München

Typ: 
kreisfreie Stadt
Einreichende Dienststelle: 
Präventionszentrum
Name des Ansprechpartners: 
F. Huber
Funktion des Ansprechpartners: 
Angestellter
Straße/Postfach: 
Implerstraße 9; 81371 München
Postleitzahl: 
80331
Bundesland: 
Bayern
Telefon des Ansprechpartners: 
089 23328162
Telefax des Ansprechpartners: 
089 23327023
E-Mail des Ansprechpartners: 
franz.huber@muenchen.de
Internetadresse der Kommune: 
http://www.muenchen.de

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Sucht beginnt im Kleinen - "Ein Modellprojekt zur Suchtprävention in Kinderkrippen"

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Gesundheitsförderung und Prävention im Bodenseeraum

Mit Sucht verbinden wir oft den Alkoholiker, der sich im Endstadium seiner Krankheit befindet oder wir denken an illegale Drogen, wie Haschisch und Heroin. Daher stellt sich die Frage - Warum Prävention schon bei kleinen Kindern? Forschungsergebnisse belegen, dass Suchtprävention ein lebenslanger Lernprozeß ist, der bereits in frühester Kindheit einsetzt. Prävention in diesem Alter ist suchtmittelunspezifisch, d.h. einzelne Suchtmittel spielen noch keine Rolle.

Prävention soll Suchtentwicklung verhindern und die Aufmerksamkeit auf die Wurzeln von Abhängigkeit und Suchtmittelgebrauch bzw. -missbrauch lenken. In der Suchtprävention sollten viele Personen in einem Netzwerk zusammenwirken: Familie, Kinderkrippe und -garten, Institutionen des Gesundheitsbereichs und Erziehungsberatung, Politik und Medien. So können schon im frühesten Kindesalter Schutzfaktoren gegen Sucht gezielt gefördert werden.

Projektverantwortliche/Trägerschaft

Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt «Sucht beginnt im Kleinen» von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Abteilung Kindertagesbetreuung und der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Sozialreferats/ Stadtjugendamt und des Präventionszentrums des Referats für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München initiiert. Es folgte die Bildung eines Projektteams, das ein Konzept für Schulungen von Multiplikatorinnen bzw. Multiplikatoren in Kinderkrippen zum Thema Suchtprävention entwickelte.

Projektort/Projektsetting

An dem Projekt nahmen sieben städtische Kinderkrippen teil. Weitere Beteiligte waren Erziehungsberatungsstellen in städtischer und freier Trägerschaft sowie das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP, München), welches mit der Projektevaluation beauftragt wurde.

Projektziele

Ziele dieses Projekts waren

  • die Sensibilisierung der Erzieherinnen und Eltern für ein erweitertes Suchtverständnis und die Entwicklung eines suchtkritischen Bewusstseins
  • Fachkräfte aus Kinderkrippen und Fachkräfte aus den Erziehungsberatungsstellen erwerben und vertiefen suchtpräventive Kompetenzen
  • Sie setzen als Multiplikatorinnen ihre Kompetenzen in der Arbeit mit den Krippenkindern und deren Eltern um
  • Präventive Inhalte werden in die Krippenpädagogik und den Alltag dauerhaft integriert
  • Eltern werden für präventive Inhalte sensibilisiert und in ihrer erzieherischen Kompetenz unterstützt
  • Die Anbieter der Multiplikatoren-/Multiplikatorinnenschulung erproben und optimieren ihr Schulungskonzept

Projektverlauf

Um diese Ziele zu erreichen, wurden Multiplikatorinnen in Kinderkrippen geschult. Jede Krippe hatte im Vorfeld jeweils eine oder zwei Erzieherinnen als Projektteilnehmerinnen benannt, die für die einzelnen Veranstaltungen freigestellt wurden.

Für die Schulung der Multiplikatorinnen wurden 4 Workshops von Fachkräften des Präventionszentrum konzipiert. Die Multiplikatorinnen der Kinderkrippen wurden in einem Abstand von ein bis zwei Monaten geschult.

