München

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kreisfreie Stadt
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Präventionszentrum
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Axel Seifert
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Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

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Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Inhaltsübersicht:

Vorwort

l. Voraussetzungen einer kommunalen Gesamtstrategie in München

1.1. Zielgruppenstärke

1.2. Status quo - Versorgungslage in der Kommune München zu Beginn der Strategieentwicklung

2. Suchtpräventionsverständnis und Leitlinien der Kommune München

3. Koordination, Information, Evaluation und politische Akzeptanz kommunaler Suchtprävention

3.1. Planung, Steuerung und Koordination

3.2. Flankierende Informationsvermittlung - Projekt MIDAMES

3.3. Evaluation

3.4. Kommunale Präventionsstrategie und politische Akzeptanz

4. Anhang: 14 "Bausteine" der Suchtprävention in München

Anlagen

Vorwort:

Das Problem heutiger Suchtprävention ist nicht der Mangel an Einzelbausteinen der Suchtprophylaxe. Was häufig fehlt sind schlüssige Präventionsstrategien in den Kommunen im Sinne von Präventionsverbünden. Man könnte salopp formulieren "Der Bausteine sind genug!" - die Netzwerke fehlen, mithin auch Standards, nach denen die Akteure der heutigen Suchtprävention einigermaßen verbindlich und miteinander kompatibel agieren. Es ist daher sehr zu begrüßen, dass durch den ausgeschriebenen Wettbewerb erstmalig Strategien kommunaler Suchtprävention auf den Prüfstand kommen und nicht die Prämierung einzelner Maßnahmen oder Projekte erfolgen soll. Unter der Vorgabe des Ausschreibungstitels "vorbildliche Strategien" wurde der beigefügte Wettbewerbs-Fragebogen (3 fach) nach fernmündlicher Klärung mit dem Institut für Urbanistik zur Verifizierung von 3 Projektbausteinen verwendet (Primärpräventionsprojekt des Präventionszentrums des Referates für Gesundheit und Umwelt "Sucht beginnt im Kleinen" Nr.2 und "Multiplikatorenfortbildungskonzept Nr.l, Sekundärpräventionsprojekt des Vereins Condrobs in side @ school Nr.3). Der Fragebogen ist jedoch in Übereinstimmung mit dem

Institut für Urbanistik nicht geeignet, die Komplexität einer kommunalen Gesamtstrategie wie z.B. der Stadt München zu erfassen.

Es wird somit ausdrücklich darauf verwiesen, dass der Münchner Wettbewerbsbeitrag im Einverständnis mit dem Wettbewerbsausschreiber dem Ausschreibungstitel Rechnung trägt und als Gesamtstrategiekonzept mit projekthaften Ausdifferenzierungen diverser Bausteine verstanden werden muss!

l. Voraussetzungen einer kommunalen Gesamtstrategie in München

Für eine schlüssige Strategie der Suchtprävention in München waren folgende Faktoren zu berücksichtigen:

  • Komprimierte quantitative Erfassung der Zielgruppenstärken
  • tatus quo des kommunalen Versorgungsstandes (Hierzu wurde eine praxisnahe, Erhebungsmethodik entwickelt)
  • Philosophie und Leitlinien der Suchtprävention (siehe Standards)
  • Steuerungs- und Koordinierungsinstrumentarien

1.1. Zielgruppenstärke:

Um gesamtstrategisch orientiert in der Kommune München arbeiten zu können, musste zunächst Klarheit über die Größenordnungen der jeweiligen Zielgruppen (Primär- und Sekundärzielgruppen) sowie über ihre multiplikative "Potenz"(dazu gehören hier auch peer-education-Aktivitäten und deren Mediatoren) hergestellt werden. Dies geschah bereits Anfang 1996. Dabei waren folgende Fragen zielführend:

