Jahrgangsstufe werden die Schüler zu Multiplikatoren ausgebildet. In der zehnten Klasse treten mit der Abschlussprüfung schulische Belange in den Vordergrund, die Multiplikatoren nehmen ihr Engagement für das Projekt zurück, wirken aber noch nach Möglichkeit bei Aktionen mit. Zeitgleich wird eine neue Generation von Schülern für das Projekt ausgebildet.

3. Gewinnung neuer Schülermultiplikatoren

Die Teilnahme der Schüler am Projekt erfolgt freiwillig. Sie sollten jedoch grundsätzlich bereit sein, für die kommenden vier Jahre Mitglied des Teams zu bleiben.

a) Information der Schüler

Zunächst werden alle Schüler der siebten Jahrgangsstufe durch Lehrkräfte, die externe Fachkraft sowie durch Multiplikatoren der zehnten Klassen über das Projekt informiert. Interessierte Schüler können sich anschließend in eine Liste eintragen, an die Eltern der Interessenten wird eine schriftliche Information mit dem Angebot einer persönlichen Rücksprache weitergegeben.

b) Bildung des Teams

An einem Nachmittag können sich die Interessenten aus der Liste im Rahmen eines Einführungsworkshops Einblick in die Arbeitsweisen des Projektes verschaffen und so zu einer bewussten Entscheidung für oder gegen eine Teilnahme kommen. Die teilnehmenden Lehrkräfte und die externe Fachkraft können beurteilen, wer sich für die Mitarbeit im Projekt eignet, gegebenenfalls wird Rücksprache mit dem Klassleiter gehalten.

4. Ausbildung der Schüler

Nach Einholung der schriftlichen Einverständniserklärung der Eltern fahren die Schüler gemeinsam mit den begleitenden Lehrkräften zur Ausbildung als Schülermultiplikatoren für 3½ Tage in ein Seminar. Die Ausbildung wird durch die Fachkraft der Koordinierungsstelle für Suchtprävention durchgeführt. Die Teilnehmer werden in Methoden der Präsentation und der Arbeit mit Gruppen ausgebildet, bekommen Grundlagen zur Suchtprävention vermittelt und sollen zu einem Team zusammenwachsen.

5. Die Arbeit der Schülermultiplikatoren an der Schule

In der Regel treffen sich die Schüler mit den Lehrkräften und der Fachkraft an Nachmittagen. Dabei werden aktuelle Themen wie "Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen" diskutiert. Beobachtungen, Meinungen und Fragestellungen der Schüler stehen im Vordergrund. Aus diesen Diskussionen heraus entstehen Aktionen, die von den Schülern bei den Treffen oder in ihrer Freizeit vorbereitet werden.

Durch die externe Fachkraft erfolgt die fachliche Begleitung und Unterstützung, die Lehrkräfte helfen bei der organisatorischen Umsetzung der Aktionen im Schulbetrieb.

Exemplarisch seien einige Aktionen der letzten Jahre genannt, die von den Schülermultiplikatoren der beiden staatlichen Realschulen im Landkreis durchgeführt wurden:

  • Erstellung einer eigenen Homepage
  • Infostände an Tagen der offenen Tür
  • Bar mit alkoholfreien Cocktails
  • Gestaltung eines Teils der pädagogischen Konferenz für Lehrkräfte an der Schule zum Thema Sucht
  • Thematische Gestaltung eines Schaukastens zum Thema Sucht
  • Quizveranstaltungen zu den Themen Nikotin und Alkohol
  • Eine Schülerbefragung zum Konsumverhalten hinsichtlich Alkohol, Nikotin und Cannabis
  • Betreuung einer Nichtraucherausstellung, Vorträge für Mitschüler
  • Betreuung der Ausstellung "Na Toll!!" zum Thema Alkoholmissbrauch, öffentlich und schulartübergreifend
  • Entwicklung und Durchführung eines Lernzirkels "Alkohol" für 7. Klassen
  • Workshops für die 7. Klassen
  • Vorträge bei Elternabenden
  • Vortrag bei einer Fortbildungsveranstaltung zum Thema Sucht für Lehrer und andere pädagogische Fachkräfte des Landkreises

 

Einige Aktionen wurden mehrmals durchgeführt und sind inzwischen fester Bestandteil im Schulleben geworden.

 

6. Qualitätssicherung

Nach jeder Aktion erfolgt gemeinsam mit Schülern, Lehrkräften und der externen Fachkraft eine Auswertung hinsichtlich der gesteckten Ziele, Ablauf, Organisation und Zufriedenheit. Eine Rückmeldung an die Schulleitung erfolgt durch die Lehrkräfte oder die externe Fachkraft.

III. Wettbewerbskriterien

1. Ziele detailliert festlegen

Nachdem nun seit 10 Jahren an beiden Realschulen des Landkreises Schülermultiplikatoren wirken, kann festgestellt werden, dass die Etablierung eines langfristigen Angebotes der Suchtprävention an beiden Schulen gelungen ist. Die Vielzahl der Aktionen als auch die Anzahl der erreichten Schüler wäre ohne den Multiplikationseffekt durch die mitwirkenden Jugendlichen nicht möglich. Die Multiplikatorenteams sind fester Bestandteil des Schullebens.