Schwerpunkte der Workshops waren

  • Sucht und Konsum
  • Elternarbeit
  • Ernährung
  • Spielen

Zusätzlich zu den Multiplikatorenschulungen wurden Teamfortbildungen und Elternveranstaltungen angeboten. In den Teamfortbildungen wurde jedes Gesamtteam der beteiligten Krippen in zwei mehrstündigen Veranstaltungen von den Fachkräften des Präventionszentrum über die zentralen Projekt- und Schulungsinhalte informiert. In diesen Veranstaltungen wurden suchtpräventive Aspekte der Arbeit in der Kinderkrippe und ihre praktische Umsetzung aufgezeigt. Die suchtpräventiven Elternveranstaltungen wurden von den Multiplikatorinnen (Fachkräfte der Kinderkrippe und Psychologen der Erziehungsberatungsstellen) nach dem zweiten Arbeitskreis durchgeführt. Die mehrstündigen Veranstaltungen fanden mit einer überschaubaren Teilnehmeranzahl (max. 10 Teilnehmer/ Teilnehmerinnen) statt.

Erfahrungen, Empfehlungen, Auswertungen

Wichtige Ergebnisse waren:

  • Die Ziele des Projekts, Eltern wie auch Erzieherinnen für ein erweitertes Suchtverständnis zu sensibilisieren, sie in einem suchtkritischen Bewusstsein zu unterstützen und dabei auch zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem eigenen Erziehungsverhalten zu bewegen, konnten weitgehend umgesetzt werden. Mitarbeiterinnen und Eltern fühlten sich
    • besser informiert
    • stärker motiviert, sich dem Thema zuzuwenden
    • sicherer in der Umsetzung der erfahrenen Inhalte.
  • Der Nachweis der Effektivität des mehrstufigen Multiplikatorinnenmodells: In der Einzelbewertung wie auch insgesamt wurden von Eltern wie auch von Multiplikatorinnen und Mitarbeiterinnen gute Noten vergeben. Die Zahl der kritischen bis unzufriedenen Einschätzungen lag bei beiden Gruppen unter 10%.
  • Mit diesem Projekt gelang es auch in Zeiten knapper Ressourcen innovative Wege zu gehen. Durch die Zusammenarbeit von Dienststellen verschiedener Referate (Referat für Gesundheit und Umwelt und Sozialreferat) und das hohe Engagement der Mitarbeiterinnen war es möglich, ein über die Grenzen Münchens hinaus bemerkenswertes Projekt auf den Weg zu bringen.
  • Seit Beendigung des Projekts hat sich Suchtprävention als ein Baustein der pädagogischen Rahmenkonzeption in den städtischen Kinderkrippen etabliert. Die Ergebnisse des Projekts trugen zu einer Motivation der Erzieherinnen bei, diese lohnende Aufgabe der Suchtprävention in weiteren Kinderkrippen aufzugreifen und fortzusetzen.

Korrespondenzadresse

Referat für Gesundheit und Umwelt Sozialreferat/Stadtjugendamt Präventionszentrum München, Abteilung Kindertagesbetreuung/ Implerstr. 9, Bereich Kinderkrippen D-81371 München, St.-Martins-Strasse 34a Tel.: +49 (0)89 233 27022, D-81541 München Fax: +49 (0)89 233 27023, Tel.: +49 (0)89 233 20101 Fax:+49 (0)89 233 20191

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

Welche Ziele werden mit dem Wettbewerbsbeitrag angestrebt?: 
  • den Einstieg in den Konsum von Suchtmitteln zu verhindern bzw. hinauszuzögern
  • Fortbildungen in Prävention für Kindertagesstätten
Gibt es Minimalziele?: 

ja, Entwicklung eines suchtkritischen Bewußtseins

Von wem ist die Initiative für Ihr Präventionsprojekt ausgegangen?: 
  • Verwaltung
Wenn sich Ihr Wettbewerbsbeitrag an Kinder und Jugendliche richtet, wurden dieses Zielgruppen in die Entwicklung des Angebots ei: 

nein

Welche Gründe waren für die Auswahl der Zielgruppe ausschlaggebend?: 