  • Wie groß ist die grundsätzlich zu erreichende Primärzielgruppe? (Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene)
  • Welche speziellen Hochrisikogruppen sind zusätzlich bekannt ? (siehe die heutigen Gefährdungskonzepte "easy-contact", "Conaction")
  • Welche und wie viele nicht spezialisierte Multiplikatorinnen stehen in der Praxis zur Verfügung (Lehrer/Eltern/andere)?
  • Wie viele zusätzliche Fachkräfte stehen zur Verfügung, deren Arbeitsfeld starke Überschneidungen mit der spezifischen Suchtprävention zeigt (z.B. Jugendbeamte der Polizei, Schulsozialarbeiter, Schulpsychologen, Erziehungsberatung etc.) bzw. denen eine Aufgabe bei der Früherkennung von Suchtverhalten und Gefährdungen zukommen kann ? (z.B. Kinder- und Jugendärztlicher Dienst)
  • Über wie viele spezifische Fachkräfte der Suchtprävention verfügt die Kommune? (Fachkräfte, deren Arbeitsauftrag ganz oder überwiegend die Suchtprävention ist)
  • Welche pädagogischen Institutionen hat die Kommune, die grundsätzlich geeignet sind, "Suchtvereinbarungen" zu entwickeln, d.h. Suchtprävention konzeptionell dauerhaft und verbindlich per Vereinbarung in der Institution zu verankern? (Kinderkrippen, Kindergärten, Schulen, Jugendzentren)

Das Erarbeiten dieser Daten war eine wichtige Voraussetzung für das Entwickeln einer Gesamtstrategie, die ressourcenorientiert, kräfteökonomisch, möglichst flächendeckend, aber auch mit Hochrisikogruppen arbeiten will. Um die nachfolgenden strategischen und fachlichen Ausführungen plausibel zu machen, sind die eruierten Zahlen im Folgenden kurz zusammengefasst:

Es folgen die für München erarbeiteten Zahlen

Zahlen zur kräfteökonomischen Betrachtung des Ansatzes der Kommunalen Suchtprävention:

  • 1315000 Einwohner
  • 182 000 Kinder und Jugendliche
  • 8000 (ca.) Lehrerinnen (öffentliche Schulen)
  • 1000 (ca.) Sozialpädagoginnen in Kinder- und Jugendmaßnahmen
  • ? Ausbilder in Betrieben (keine brauchbaren Zahlen z.Zt.)
  • 330 Schulen
  • 78 Kinderkrippen
  • 452 Kindergärten

Hinzu kommen als weitere spezielle Multiplikatorlinnen

  • 203 Beauftragte für Suchtprävention an den weiterführenden Schulen
  • 40 Schulsozialarbeiterinnen
  • 47 Jugendbeamte der Polizei München

All diesen potentiellen Multiplikatoren stehen in München gegenüber:

  • 22 spezialisierte Fachstellen für Suchtprävention (Hauptamtliche)

Allein diese Zahlen verdeutlichen, dass Suchtprävention strategisch unter dem Aspekt von Kräfteökonomie beim Anspruch auf größtmögliche Breitenwirkung die Institutionalisierung von Suchtpräventionskonzepten an den pädagogischen Institutionen forcieren muss. Hierzu spielt die Fortbildung der Beauftragten für Suchtprävention an den Schulen im Verbund mit dem Einsatz externen Fachkräfte der Suchtprävention eine entscheidende Rolle. Darüber hinaus haben die Schulsozialarbeiterinnen und die Polizeibeamtinnen eine wichtige Funktion bei der Früherkennung bzw. Frühintervention im Bereich der Suchtprävention. Die Einbeziehung der Eltern, die hier zahlenmäßig nicht erfasst werden können, gehört im Rahmen schulischer Präventionskonzepte ohnehin zu den Standards der Suchtprävention in Kinderkrippen, Kindergärten und Schule.

1.2. Status quo - Versorgungslage in der Kommune München zu Beginn der Strategieentwicklung

Zur Erhebung des Status quo sowie einer angestrebten "Bereinigung" der obligatorischen Maßnahmen unter dem Kriterium des fachlich und kräfteökonomisch sinnvollen Einsatzes von Ressourcen wurden 1996 auf einer Arbeitstagung anhand einer hierfür entwickelten Erhebungsmatrix und unter Zugrundelegung der vom Institut für Therapieforschung angeführten suchtpräventiven Effizienzkriterien die Präventionsmaßnahmen einer gemeinsamen Überprüfung unterzogen.

