Katzenelnbogen

Typ: 
kreisangehörig
Name Stadt, der Gemeinde, des Landkreises: 
Katzenelnbogen
Bundesland: 
Rheinland-Pfalz
Einreichende Dienststelle: 
Verbandsgemeindeverwaltung Katzenelnbogen
Name des Ansprechpartners: 
Lisa Kobold
Funktion des Ansprechpartners: 
Verbandsgemeindejugendpflegerin
Straße/Postfach: 
Burgstr. 1
Postleitzahl: 
56368
Ort: 
Katzenelnbogen
Telefon des Ansprechpartners: 
06486/9179-39
E-Mail des Ansprechpartners: 
Internetadresse der Kommune: 

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Wir nehmen Jugendschutz ernst

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Entstehung des Projektes

Nicht nur an traditionellen Festen und Feierlichkeiten, sondern auch im Alltag ist immer wieder zu beobachten, dass der Alkoholkonsum für Kinder und Jugendliche einen sehr hohen Stellenwert einnimmt. Neben dem steigenden Alkoholkonsum konnte festgestellt werden, dass die betroffenen Kinder und Jugendlichen immer jünger werden. Dies kann auch im Rahmen der Arbeit der Jugendpflege bestätigt werden. Um dieses Thema aufzugreifen und zu bearbeiten, ist im Jahr 2006 eine Kooperation zwischen der Jugendpflege Katzenelnbogen und dem Suchtselbsthilfeverband "Guttempler von Rheinland-Pfalz und Saarland" angelaufen. Im Jahr 2007 kam es zu gemeinsamen Aktionen, wie zum Beispiel im Rahmen der bundesweiten Suchtwoche oder auf dem Ehrenamtstag in Mainz.

Im Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen sind auch in der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen Vorfälle bekannt geworden, bei denen es zu weiteren – auch strafbaren - Handlungen gekommen ist, mit denen Jugendliche negativ aufgefallen sind. Aufgrund dieser Beobachtungen hat ein Gewerbetreibender der Region die Verbandsgemeinde angesprochen, um sich mit einer gemeinsamen Kampagne diesem Thema anzunehmen.

In verschiedenen Gesprächen konnten folgende Kooperationspartner gefunden werden, die, neben der Jugendpflege Katzenelnbogen, eine solche Kampagne unterstützen:

  • Verschiedene Gewerbetreibende der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen
  • der Suchtselbsthilfeverband "Guttempler in Rheinland-Pfalz und Saarland"
  • der Gewerbering Katzenelnbogen
  • die Schulsozialarbeit Katzenelnbogen
  • das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen
  • die Sozialabteilung der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen
  • die Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises, Team Jugendpflege/ Jugendschutz
  • die Polizei Diez und
  • das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen.

Die Kooperationspartner haben entschieden, eine Aktion zur Einhaltung des gesetzlich bestehenden Jugendschutzes in der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen zu starten. Hierzu sind Plakate entstanden, die an öffentlichen und sichtbaren Stellen in der Verbandsgemeinde ausgehängt wurden. Auf den Plakaten wird über den gesetzlich bestehenden Jugendschutz aufgeklärt. Außerdem wird durch den Slogan "Wir nehmen Jugendschutz ernst – Wir sind dabei" verdeutlicht, dass diejenigen, die sich an der Kampagne beteiligen, zeigen, dass sie die Haltung unterstützen wollen, dass der Jugendschutz in der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen umgesetzt und wahrgenommen wird : "Gemeinsam handeln, um die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu schützen. Helfen sie mit – seien sie Vorbild!"

Des weiteren sind Flyer entwickelt worden, die über die Idee des Projektes und über die gesetzlichen Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes informieren. Zudem sind Ansprechpartner bei Suchtfragen genannt. Die Flyer wurden speziell für Eltern und andere Interessierte Erwachsene entwickelt.

Weiterhin sind Kärtchen "Stopp – Du bist zu jung. Ich darf Dir keinen Alkohol verkaufen" entstanden. Diese Kärtchen können den Kindern und Jugendlichen im Einzelhandel oder auf Veranstaltungen ausgehändigt werden, wenn sie Alkohol kaufen wollen und die gesetzlich bestimmten Altersgrenzen noch nicht erreicht haben.

Ziele des Projektes

Mit dem Projekt soll erreicht werden, dass sich das Thema Jugendschutz in dem Bewusstsein der Köpfe der Öffentlichkeit – das heißt bei Kindern, Jugendlichen, Eltern und Bürgern, die sich in Geschäften und an öffentlichen Plätzen der Verbandsgemeinde aufhalten - festsetzt. Den Jugendlichen wird symbolisiert, dass sie und ihre Gesundheit einen wichtigen Stellenwert für uns alle haben. Wie es sich schon aufgrund vergangener Vorfälle gezeigt hat, ist es wichtig, das Thema aufzugreifen. Auch auf politischer Ebene wurde die Diskussion dahingehend geführt, dass der Jugendschutz nicht unbedingt verändert, sondern vor allem bestehender Jugendschutz umgesetzt werden muss. Eltern, Erwachsene und Kommunen können hier Vorbild sein – dies wollen wir durch eine gemeinsame Kampagne erreichen.