2. Ganzheitlicher Ansatz

Die Aktionen der Schülermultiplikatoren sind nicht auf die Information über einzelne Suchtstoffe beschränkt. Sie setzen bei der Auseinandersetzung mit dem Thema eher bei den Erfahrungen und Meinungen ihrer Mitschüler an. Dabei ist es immer wieder überraschend, mit welcher Ernsthaftigkeit und hohem Interesse Mitschüler die Aktionen der Schülermultiplikatoren aufnehmen.

3. Kombination von Verhaltens- und Verhältnisprävention

Zunächst stehen bei den Aktionen das Konsumverhalten von Jugendlichen und deren Einstellungen gegenüber Suchtmittel im Vordergrund. Langfristig bewirkt die Zusammenarbeit zwischen externer Präventionsfachkraft, Schulleitung, Lehrkräften und Schülern mehr Offenheit gegenüber Anliegen der Suchtprävention und deren Integration in den Schulalltag. Lehrkräfte, die sich für Schüler mit Problemen engagieren, nehmen verstärkt das Beratungsangebot der Koordinierungsstelle für Suchtprävention war.

4. Partizipation von Jugendlichen bei Konzeption und Umsetzung

Gemeinsam mit den Multiplikatoren werden aktuelle Themen der Suchtprävention diskutiert. Deren Erfahrungen und Fähigkeiten sind Grundlage für die Aktionen an der Schule.

5. Nachhaltige und langfristige Implementierung

Die das Projekt der Schülermultiplikatoren besteht an beiden Realschulen seit über 10 Jahren. Auch bei Personalwechsel innerhalb der Lehrerschaft wird von Seiten der jeweiligen Schulleitung dafür gesorgt, dass neue Lehrkräfte gefunden werden, die sich für das Projekt engagieren.

6. Verankerung auf kommunalpolitischer Ebene

Der Landkreis Kelheim stellt finanzielle Mittel für die Projekte zur Verfügung. Bei Öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen der Schülermultiplikatoren wirkt Landrat Dr. Faltermeier mit, um somit seine Unterstützung für das Engagement der Jugendlichen zu unterstreichen. Die Alkoholausstellung "NA TOLL!!" wurde in den Räumend des Landratsamtes durchgeführt. Schülermultiplikatoren der staatl. Realschule in Riedenburg führten Schulklassen aus verschiedenen Schulen des Landkreises durch die Ausstellung.

 

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C 11 Gibt es zu den Suchtpräventionsaktivitäten in Ihrer Kommune eine schriftliche Gesamtkonzeption?: 
ja
nein
C 12 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in diese Gesamtkonzeption eingebunden?: 
ja
nein
C 13 Hat sich der (Ober-)Bürgermeister bzw. Landrat öffentlich für Ihren Wettbewerbsbeitrag eingesetzt?: 
ja
nein
C 21 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept?: 
ja
nein
C 22 Sind die Präventionsziele Ihres Wettbewerbsbeitrags detailliert festgelegt?: 
ja
nein
C 23 Wurde vor der Zielfestlegung eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 24 Welche Strategie der Suchtprävention verfolgt Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Verhaltensprävention
Verhältnisprävention
Verhaltens- und Verhältnisprävention
C 25 Auf welche Suchtstoffe und Suchtformen ist Ihr Wettbewerbsbeitrag ausgerichtet?: 
Tabak
Alkohol
Cannabis
Medikamente
Heroin und andere Drogen
(Glücks-)Spielsucht
Weitere
Welche?: 
Essstörungen
C 26 An welche Zielgruppe(n) richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
3-6jährige
7-10jährige
11-14jährige
15-18jährige
Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien
Sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche
Eltern
Familie
Multiplikatoren
Weitere
C 27 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag geschlechtsspezifisch/geschlechtersensibel ausgerichtet?: 
ja
nein
C 28 An welche Settings und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Kindergarten/Kita
Grundschule
Hauptschule
Realschule
Gymnasium/Fachoberschule
Gesamtschule
Berufsschule
Jugendeinrichtung
Sportverein
Ausbildungsstätte
Diskotheken
Gaststätten/Restaurants
Fahrschulen
Einzelhandel
Strasse/Öffentlicher Raum
Spielplatz
Quartier/Stadtteil
Weitere
C 31 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich?: 
Gemeinde-, Stadt- bzw. Kreisrat
(Ober-)Bürgermeister bzw. Landrat
Suchpräventionsstelle
Gesundheitsamt
Jugendamt
Sozialamt
Schulverwaltungsamt
Sportamt
Ordnungsamt
Polizei
Weitere
Welche?: 
Staatliche Realschulen in Abensberg und Riedenburg
C 32 Welche verwaltungsexternen Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Krankenkassen
Krankenhäuser
Niedergelassene Ärzte
Apotheken
Kindergärten/Kitas
Schulen
Einrichtungen der Jugendarbeit
Mobile Jugendarbeit
Ausbildungsstätten
Sportvereine
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Stadtteileinrichtungen/Quartiersmanagement
Selbsthilfeeinrichtungen
Ehrenamtliche Helfer
Einzelhandel
Tankstellen
Gaststätten
Diskotheken
Fahrschulen
Lokale Medien
Sponsoren
Stiftungen
Weitere
C 33 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja
nein
C 34 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu 2 Jahre
mehr als 2 Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 35 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu 2 Jahre
dauerhaft
C 36 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C37 Werden bei der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 38 Sind umgekehrt in Ihrem Wettbewerbsbeitrag entwickelte Projekte und Maßnahmen andernorts übernommen und eingesetzt worden?: 
ja
nein
Wenn ja, welche?: 
Ausbildung von Schülermultiplikatoren

Anlagen