Matrix A zeigt den Ist-Stand 1996, Matrix B den um die konsensual als fachlich wenig sinnvollen Maßnahmen bereinigten erwünschten Soll-Stand. Dabei wurden in den jeweiligen Feldern von den Teilnehmern jeweils l bis max.3 Punkte zur Darstellung der Intensität der Maßnahme vergeben, die Punkte-Ebenen Oben, Mitte, Unten im jeweiligen Feld zeigen die Arbeit mit den Zielgruppen an: "Oben = Arbeit mit Kindern und Jugendlichen , Mitte = Arbeit mit Lehrern und anderen professionellen Pädagogen Unten = Arbeit mit Eltern.

Die Matrix eröffnet die Möglichkeit, auf der Horizontalen das Kooperationsprofil der jeweiligen Einrichtung zu sehen bzw. zu überprüfen. Die Vertikale bildet das Spezialisierungs- bzw. Generalisierungsprofil der Einrichtungen ab (Siehe Anlage l). Damit wurde auch uneffektiver Ressourceneinsatz (Motto: "Von allem ein bisschen!") deutlich. Konsens war, die Maßnahmen unter dem Aspekt der Effizienz in Richtung "weniger aber intensiver" zu bündeln, zukünftig die einzelnen Maßnahmen besser aufeinander abzustimmen, Leitlinien und Standards zu entwickeln, im "Arbeitskreis Suchtprävention" kontinuierlich zusammen zu arbeiten und eine Strategiegruppe München zu bilden.

2. Suchtpräventions- "Philosophie", Strategie und Leitlinien der Kommune München:

Die oben genannten Zahlen und die vorgenannte Erhebung des Status quo haben unter 2 Aspekten Auswirkungen auf die kommunale Suchpräventionsphilosophie und die Gesamtstrategie in München. Danach wird angestrebt:

1. Größtmögliche Flächendeckung im Bereich der Primärprävention

(Gesundheitsförderung, Lebenskompetenzentwicklung, unspezifische- und spezifische Suchtprävention). Diese funktioniert nur über eine gut ausgebaute Multiplikation der dafür nötigen Kompetenzen über einen kräfteökonomisch sinnvollen Einsatz von Hochspezialistinnen. (Multiplikatorenschulungen^, siehe Bausteine Nr. l Wettbewerbsfragebogen Nr.l, Nr. 2, Nr. 3) sowie die Integration unspezifischer und spezifischer Suchtpräventionsansätze (Baustein Nr.4 Kinderkrippenprojekt "Sucht beginnt im Kleinen" Wettbewerbsfragebogen Nr.2, "Gesundheitszirkel Schule" Baustein Nr.5)

2. Zielgruppenspezifizierung im Sinne von Arbeit mit Gefährdeten (Risikogruppenarbeit)

Dies wird realisiert über den dauerhaften, intensiven Fachkräfteeinsatz vor Ort mit unterschiedlicher Zielsetzung und Methodik in folgenden Projekten:

  • Projektorientierte Aktionen "inside" Baustein Nr. 3
  • Casemanagement und aufsuchende Arbeit "easy-contact Baustein Nr. 6, "con-action" Baustein Nr.7
  • Beratungsmodule über Kooperationsvereinbarungen an Schulen "inside @school" Baustein Nr. 8, Wettbewerbsfragebogen Nr.3 !!
  • Arbeit mit sog. Auflagenjugendlichen Condrobs u. Caritas Baustein Nr. 9, Fred-Projekt Baustein Nr. 10 Prop e.V.
  • Internetberatung zur Essstörung "Projekt ANAD.e.V. Baustein Nr. 11
  • Suchthilfenetzwerk "rund um die Geburt" Baustein Nr. 12

3. Dauerhafte institutionelle Verankerung von Suchtprävention durch Entwicklung von Präventionsvereinbarungen

(z.B. Kooperationsvereinbarungen zwischen Schule und Suchthilfe siehe Baustein Nr.8 inside @school und sog. "Suchtvereinbarungen" unter Hinzuziehung der Schulmitwirkungsgremien siehe Baustein Nr.3 "inside")