Durchführung des Projektes

Im Februar und März 2008 haben verschiedene Gespräche mit den unterschiedlichen Kooperationspartnern stattgefunden. Hier fand ein Austausch über die Umsetzung und Erreichung der festgelegten Ziele und die Art der Bekanntmachung statt.

Im April 2008 wurden zunächst die Gewerbetreibenden der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen angesprochen, die Alkohol verkaufen. Hier wurde ihnen die Idee und das Plakat vorgestellt. Sie hatten und haben die Möglichkeit, dieser Kampagne auf freiwilliger Basis beizutreten und diese zu unterstützen. Auch der Gewerbering der Verbandsgemeinde konnte als wichtiger Kooperationspartner gewonnen werden.

Am 12. August 2008 hat die Auftaktveranstaltung der Jugendschutzkampagne stattgefunden. In Rahmen dieser Veranstaltung konnte die gesamte Kampagne gestartet und öffentlich gemacht werden. Auch die regionalen Medien haben über die Auftaktveranstaltung und die Jugendschutzkampagne informiert.

Im September 2008 wurden die Materialien an alle Gewerbetreibenden der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen, die Alkohol verkaufen und Interesse an der Kampagne angemeldet hatten, verteilt. Zudem können die Plakate, Flyer und Kärtchen von jedem Interessierten bei der Jugendpflege der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen bezogen werden. Auch das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen verfügt über die Materialien, so dass diese bei Gestattungen von Veranstaltungen in der Region mit verteilt werden.

Geplant ist weiterhin, verschiedene andere Institutionen der Verbandsgemeinde mit einzubeziehen, diese von der Kampagne zu unterrichten und als Kooperationspartner zu gewinnen. Das Projekt soll möglichst breit in der Verbandsgemeinde gestreut werden, damit es auf verschiedenen Ebenen wahrgenommen und unterstützt wird. Nachdem bereits die Gewerbetreibenden informiert wurden, sollen nun auch die Vereine der Verbandsgemeinde gezielter miteingebunden werden.

Außerdem sind im Rahmen der Jugendschutzkampagne und im Rahmen der Kooperation mit den "Guttemplern von Rheinland-Pfalz und Saarland" im nächsten Jahr weitere Aktionen zum Thema Alkoholprävention, wie eventuell ein Theaterstück für Kinder und Jugendliche, geplant.

Erfüllung der Bewertungskriterien des Wettbewerbes

Im Folgenden werde ich auf die ausgeschrieben und in unserem Projekt erfüllten Bewerbungskriterien eingehen.

Die Jugendschutzkampagne "Wir nehmen Jugendschutz ernst" ist so ausgelegt, dass verschiedene Zielgruppe angesprochen werden. Die Plakate sprechen die gesamte Öffentlichkeit, d. h. Bürger der Verbandsgemeinde aber auch Familien, Eltern und Jugendliche als Zielgruppen an. Die Flyer sind vor allem für die Eltern konzipiert. Sie klären über die gesetzlichen Bestimmungen, sowie über die Ansprechpartner bei Suchtfragen in unserer Region auf. Der dritte Teil der Kampagne, die "Stopp – Du bist zu jung" - Kärtchen, werden an die Kinder und Jugendlichen, die Alkohol kaufen wollen, verteilt. Das gesamte Material der Kampagne wird auch an Vereine und Gewerbetreibende verteilt, die sich nicht alltäglich mit Suchtprävention befassen: Hierzu gehören (Sport-) vereine und der Einzelhandel.

Die Verteilung der Materialien erfolgt unter anderem auch über das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde. Der Kontakt, der durch die notwendige Erteilung der Gestattung einer Veranstaltung entsteht, wird genutzt. Auch verschiedene Vertreter aus der Kommunalpolitik, wie der Landrat des Rhein-Lahn-Kreises, Herr Günter Kern und der Verbandsbürgermeister, Herr Harald Gemmer, haben das Projekt mit unterstützt bzw. initiiert.

In der Konzeption des Projektes sind die Ziele detailliert beschrieben: Es soll erreicht werden, nochmals über den gesetzlich bestehenden Jugendschutz aufzuklären und das Thema in das Bewusstsein der Leute zu rücken. Ziel ist es, diese Haltung möglichst weit in der Verbandsgemeindezu verbreiten. Hier wird zum einen an das Verhalten der Menschen appelliert, die Kampagne setzt aber auch daran an, Strukturen in der Verbandsgemeinde so zu verändern, dass ein suchtpräventives Verhalten von vielen unterstützt wird. Die Kampagne ist damit eine Maßnahme der Verhaltens -und der Verhältnisprävention.

