Wilhelmshaven

Typ: 
kreisangehörige Stadt/Gemeinde
Einreichende Dienststelle: 
Suchtberatung DW
Name des Ansprechpartners: 
René Grotzeck
Funktion des Ansprechpartners: 
Fachkraft Suchtprävention
Straße/Postfach: 
Stadt Wilhelmshaven; Technisches Rathaus, Rathausplatz 9, Zi. 5.13
Postleitzahl: 
26382
Bundesland: 
Niedersachsen
Telefon des Ansprechpartners: 
0442126060
Telefax des Ansprechpartners: 
0442121078
E-Mail des Ansprechpartners: 
suchtberatung.whv@t-online.de
E-Mail der Kommune: 
Internetadresse der Kommune: 
http://www.wilhelmshaven.de

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Party for you/Summer-Rave: Drogen-, alkohol- und nikotinfreie Veranstaltungen für 12-15-Jährige; Safer-Use und harm-reduction-Veranstaltungen für Jugendliche und junge Erwachsene

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Ausgangssituation

Das hier vorgestellte Projekt hat sich aus einer Maßnahme entwickelt, die bereits 1998 durchgeführt wurde. Das Konzept der Fachstelle für Suchtprävention Wilhelmshaven "Abfahren- und wie!?" mit dem Kernprojekt Techno-Party wurde vom Niedersächsischen Sozialministerium als Modellprojekt finanziert. Das gesamte Modellprojekt ist in beiliegendem Heft dokumentiert.

Die Weiterentwicklung des Projektes war von Anfang an vereinbart. Beteiligt an der Planung und Weiterentwicklung waren neben dem Jugendamt der Stadt Wilhelmshaven und der Fachstelle für Suchtprävention, die AOK, die Polizei, das Ausländeramt, die Jugendgerichtshilfe, die kommunale Projekt GmbH mit dem sozio- kulturellen Zentrum "Pumpwerk", der Arbeitskreis Jugendkriminalität und der kommunale Präventionsrat. Letztgenannter wird vom Oberstadtdirektor geleitet und hat sich die Aufgabe gestellt präventive Maßnahmen zu initiieren und zu koordinieren.

Für das Jahr 2002 hat der Präventionsrat die Durchführung von Aktionstagen zum Thema Suchtprävention beschlossen. In diesem Rahmen werden neben anderen Aktivitäten auch die beiden o.g. Veranstaltungen durchgeführt.

Party for You

Der stetig wachsende Zuspruch der Jugendlichen und der immense organisatorische Aufwand erforderten nach der vierten Techno-Party Veränderungen. Das Vorhaben, diese Veranstaltung viermal jährlich durchzuführen, wurde aufgegeben und auf ein bis zwei jährliche Raves reduziert. Dafür ist für die 13- bis 15 jährigen eine regelmäßige Veranstaltung , die "Party for You", entstanden.

Veranstaltungsort ist hier ebenfalls da soziokulturelle Zentrum "Pumpwerk" in städtischer Trägerschaft. An vier bis sechs Samstagen im Jahr wird dort für die Kinder und Jugendlichen eine selbstverständlich alkohol- und nikotinfreie Disco-Veranstaltung angeboten. An der Durchführung sind Jugendliche beteiligt. Musik, Dekoration und Beleuchtung werden von Jugendlichen, die im Pumpwerk ein Praktikum absolvieren oder gemacht haben, bereitgestellt. Jugendliche können bei Bedarf während der Veranstaltung etwas präsentieren. Von Break-dance über Zaubern und eigene Musikvorführungen reicht die Palette. Neben den städtischen streetworkern und zivilen, für Jugendliche, zuständigen Polizisten sind wechselweise pädagogische Betreuer aus dem Bereich der Jugendhilfe beteiligt. Bei diesen Veranstaltungen werden Broschüren und Informationsmaterial, auch Plakate, zum Thema Drogen ausgelegt. Die Telefonnummer, Adresse und e-mail-Adresse der Suchtberatung ist bei den meisten Info-cards aufgedruckt.

Für diese Veranstaltung gilt als Ziel, den Jugendlichen ein Freizeitangebot, das ihren Bedürfnissen entspricht, zur Verfügung zu stellen. Besonders berücksichtigt wird dabei, daß der Rahmen so sicher wie möglich ist und daß Jugendliche mit dem Informationsmaterial und dem Kontakt zu Mitarbeitern der Jugendhilfe, bzw. Suchtprävention erreicht werden.

Summer-Rave

Für die Techno-Party gilt nach wie vor als Ziel, die Bewußtmachung der eigenen Erlebnisfähigkeit als Alternative zu den konsumorientierten Erlebnisformen, die Förderung von Risikobewußtsein und die damit verbundene Vermittlung von substanzspezifischen Sachinformationen in adäquater Form.

Diesen Veranstaltungen gehen DJ-workshop und Deko-workshop voraus. Das bedeutet, daß die Jugendlichen sowohl was die Ausgestaltung des Veranstaltungsort nach dem jeweiligen Motto der Veranstaltung als auch die musikalische Gestaltung übernehmen. Der DJ-workshop wird von der kommunal geförderten Musik-Initiative , der Deko-workshop ehrenamtlich von einer städtischen Angestellten und Mitorganisatorin der Veranstaltung durchgeführt.