Damit wird deutlich, dass heutige Suchtprävention in einer Kommune sich nicht mehr in einzelnen "vorbildlichen" Projekten - so sinnvoll diese im Einzelnen sein mögen -erschöpfen darf. Suchtprävention erscheint als ein strategisch differenziertes Verfahren der Gesundheitsvorsorge, das zielgruppenspezifisch zu sehr unterschiedlichen Maßnahmen greifen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten ansetzen muss, um den Kreislauf der Suchtgenesen an verschiedenen Stellen gleichzeitig aufzubrechen. Damit kommen auch die klassischen Bereiche Primär- Sekundär- und Tertiärprävention in ein Interdependenzgeflecht, was gesamtstrategisch zu berücksichtigen und zu koordinieren ist (siehe Steuerungs- und Koordinierungsgremien in Punkt 3.1.)

Das Hauptproblem und Ziel der Münchner Präventionsstrategie angesichts der Größenordnung der Zielgruppen ist jedoch die institutionell verankerte, durch Vereinbarungen auf Dauer gestellte Prävention. Dies impliziert das Verlassen einer Strategie, die sich über Funktionsträger (Suchtberatungslehrer) oder Fachexperteneinsatz in Primärzielgruppen (Präventionsfachkräfte in der obligatorischen Schulpräventionsarbeit) allein darstellt. Es geht zum Beispiel im Bereich Schule zunehmend um die institutionelle,

dauerhafte, vom Ausfall oder der Motivation von Funktionsträgem unabhängige Absicherung von Suchtprävention als pädagogischem Prinzip durch "Vereinbarungen" und unter Hinzuziehung von Mitwirkungsgremien (Elternbeiräte, Schülermitverwaltung etc.)

Damit ist nicht der Mangel an einzelnen suchtpräventiven Projekten und "Bausteinen" das Problem heutiger kommunaler Suchtprävention, sondern das Nichtvorhandensein von kommunalen Gesamtstrategien, mithin die mangelhafte Vernetzung der Maßnahmen, die mehr oder weniger zufällige Bindung von Prävention an Personen, die nicht genügend erfolgte Institutionalisierung von Suchtprävention über Vereinbarungen sowie ein Mangel an effektiven Steuerungsgremien.

Neben diesen strategischen und kräfteökonomischen Überlegungen, wurde es zur Koordinierung der genannten Maßnahmen in München immer wichtiger, die für ein gemeinsames Vorgehen nötigen Leitlinien und Standards gemeinsam zu entwickeln, um kontraproduktive Gleichzeitigkeiten unterschiedlicher Präventionsauffassungen und -aktivitäten in der Alltagspraxis zu minimieren. Eine generelle Leitlinie zur Suchtprävention wurde erstmals 1995 mit der Verabschiedung der "Leitlinien der Münchner Sucht- und Drogenpolitik" durch den Stadtrat beschlossen. Standards wurden mit Hilfe externer Moderation in München mittlerweile entwickelt und sollen regelmäßig fortgeschrieben werden.

Die oben genannten Überlegungen und Erfahrungen haben in der Kommune München zu folgenden Einzelstrategien und -maßnahmen sowie zu einer bestimmten Steuerungs- und Koordinierungspraxis (siehe unter Punkt "Koordinierung") geführt:

Einzelstrategien - und Maßnahmen

  • Kontinuierliche Fortbildung von pädagogischen Multiplikatoren zur Förderung des Aufbaus von kommunikativer Kompetenz, Suchtwissen, präventives Störungswissen, Vernetzungswissen durch die folgenden Institutionen
    • Pädagogisches Institut (Kommune),
    • Präventionszentrum (Kommune) siehe Wettbewerbs-Fragebogen Nr. l und 2,
    • Condrobs e.V. "Inside"(freier Träger der Suchthilfe)
  • Projektorientierter("inside") bzw. dauerhafter intensiver Einsatz von Fachkräften im Bereich Schule zur Ansiedlung von Beratungskapazität ("inside@school") im Bereich der Früherkennung- und Frühintervention Impulsgebender Einsatz von Suchtpräventionsfachkräften zur dauerhaften
  • Verankerung von Suchtprävention über "Suchtvereinbarungen" (z.B. an Schulen) durch "inside" und inside@school und Präventionszentrum
  • Szenennaher Einsatz von Fachkräften im Rahmen von Case-management zur Frühintervention bei Hochrisikogruppen durch "con-action", "easy-contact" (Condrobs e.V.)
  • Arbeit mit justiziell (BtmG) auffällig gewordenen Jugendlichen zur Vermittlung von Problembewusstsein und Hilfsmöglichkeiten durch "Drogenberatung Condrobs", "Fachambulanz für junge Suchtkranke Caritas", Bundesprojekt "Fred"(Prop e.V.)
  • Früherfassung von Kindern von Drogenabhängigen/Alkoholabhängigen zur Prophylaxe möglicher Störungen, Entwicklungsdefiziten und Suchtentwicklungen durch ein "Interdiziplinäres Hilfenetzwerk für Schwangere, drogenabhängige Mütter und deren Kinder"- Kooperationsvereinbarungen "rund um die Geburt"
  • Früherkennung von gesundheitsschädlichem Umgang mit Alkohol und beginnender Abhängigkeitsproblematik ("Ambulantes Gruppenprogramm zum kontrollierten Trinken AKT")
  • Früherkennung von Essstörungen über Internetberatung "ANAD e.V."
  • Polizeiprojekte

3. Koordination, Information und politische Akzeptanz kommunaler Suchtprävention

Wer eine kommunale Suchtpräventionsstrategie effektiv organisieren will, darf jenseits der fachlichen Aspekte drei Bereiche nicht aus dem Auge verlieren:

  • Planung, Steuerung und Koordination
  • Flankierende Informationsvermittlung
  • Evaluation
  • Politische Akzeptanz

3.1. Planung, Steuerung und Koordination

In München wird Planung, Steuerung und Koordination durch die Kommune über die Stabsstelle Suchthilfekoordination gewährleistet. Die Übersicht in Anlage 3 zeigt die in München verwirklichte Koordination und die dazu nötigen Gremien in ihrem Verhältnis zur Gesundheits- Sozial- Bildungs- und Sicherheitspolitik . Die 4 entscheidenden Gremien zur Durchsetzung einer effizienten Strategie in München sind danach:

1. Arbeitskreis Suchtprävention(Federführung durch ein gewähltes Team aus Kommune u. freiem Träger der Suchthilfe): Fachgremium aller spezialisierten Präventionsfachstellen Münchens

Der Arbeitskreis ist vertreten durch l Delegierten im AK-Sucht des Gesundheitsbeirates der Landeshauptstadt (siehe unten Punkt 4), Aufgaben sind u.a. Erarbeitung von Leitlinien und Standards zur Suchtprävention, Fachdiskussionen, gegenseitige Informationen

2. Arbeitskreis Jugend- und Sucht(Federführung Kommune

Suchthilfekoordination): Interdisziplinäres Fachgremium aller mit Kindern/Jugend und Sucht befassten Fachleute, Prävention ist hier ein wesentlicher Aspekt

3. Strategie- und Steuerungsgruppe "Präventionsverbund München"(Federführung Kommune Suchthilfekoordination) Zusammenkunft der Fachleitungen der

entscheidenden Präventionsinstitutionen - , Suchthilfekoordination (Kommune-Federführung), Jugendamt-Schulsozialarbeit, Streetwork, Jugendschutz (Kommune), Leitungen der Präventionseinrichtungen "Präventionszentrum" und Condrobs "inside" (Kommune, Condrobs e.V.), Schulreferat Pädagogisches Institut Abteilung Suchtprävention (Kommune), Polizei Präventionskommissariat, Kreisjugendring