- Prävention soll möglichst frühzeitig und langfristig beginnen, deshalb Kindertagesstätten als Zielgruppe

Wie wird sichergestellt, dass die Zielgruppe sich beteiligt?: 

öffentliche Angebote /Fortbildungsprogramme

An welchen Bedürfnissen der Zielgruppe wird angeknüpft?: 

- Lebensweltorientierung - Bedürfnis nach Qualifizierung und Information

Wenn der Wettbewerbsbeitrag sich an Multiplikatoren richtet, welche sind das?: 
  • Eltern (Mütter/Väter) (Schwerpunkt)
  • Erzieher / Erzieherinnen (Schwerpunkt)
Zielt der Wettbewerbsbeitrag auf spezielle Substanzen? : 

nein

Auf welche Handlungsfelder der kommunalen Suchtprävention zielt der Wettbewerbsbeitrag?: 
  • Kindergärten und Kindertagesstätten (Schwerpunkt)
Welche Ämter/Dienstellen der Stadtverwaltung kooperieren in Ihrem Wettbewerbsbeitrag?: 
  • Fachabteilung Kindertagesbetreuung (federführend)
  • Präventionszentrum (federführend)
Welche Institutionen/Akteure ausserhalb der Verwaltung sind darüber hinaus in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrag: 
  • Institutionen bzw. Fachkräfte der Suchtprävention
  • Kirchliche Einrichtungen
Welche überörtlichen Institutionen/Akteure sind in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrags eingebunden? : 
    Wie ist die Zusammenarbeit geregelt?: 
    • Projektgruppe
    In welchem Jahr wurde mit der Entwicklung Ihres Wettbewerbsbeitrags begonnen?: 

    1996

    Seit wann ist besteht sein Angebot in der Praxis?: 

    1997

    Dabei Handelt es sich nach der Konzeption um ein:: 

    nach Abschluß des Modellprojektes als festes Angebot in die Rahmen- und Fortbildungskonzeption der Abt. Kindertagesbetreuung übernommen

    Die Finanzierung in den kommenden vier Jahren ist:: 

    gesichert

    Setzen Sie in Ihrem Beitrag Verfahren der Suchtprävention ein, die in Ihrer Kommune neu sind?: 

    ja, - langfristige Primärprävention in kommunalen Kindertagesstätten

    Sprechen Sie mit Ihrem Beitrag in Ihrer Kommune neue Zielgruppen der Suchtprävention an?: 

    ja, - Eltern von Kleinkindern - Fachkräfte in Kindertagesstätten

    Welche anderen Neuerungen der Suchtprävention in Ihrer Kommune enthält der Wettbewerbsbeitrag darüber hinaus? : 

    - Kooperationprojekt Referat für Gesundheit & Umwerl /Sozialreferat

    Gibt es eine schriftliche Konzeption der Suchtprävention in Ihrer Kommune?: 

    ja,

    Sind eigene Bedarfserhebungen für die Bestimmung der Zielgruppe der Suchtpävention angefertigt worden?: 

    nein

    Welchem konzeptionellen Modell lässt sich der Wettbewerbsbeitrag nach seinem Schwerpunkt zuordnen?: 
    • Förderung von Alternativen zum Substanzmissbrauch
    • Konzept der Gesundheitsförderung
    • Konzept der Lebenskompetenzförderung
    Auf welche Ansatzpunkte beziehen sich die Präventionsmassnahmen?: 
    • Gemeinde, niedrigschwellige und kontinuierliche Angebote im primärpräventiven Bereich
    • Protektive Faktoren, Förderung von Lebenskompetenzen im Kleinkindalter;
    Welche Materialien und Medien kommen zum Einsatz?: 

    - Materialien /Aufsätze - Plakate - Internet - Homepage - Evaluation

    Welche Fortbildungsangebote für die Multiplikatoren werden angeboten?: 

    s. Anlage "Materialien" - regelmäßige Fortbildungskurse

    Gibt es eine Zeitplanung für den Wettbewerbsbeitrag?: 

    nein