Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags
Titel des Wettbewerbsbeitrags
Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags
Kinder und Jugendschutz - in welche Richtung geht es bei unseren Kindern und Jugendlichen, welche Tendenzen sind erkennbar, welche sozialen Probleme zeigen sich auf, welche Hilfs- und Präventionsangebote gibt es und wer führt dieses aus - er hat viele Aufgaben zu übernehmen. Ein ganz wichtiger Aspekt, der in den letzten Jahren sehr stark in den Vordergrund gerückt ist, ist auch der strukturelle Jugendschutz. Er gehört zur Hauptaufgabe des Kinder- und Jugendschutzes in der Kommune, besonders Jugendamt als Verwaltung, Diese hat überwiegend die Verpflichtung nach § 14 SGB VIII sich für den Schutz einzusetzen und alle Kräfte in der Region zu bündeln. Spezielle Angebote werden im Rahmen des Subsidaritätsprinzips von freien Trägern und Institutionen durchgeführt.
Die Stärkung und Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendschutzes ist als sehr hoch einzustufen, Hintergrund waren in den letzten Jahren auch die Schwächen der Region, die insbesondere in fehlenden Finanzen lagen sowohl dem geringen öffentlichen Interesse geschuldet waren. Gleichzeitig mangelte es an Kooperationsangeboten als auch (aufgrund des hohen Wettbewerbdrucks unter freien Trägern) an der Bereitschaft, mit anderen Leistungsträgern zusammen zu arbeiten. Eine überregionale Vernetzung fehlte nahezu völlig. Die "Leistungsträger" (damit sind alle gemeint, die Präventionsangebote und Hilfe für Kinder und Jugendliche sowie Familien und Multiplikatoren anbieten) der Region hatten sich noch nicht auf die Möglichkeiten eingestellt, durch Vernetzungen zu profitieren. So genannte Arbeitskreise oder -gruppen erzielten keine hohe öffentliche Transparenz oder Dynamik. Aus dieser Erkenntnis heraus entstand "LIFE IS MY FUTURE". Er "vereinigte" Arbeitskreise, holte neue Partner ins Boot. Es wurde eine klare Kommunikation und eine transparente Gestaltung der Angebote sowie stärkere Einbeziehung emotionaler Werte angestrebt und erreicht. Das Netzwerk wurde somit zum hauptsächlichen Arbeitswerkzeug des Kinder- und Jugendschutzes. Dazu gehörte eine gezielte und kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit, Aufbau und Stärkung eines so genannten Innenmarketings und das Herausstellen und Benennen von Alleinstellungsmerkmalen & Kernkompetenzen von Partner im Netzwerk zur eindeutigen auf der einen Seite sowie die Vernetzung von Angeboten und Leistungsträgern. Zur Vertiefung noch einmal einige vertiefende Aspekte:
- Öffentlichkeitsarbeit ist ein zentraler Bereich im Kinder- und Jugendschutz sowie seiner Kooperationspartner, Nur hier können ganz klar die Themen, die Angebote, die Problemfelder und Strukturen aufgegriffen und einer großen Masse der Bevölkerung transparent gemacht werden.
- Das Marketing ist ein weiterer wichtiger Baustein im Kinder- und Jugendschutz und dessen Vernetzungsarbeit. Was heißt das? Prävention ist nicht nur eine Aufgabe von Fachkräften oder Multiplikatoren. Dazu gehören Wirtschaft, Politik und Medien. Alle haben und müssen die Kinder im Focus behalten. Somit bedeutet es auch, z.B. Firmen aus gesundheitlichen Berufsfeldern als Partner in zweiter Kooperationsinstanz zu gewinnen und zu überzeugen. Sie können, wie u.a. der Hörakkustiker Ch. Dunkel bei Veranstaltungen oder für Workshops etc. mit einbezogen werden. Das hat auch nichts mit einer Zugehörigkeit für eine Mitgliedschaft in einem Förderverein zu tun. Das wäre dann ein zusätzliches Engagement. Verfolgt man die Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen, denen wir eine gesunde und positive sowie altergerechte Entwicklung bieten sollen, so sind alle gesellschaftlichen Kräfte gefordert, auch Wirtschaftsleute. Und ohne ein Marketing hätte es u.a. bei mancher Großveranstaltung keinen kostenlosen Transport von zweimal 900 Kindern, keine Werbung an über 20 Bussen der WVB GmbH mit Unterstützung der Volksbank, kein Bücherbasar bei Fachtagungen, manches Equipment für den Jugendschutz gegeben. Dies hätte auch nie einem Partner im Netzwerk übertragen werden können. Ein Förderverein, wie es ihn jetzt gibt, ist "nur" ein Pool zur Aufnahme von Spenden, was vorher mit einer Abwicklung über einen Träger, der Partner im Netzwerk ist, gelaufen war. Und das stellte sich stets als kompliziert heraus. Das Marketing, die Gewinnung von "außen stehenden" Partnern aus Politik und Wirtschaft soll das Gebilde von "life is my future" stärken und gehört nun mal zur heutigen Aufgabe des Kinder- und Jugendschutzes. Man bezeichnet es als Gewinnung neuer Zielgruppen.