4. Arbeitskreis Sucht des Gesundheitsbeirates der Landeshauptstadt(Vorsitz Kommune Suchthilfekoordination)

Stadtrat beratendes interdisziplinäres Gremium, in dem alle oben genannten innerstädtischen Referate, die mit der Suchthilfe und -prävention befassten Institutionen und Einrichtungen Münchens sowie die relevanten kommunalpolitischen Vertreter und die Kooperationspartner aus dem Bezirk Oberbayem und dem Bayerischen Staatsministerium für GEV, die Krankenkassen, die Ärzte verbände, die Apothekerkammer sowie die Rentenversicherungsträger vertreten sind. Die Arbeitskreise "Suchtprävention" sowie "Jugend und Sucht" sind je mit einem

Mitglied dort vertreten. Alle Maßnahmen der Suchtprävention und der Suchthilfe werden diesem Gremium zur Empfehlung an den Stadtrat vorgestellt, diskutiert und abgestimmt.

3.2. Flankierende Informationsvermittlung - Projekt MIDAMES

Mit dem Projekt MIDAMES (Münchener Informationssystem Drogen - Alkohol -Medikamente -Essstörungen - Sucht) wurde parallel zu den einzelnen Maßnahmen der Suchthilfe und der Suchtprävention ein Internet-Informations- und Kommunikationssystem für Multiplikatoren im Suchtbereich geschaffen. Zielsetzung ist es, die Suchthilfe zu vernetzen und den Informationsaustausch, sowie die Kommunikation im Suchtbereich zu verbessern.

Bereits jetzt haben Fachleute die Möglichkeit, Informationen über Suchtprävention im Internet abzurufen und auch Informationen in Terminkalendern und Nachrichtenbrettern einzugeben.

Mit der derzeitigen Einführung der Portalversion von MIDAMES werden umfangreiche Möglichkeiten des Informationsaustauschs und der Datenpflege geschaffen, so dass auch externe Nutzer sich an der Aktualisierung beteiligen können. Damit wird z.B. auch Schulen und Schülern Möglichkeiten gegeben, sich im Rahmen von Suchtprojekten (z.B. Projekt zur Prävention des Rauchens) an der inhaltlichen Weiterentwicklung zu beteiligen. Die Multiplikatorenversion kann betrachtet werden unter: http ://midames .netzwerk-psychosozial.de und die Portalversion unter http://midames.netzwerk-psychosozial.de/html.

3.3. Evaluation

Evaluation verschiedener Projekte ist ein dringliches Erfordernis, wobei gerade der Präventionsbereich im Bezug auf die Evaluation von Maßnahmen bekanntlich ein besonderes Problem im Bereich von Einstellungs- und Verhaltensänderungen darstellt. Die Inanspruchnahme von Präventionsmaßnahmen nachzuweisen, ist jedoch nicht nur im Hinblick auf fachliche Fragen, sondern vor allem für die politische Akzeptanz dringend erforderlich. Die Weiterführung von Projekten ist ohne aussagekräftige Ergebnisse gerade angesichts finanzieller Knappheit zunehmend gefährdet. In München wurden bzw. werden z.Zt. und zukünftig die Baussteine Nr. 4, Nr. 8, Nr. 10, Nr. 12, Nr. 13 evaluiert.(Siehe hierzu das Projekt "Sucht beginnt im Kleinen" Baustein Nr. 4 Wettbewerbsfragebogen Nr. 2)

3.4. Kommunale Präventionsstrategie und Politische Akzeptanz

Zur Durchsetzung der strategischen Ziele der kommunalen Suchtprävention ist schon allein aufgrund einer gesicherten Finanzierung der Suchtprävention die Kooperation mit den politischen Entscheidungsträgem unabdingbar, so dass sich die Bewertung der "Vorbildlichkeit" einer kommunalen Suchtprävention jenseits ihrer Fachlichkeit und Vernetzung auch an der finanziellen Ausstattung durch die Kommune messen lässt, d.h. an der Zahl der eingerichteten Fachstellen der Suchtprävention. Der Stadtrat München wurde deshalb in den letzten 6 Jahren mit mehreren Beschlussvorlagen zur Prävention befasst, die in der Folge eine wesentliche personelle Verbesserung der Suchtprävention zur Folge hatte, so dass in München augenblicklich insgesamt 22 Stellen ausschließlich für die Suchtprävention geschaffen und damit auch das Projekt "inside@school" realisiert werden konnte.