Die Idee der Umsetzung der Kampagne ist u.a. durch bereits vorhandene Aktionen, die auf Fachveranstaltungen vorgetragen wurden oder aus dem Internet erhältlich sind, entstanden. Unsere Kampagne soll auch in anderen Verbandsgemeinden im Rhein-Lahn-Kreis umgesetzt werden. Ein Austausch und erste Gespräche haben hier bereits mit der Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises, Team Jugendpflege / Jugendschutz, Herrn Karl – Heinz Schreiber, stattgefunden.

Im nächsten Jahr sollen, wie bereits oben beschrieben, weitere Aktionen im Rahmen der Jugendschutzkampagne und auch in Kooperation mit dem Suchtselbsthilfeverband "Guttempler von Rheinland – Pfalz und Saarland" durchgeführt werden.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C 11 Gibt es zu den Suchtpräventionsaktivitäten in Ihrer Kommune eine schriftliche Gesamtkonzeption?: 
ja
nein
C 12 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in diese Gesamtkonzeption eingebunden?: 
ja
nein
C 13 Hat sich der (Ober-)Bürgermeister bzw. Landrat öffentlich für Ihren Wettbewerbsbeitrag eingesetzt?: 
ja
nein
C 21 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept?: 
ja
nein
C 22 Sind die Präventionsziele Ihres Wettbewerbsbeitrags detailliert festgelegt?: 
ja
nein
C 23 Wurde vor der Zielfestlegung eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 24 Welche Strategie der Suchtprävention verfolgt Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Verhaltensprävention
Verhältnisprävention
Verhaltens- und Verhältnisprävention
C 25 Auf welche Suchtstoffe und Suchtformen ist Ihr Wettbewerbsbeitrag ausgerichtet?: 
Tabak
Alkohol
Cannabis
Medikamente
Heroin und andere Drogen
(Glücks-)Spielsucht
Weitere
C 26 An welche Zielgruppe(n) richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
3-6jährige
7-10jährige
11-14jährige
15-18jährige
Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien
Sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche
Eltern
Familie
Multiplikatoren
Weitere
Welche?: 
Vereine, Einzelhandel
C 27 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag geschlechtsspezifisch/geschlechtersensibel ausgerichtet?: 
ja
nein
C 28 An welche Settings und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Kindergarten/Kita
Grundschule
Hauptschule
Realschule
Gymnasium/Fachoberschule
Gesamtschule
Berufsschule
Jugendeinrichtung
Sportverein
Ausbildungsstätte
Diskotheken
Gaststätten/Restaurants
Fahrschulen
Einzelhandel
Strasse/Öffentlicher Raum
Spielplatz
Quartier/Stadtteil
Weitere
Welche?: 
Andere Vereine, die Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben
C 31 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich?: 
Gemeinde-, Stadt- bzw. Kreisrat
(Ober-)Bürgermeister bzw. Landrat
Suchpräventionsstelle
Gesundheitsamt
Jugendamt
Sozialamt
Schulverwaltungsamt
Sportamt
Ordnungsamt
Polizei
Weitere
Welche?: 
Jugendpflege, Schulsozialarbeit
C 32 Welche verwaltungsexternen Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Krankenkassen
Krankenhäuser
Niedergelassene Ärzte
Apotheken
Kindergärten/Kitas
Schulen
Einrichtungen der Jugendarbeit
Mobile Jugendarbeit
Ausbildungsstätten
Sportvereine
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Stadtteileinrichtungen/Quartiersmanagement
Selbsthilfeeinrichtungen
Ehrenamtliche Helfer
Einzelhandel
Tankstellen
Gaststätten
Diskotheken
Fahrschulen
Lokale Medien
Sponsoren
Stiftungen
Weitere
C 33 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja
nein
C 34 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu 2 Jahre
mehr als 2 Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 35 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu 2 Jahre
dauerhaft
C 36 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C37 Werden bei der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
Wenn ja, welche?: 
Es gab verschiedene Kampagnen, die ähnlich konzipiert sind. (z.B. "Jugendschutz, Wir halten uns dran" vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend oder "Jugendschutz - Wir machen mit" von der kommunalen Jugendarbeit in Weißenthurm oder auch "JA zum Jugendschutz" vom regionalen Arbeitskreis Suchtprävention Bad Kreuznach)
C 38 Sind umgekehrt in Ihrem Wettbewerbsbeitrag entwickelte Projekte und Maßnahmen andernorts übernommen und eingesetzt worden?: 
ja
nein
Wenn ja, welche?: 
Die Kampagne soll in anderen Verbandsgemeinden im Rhein-Lahn-Kreis eingesetzt werden. Es haben hierzu schon verschiedene Gespräche mit der Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises, Team Jugendpflege/Jugendschutz Herrn Karl-Heinz Schreiber stattgefunden. Außerdem hat der Stadtjugendring Kreis Jugendamt Celle angefragt, Elemente der Plakate zu übernehmen.

Anlagen