- Jeder Partner, ob Beratungsstelle, Polizei, Krankenkasse etc. hat zunächst sein eigenes konzeptionelles Arbeiten und Wirtschaften, die er allein verfolgt und verfolgen muss. Als erweiterte Funktion gewinnt er über eine Vernetzung weitere Chancen für eine Durchsetzung seiner Aufgaben. Ressourcenbindung - so sieht sich auch das Netzwerk - ist ein wichtiger "marktwirtschaftlicher" Teil im Interesse des Trägers und gleichzeitig der anderen Partner sowie für eine Vielzahl von Kindern und Erwachsenen, die zur jeweiligen Zielgruppe gehören. Durch die Kreisgebietsreform erlangte das Netzwerk eine neue Aufmerksamkeit. Noch mehr Ressourcenbindung, vergrößerter Fach-, Erfahrungs- und Fachkräfteaustausch, zentrale und dezentrale (regionale) Mitarbeit, das sind die neuen Merkmale und Qualitäten. D.h., Bestehendes erhalten und weiterführen, Neues zusätzlich aufbauen und trotz allem einem Kräfteverschleiß (viele laufen am Limit) entgegenzuwirken.
Zum Festhalten:
In der Vernetzung und der Arbeit aller Partner geht es
- um die Erkenntnisse zur Alleinstellung seiner Angebote und Hilfen
- um die genaue Zielgruppenanalyse für alle
- "Motorengewinnung" zur Verdichtung des Netzes leistungsfähiger Leistungsträger (durch Marketing)
- vorhandene Ressourcen stärken und ausbauen
- Strukturanalysen im ländlichen Raum (soziale Situation und Umfeld der Kinder und Jugendlichen sowie vorhandene und fehlende Leistungsangebote aufzeigen) u.a. durch Befragungen
- Innovation ist ein Begriff im Kinder- und Jugendschutz, der keine zweckentfremdende Phantasiesprache in diesem sozialen Sektor ist, sondern eine neue wichtige Qualität bedeutet (nicht weit weg vom sozialen Management)
Ziel des Netzwerks ist eine branchenübergreifende Vernetzung der Verbände und aller aktiven Leistungsträger, Verbände, Krankenkassen und Verwaltung sowie Wirtschaft. "Life is my future" heißt Netzwerkmanagement und Unterstützung vorhandener Strukturen zur Koordinierung von Kommunikation und konkreten Projekten, Durchführung von Arbeitsgruppen /-kreisen.
Regional vernetzte Arbeit muss transparent dargestellt werden. Es bedient sich dabei der Darstellung der Angebote und das hervorheben von "Leuchttürmen" (Partner, die eine sehr starke Wirksamkeit erzielen und Bekanntheitsgrad haben), die sich mit "life is my future" identifizieren, sich einbinden und "vermarkten" lassen.
"Life is my future" ist ein Markenname des Landkreises Harz und dessen Kinder- und Jugendschutz geworden. Er ist lebendig, sehr wirksam, zielgerichtet und effizient.
So kurioserweise es sich anhört, auch der Kinder- und Jugendschutz und die Prävention vor Ort müssen sich Gesetzen unterwerfen, die heißen:
- Stets klare Definierung der Inhalte und Ziele
- Eindeutige Stellungnahme für die Kinder und Jugendlichen
- ständige Transparenz in der Öffentlichkeit und Medien
- immer wieder Überzeugungsarbeit bei Partnern und potentiellen Mitwirkenden
- Immer neue Ideenentwicklung und Überprüfung der bisherigen Wirksamkeit
- Verbesserung der Transparenz der Angebote
- Förderung der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit und berufsgruppenübergreifenden Vernetzung (Care-/ Case-Management)
- Bedürfnisgerechte Koordination von Leistungen und Angeboten der Partner mit möglichen Abstimmungen
Kinder und Jugendschutz und dessen Präventionsaufgabe nach § liegt in der heutigen Zeit nicht mehr hauptsächlich im Angebot von individuellen Projekten, Seminaren oder Schulveranstaltungen. Hier gibt es auf Grund der Vielfältigkeit von Angeboten und Trägern genügend Potential, das gebündelt werden muss. Punktuell können Nischen aufgegriffen werden und einzelne Zusatzangebote getätigt werden.