4. ANHANG: Die "Bausteine" der Suchtprävention in München

Die einzelnen Projekte und Einrichtungen der Münchner Suchtprävention sind hier als Anhang in übersichtlicher Kurzform beigefügt. Die Bausteine "Multiplikatorenschulung Nimm 3x3", "Sucht beginnt im Kleinen" und "inside@school" sind durch den Wettbewerbsfragebogen gesondert erfasst worden und als drei Beispiele im Rahmen der Gesamtstrategie beigefügt worden.

Die Wettbewerbsteilnahme bezieht sich jedoch auf die Gesamtstrategie (siehe Vorwort)!

Folgende "Bausteine" der Suchtprävention sind beigefügt:

  • Baustein l: Multiplikatorenschulung "Nimm 3x3" städtisches Präventionszentrum
  • Baustein 2: Tätigkeitsprofil der Beauftragten für Suchtprävention, Schul-und Kultusreferat
  • der Landeshauptstadt München ;-._"&
  • Baustein 3: Projekt "Inside" des Verein Condrobs
  • Baustein 4: "Kinderkrippenprojekt Sucht beginnt im Kleinen" städt. Präventionszentrum (siehe Wettbewerbsfragebogen Nr. 2)
  • Baustein 5: Gesundheitszirkel Schule, Referat für Gesundheit und Umwelt Abt. Kinder- und Jugendgesundheit
  • Baustein 6: "easy-contact Frühinterventionsprojekt mit Casemanagement bei gefährdeten Jugendlichen (Condrobs)
  • Baustein 7: "con-action" Mädchenprojekt zur Suchtprävention
  • Baustein 8: inside@school (condrobs e.V.) Sekundärprävention an Schulen zur Frühintervention bei Gefährdungen (siehe Wettbewerbsfragebogen Nr. 3)
  • Baustein 9: Arbeit mit "Auflagen-Jugendlichen"(Condrobs und Caritas)
  • Baustein 10: Bundesprojekt "FRED" (Prop e.V.)
  • Baustein 11: Internetberatung zu Essstörungen ANAD e.V.
  • Baustein 12: Projekt Kooperationsvereinbarungen zum Suchthilfenetzwerk "Rund um die
  • Geburt" Früherfassung und -intervention bei Kindern Drogenabhängiger
  • Baustein 13: "Ambulantes Trainingsprogramm zum kontrollierten Trinken (AKT)"
  • Baustein 14: Polizeiprojekte

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

Welche Ziele werden mit dem Wettbewerbsbeitrag angestrebt?: 
  • den Einstieg in den Konsum von Suchtmitteln zu verhindern bzw. hinauszuzögern
  • einen suchtmittelfreien Lebensstil zu fördern
  • MultiplikatorInnen einer Institution zu befähigen, Primär- und Sekundärprävention in ihre tägliche Arbeit zu integrieren und auszuüben
Gibt es Minimalziele?: 

ja, Kompetenz im Umgang mit Primär- und Sekundärprävention fördern

Von wem ist die Initiative für Ihr Präventionsprojekt ausgegangen?: 
  • Rat
  • Verwaltung
Wenn sich Ihr Wettbewerbsbeitrag an Kinder und Jugendliche richtet, wurden dieses Zielgruppen in die Entwicklung des Angebots ei: 

nein

Welche Gründe waren für die Auswahl der Zielgruppe ausschlaggebend?: 

Möglichst alle, in jedem Lebensalter sollen mit der Lebenskompetenzförderung erreicht werden

Wie wird sichergestellt, dass die Zielgruppe sich beteiligt?: 

Verpflichtende Teilnahme der MitarbeiterInnen einer Institution über 9 Tage

An welchen Bedürfnissen der Zielgruppe wird angeknüpft?: 

Kompetenz gewinnen beim Umgang mit Suchtgefährdeten und Süchtigen und Hilfe bei der Bewältigung von Lebensproblemen.