Für den sicheren Rahmen sorgt der Veranstalter und die beteiligten Personen. Ein Security-Unternehmen und der private Anbieter eine Buspendelverkehrs werden beauftragt. Die Info-cards und Plakate ( s. Dokumentation) werden von der Suchtberatung und der AOK bereitgestellt. Die Flyer für die Veranstaltungswerbung werden von einem Grafiker entworfen, die Kosten für die Herstellung werden über Firmen, die auf der Rückseite ihr Werbelogo drucken, finanziert. ( Flyer liegt bei)

Für die Sommerveranstaltung Mitte Juni 2002 wird die Möglichkeit der Internetberatung - website der BzgA drugcom.de- und die individuelle und anonyme Kommunikationsmöglichkeit über e-mail mit der Fachstelle für Suchtprävention beworben.

Eine umfangreichere Evaluation wird derzeit gerade vorbereitet, eventuell gemeinsam mit der Universität Oldenburg/ SAUS-Arbeitstelle Sucht und Drogenforschung. Für diese Befragungen, wie auch für die Planung und Durchführung der Veranstaltung wird auch der angrenzende Landkreis Friesland miteinbezogen.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

Welche Ziele werden mit dem Wettbewerbsbeitrag angestrebt?: 
  • den frühzeitigen Ausstieg aus riskanten Konsummustern zu fördern
Gibt es Minimalziele?: 

ja, Sachinformationen, Kenntnis der Möglichkeit von beratung über e-mail

Von wem ist die Initiative für Ihr Präventionsprojekt ausgegangen?: 
  • Kommunaler Präventionsrat
Wenn sich Ihr Wettbewerbsbeitrag an Kinder und Jugendliche richtet, wurden dieses Zielgruppen in die Entwicklung des Angebots ei: 

ja, folgendermassen: DJ-Workshops, Deko-Workshops, technische Organisation

Welche Gründe waren für die Auswahl der Zielgruppe ausschlaggebend?: 

Für Kinder und Jugendliche gibt es in dieser Region zu wenig nichtkommerzielle Freizeitmöglichkeiten; Konsumierende Jugendliche sind mit primärpräventiven Maßnahmen kaum zu erreichen

Wie wird sichergestellt, dass die Zielgruppe sich beteiligt?: 

Mitarbeit von Lehrern, Einrichtungen der Jugendarbeit, Workshops Werbung über flyer

An welchen Bedürfnissen der Zielgruppe wird angeknüpft?: 

Adäquates Freizeitangebot, Spass haben

Wenn der Wettbewerbsbeitrag sich an Multiplikatoren richtet, welche sind das?: 
    Zielt der Wettbewerbsbeitrag auf spezielle Substanzen? : 

    ja, auf

    Auf welche Handlungsfelder der kommunalen Suchtprävention zielt der Wettbewerbsbeitrag?: 
    • Jugendarbeit und Jugendhilfe
    • Musikszenen und Jugendkultur (Schwerpunkt)
    Welche Ämter/Dienstellen der Stadtverwaltung kooperieren in Ihrem Wettbewerbsbeitrag?: 
    • Jugendamt (federführend)
    Welche Institutionen/Akteure ausserhalb der Verwaltung sind darüber hinaus in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrag: 
    • Institutionen bzw. Fachkräfte der Suchtprävention
    • Kirchliche Einrichtungen
    • Krankenkassen
    • Private Spender / Sponsoren
    • Schule
    Welche überörtlichen Institutionen/Akteure sind in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrags eingebunden? : 
      Wie ist die Zusammenarbeit geregelt?: 
      • Arbeitsgemeinschaft
      • Projektgruppe
      In welchem Jahr wurde mit der Entwicklung Ihres Wettbewerbsbeitrags begonnen?: 

      1997

      Seit wann ist besteht sein Angebot in der Praxis?: 

      1998

      Die Finanzierung in den kommenden vier Jahren ist:: 

      wahrscheinlich gesichert

      Setzen Sie in Ihrem Beitrag Verfahren der Suchtprävention ein, die in Ihrer Kommune neu sind?: 

      ja, Planung, Organisation und Durchführung im Verbund von Veranstaltungen für eine große Zielgruppe, die als dauerhaftes Angebot konzipiert ist.

      Sprechen Sie mit Ihrem Beitrag in Ihrer Kommune neue Zielgruppen der Suchtprävention an?: 

      ja, Jugendliche mit Konsumerfahrung oder auch riskanten Konsummustern

      Welche anderen Neuerungen der Suchtprävention in Ihrer Kommune enthält der Wettbewerbsbeitrag darüber hinaus? : 

      Krisenmanagement für konsumierende Jugendliche, Etablierung von individueller anonymer Beratung über Internet

      Gibt es eine schriftliche Konzeption der Suchtprävention in Ihrer Kommune?: 

      ja, 1991

      Sind eigene Bedarfserhebungen für die Bestimmung der Zielgruppe der Suchtpävention angefertigt worden?: 

      ja,

      Welchem konzeptionellen Modell lässt sich der Wettbewerbsbeitrag nach seinem Schwerpunkt zuordnen?: 
      • Informationsvermittlung
      Auf welche Ansatzpunkte beziehen sich die Präventionsmassnahmen?: 
      • Risikofaktoren
      Welche Materialien und Medien kommen zum Einsatz?: 

      Plakate, Info-Cards, Flyer, Broschüren (Anlage)

      Gibt es eine Zeitplanung für den Wettbewerbsbeitrag?: 

      ja, bis zu 3 Jahre