Und dann ist die Vernetzung auch als eine gebündelte Dienstleistung zu sehen:
- Information oder Kurzberatung {Weiterleitung an bestimmtes Fachpersonal, wie u.a. bei Sucht, Konfliktmanagement etc.) - wo finde ich den entsprechenden Ansprechpartner, welche Hilfe, wer hilft bei einem bestimmten Problem
- Dokumentation wie Broschüren, Infoblätter, Internetpräsenz, Pressesammlungen, Adressen und Kontaktdatenvermittlung
- Fort- und Weiterbildung wie Fachtagungen, Arbeitskreise, Workshops, öffentliche Präventionsveranstaltungen
Aus der Geschichte:
Anfang 2000 trafen sich zufällig Klaus Dieter Krebs von der Beratungssteile Therapieverbund Sucht Wernigerode und Maik König vom Jugendamt Landkreis Wernigerode (jetzt Harzkreis) in der Innenstadt von Wernigerode und plauderten über Prävention sowie Zusammenarbeit. Das war die Geburtsstunde von "life is my future".
Es folgten die
- Jugendberatungsstelle Polizei (JUBP)
- Kreissportjugend
- Stadtjugendpflege Elbingerode
- Barmer Wernigerode
- Jugendzentrum Roh 11 Blankenburg
- Streetworker Ilsenburg
- Jugendpflege Verwaltungsgemeinschaft Derenburg
- Stadtjugendpflege Benneckenstein
- Jugendnetzwerk "KUBA"
- Kinder- und Jugendpsychologische Beratungsstelle Blankenburg
- DRK Landkreis Wernigerode
- Stadtjugendpflege Wernigerode
- Kreisjugendring Wernigerode
- Polizeidirektion Halberstadt
- Beratungsstelle DPWV Wernigerode
- Schulsozialarbeiterin Sekundärschule Burgbreite
- Schulsozialarbeiterin Förderschule Pestalozzi Wernigerode
- Schulsozialarbeiterin Berufsschule Wernigerode
- AOK Wernigerode
- DAK Wernigerode
- KKH Wernigerode
- Harzer Regionalverkehrswacht
- Jugenddiakon ev. Kirche Wernigerode
- VHS Bildungswerk
- Aids-Hilfe Halberstadt
- Jugenddiakon ev. Jugend Blankenburg
Im Laufe der nächsten drei bis vier Jahre kamen dazu:
- Akademie Überlingen
- Oskar Kämmer Schule und zeitweise Bildungswerk
- Heureka
- Teutloff
- Weisser Ring
- Ego e.V.
- Netzwerk "la energia" - Sozialzentrum Bode e.V. Thale
- IKK
- Gesundheitsamt Landkreis Wernigerode
- ASD Jugendamt
- Diakoniekrankenhaus Elbingerode (Therapieverbund Sucht)
- Harzklinikum
- Lernende Region / Kreisvolkshochschule
- Internationaler Bund
- Ordnungsamt Landkreis Harz (vorher Wernigerode)
- Suchtpräventionsfachkraft
Im gleichen Zeltraum schieden aus:
Jugendpflege Benneckenstein, Jugendnetzwerk "KUBA", Berufsschule Wernigerode, ev. Kirche in Wernigerode und somit auch der Jugenddiakon
Durch Wegfall von ABM-Kräften flatterte bis heute die Regionalverkehrswacht eher als Geist durch das Netzwerk.
Die Jugendpflege Derenburg wurde abgebaut.
Ab 2004 bis 2007 kamen neu dazu:
- Landesmusikakademie Sachsen Anhalt Schulsozialarbeit BBS Quedlinburg
- Schulsozialarbeit BBS Wernigerode
- Schulsoziarbeit Thomas Müntzer Schule Wernigerode
- Förderschule Pestalozzi Wienrode
- Jugendamt Landkreis Harz
- Gesundheitsamt Landkreis Harz
- AOK Quedlinburg
- DAK Harz
- Kompetenzagentur Harz
- Caritas Wernigerode
- Anti-Gewalt-Zentrum e.V.
Es schieden im gleichen Zeitraum aus:
Schulsozialarbeit Förderschule Pestalozzi Wernigerode Schulsozialarbeit Burgbreite (beide Wegfall der Fördermittel), Kreisjugendring Wernigerode (Fusion Harzkreis), Gesundheitsamt Landkreis Wernigerode (Fusion Harzkreis), Ego e.V.
2008 kamen dazu:
- ASB Suchtberatung Halberstadt
- Diakonie Halberstadt
- IJGD Halberstadt
- Kinder- und Jugendtelefon Halberstadt
- Dachverein Reichenstraße Quedlinburg
- Kontiki e.V. Quedlinburg
- Frauenhaus Ballenstedt / Caritas Halberstadt
- Gleichstellungsbeauftragte Stadt Wernigerode
- Kompetenzagentur Quedlinburg / Europäisches Bildungswerk
- Kreisjugendring Harz
- Kinder- und Jugendheim Gernrode
Seit Beginn Medienpartner die Lokalredaktion Wernigerode der Volksstimme
Sponsorpartner Vereinigte Volksbank e.G. Wernigerode, Wernigeröder Verkehrsbetriebe, "Hösti" alias Stefan Höstermann
2008 wurde zusätzlich ein Verein zur Förderung "life is my future" gegründet.