Wenn der Wettbewerbsbeitrag sich an Multiplikatoren richtet, welche sind das?: 
  • Ärzte / Ärztinnen
  • Ausbilder / Ausbilderinnen (Schwerpunkt)
  • Eltern (Mütter/Väter)
  • Erzieher / Erzieherinnen
  • Fachöffentlichkeit
  • Gleichaltrige / Peers (Schwerpunkt)
  • Jugendarbeiter / Jugendarbeiterinnen
  • Kursleiter / Kursleiterinnen
  • Lehrer / Lehrerinnen (Schwerpunkt)
  • Sozialarbeiter / Sozialarbeiterinnen
  • Sozialpädagogen / Sozialpädagoginnen (Schwerpunkt)
  • Vorgesetzte
Zielt der Wettbewerbsbeitrag auf spezielle Substanzen? : 

nein

Auf welche Handlungsfelder der kommunalen Suchtprävention zielt der Wettbewerbsbeitrag?: 
  • Betriebe und Ausbildungsstätten (Schwerpunkt)
  • Gesundheitsförderung
  • Jugendarbeit und Jugendhilfe
  • Polizeiliche Arbeit
  • Schulen (Schwerpunkt)
Welche Ämter/Dienstellen der Stadtverwaltung kooperieren in Ihrem Wettbewerbsbeitrag?: 
  • Gesundheitsamt
  • Jugendamt
  • Polizei
  • Schulreferat
Welche Institutionen/Akteure ausserhalb der Verwaltung sind darüber hinaus in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrag: 
  • Ärzteschaft
  • Betriebe / Ausbildungsstätten
  • Institutionen bzw. Fachkräfte der Suchtprävention
  • Polizei
  • Schule
Welche überörtlichen Institutionen/Akteure sind in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrags eingebunden? : 
    Wie ist die Zusammenarbeit geregelt?: 
    • Arbeitsgemeinschaft
    In welchem Jahr wurde mit der Entwicklung Ihres Wettbewerbsbeitrags begonnen?: 

    1994

    Seit wann ist besteht sein Angebot in der Praxis?: 

    1994

    Dabei Handelt es sich nach der Konzeption um ein:: 

    Integration von Suchtprävention und Gesundheitsförderung in den institutionellen Alltag

    Die Finanzierung in den kommenden vier Jahren ist:: 

    gesichert

    Setzen Sie in Ihrem Beitrag Verfahren der Suchtprävention ein, die in Ihrer Kommune neu sind?: 

    nein

    Sprechen Sie mit Ihrem Beitrag in Ihrer Kommune neue Zielgruppen der Suchtprävention an?: 

    ja, Betriebe, Polizei

    Welche anderen Neuerungen der Suchtprävention in Ihrer Kommune enthält der Wettbewerbsbeitrag darüber hinaus? : 

    Eigenständige Suchtprävention durch die jeweiligen Institutionen.

    Gibt es eine schriftliche Konzeption der Suchtprävention in Ihrer Kommune?: 

    ja, 1994

    Sind eigene Bedarfserhebungen für die Bestimmung der Zielgruppe der Suchtpävention angefertigt worden?: 

    nein

    Welchem konzeptionellen Modell lässt sich der Wettbewerbsbeitrag nach seinem Schwerpunkt zuordnen?: 
    • Förderung von Alternativen zum Substanzmissbrauch
    • Informationsvermittlung
    • Konzept der Gesundheitsförderung
    • Konzept der Lebenskompetenzförderung
    • Konzept des sozialen Lernens
    Auf welche Ansatzpunkte beziehen sich die Präventionsmassnahmen?: 
    • Protektive Faktoren
    Welche Materialien und Medien kommen zum Einsatz?: 

    Diverse Arbeitsblätter

    Welche Fortbildungsangebote für die Multiplikatoren werden angeboten?: 

    3x3 Tage + 3 Tage Peers + 3 Tage Elterntraining 1,5 Jahre Supervision

    Gibt es eine Zeitplanung für den Wettbewerbsbeitrag?: 

    ja, bis zu 3 Jahre

    Wie gross ist die Anzahl der regelmäßig teilnehmenden Personen der Zielgruppe?: 

    12.5