Mülheim an der Ruhr

Typ: 
kreisfreie Stadt
Einreichende Dienststelle: 
Gesundheitsamt
Name des Ansprechpartners: 
Dr. Dagmar Starke
Funktion des Ansprechpartners: 
Abteilungsleiterin Gesundheitsförderung
Straße/Postfach: 
Stadt Mülheim an der Ruhr, Heinrich.Melzer-Straße 3, 45468 Mülheim an der Ruhr
Postleitzahl: 
45468
Bundesland: 
Nordrhein-Westfalen
Telefon des Ansprechpartners: 
0208 4555361
Telefax des Ansprechpartners: 
0208 455585361
E-Mail des Ansprechpartners: 
dagmar.starke@stadt-mh.de
Internetadresse der Kommune: 
http://www.stadt-mh.de

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

"Check it" - ein Kooperationsprojekt zur schulischen Suchtvorbeugung

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

"Sucht hat immer eine Geschichte"

Sucht entsteht nicht "auf einmal" oder "von heute auf morgen". Suchtentstehung ist ein langer Prozess, bei dem individuelle, gesellschaftliche und suchtmittelspezifische Faktoren zusammenwirken.

Suchtvorbeugung ist ein ebenso langfristiger Prozess, der versucht, an diesen vielen unterschiedlichen Faktoren anzusetzen.

Nach dem aktuellen Wissensstand der Präventionsforschung (z.B. Expertise zur Primärprävention des Substanzmissbrauchs, Hrsg. Bundesministerium für Gesundheit) ist Suchtvorbeugung u.a. wirksam, wenn:

  • eine langfristige Ausrichtung,
  • eine zielgruppenspezifische Arbeit,
  • eine Förderung von Lebenskompetenzen,
  • eine Verknüpfung von Lebenswelten
  • eine Vernetzung und Koordination von suchtvorbeugenden Angeboten

gewährleistet wird.

"Check it!" orientiert sich an diesen Forschungsergebnissen, verbindet sie miteinander und hat einen gemeinsamen \Qualitätsstandard für Mülheimer Präventionsanbieter und Nutzer geschaffen. Die Mülheimer Präventionsanbieter, in der regionaler Arbeitsgemeinschaft Suchtvorbeugung zusammengefasst, haben unter Leitung des Gesundheitsamtes, ein gemeinsames präventives Dienstleistungsprodukt entwickelt und als Basisangebot für Schulen etabliert.

In der Schule sind kurzfristige Aktionen oder ausschließliche Wissensvermittlung günstigstenfalls nicht effektiv, zumeist haben sie sich sogar als schädlich erwiesen. Durch das Vermitteln eines bewussten Umgangs mit den eigenen Bedürfnissen, Möglichkeiten und Kompetenzen dagegen kann eine Suchtentstehung auf der Ebene des Individuums verhindert werden.

Aus diesen Gründen wird das Konzept "Check it!" als dienstleistungsorientierte Veranstaltungsreihe den Jahrgängen 8 bis 11 aller Mülheimer Schulen angeboten.

"Check it!" regt die Auseinandersetzung mit dem Thema Sucht auf der kognitiven, wie auf der emotionalen Ebene an. Es erreicht Schüler/innen.

Die Notwendigkeit einer frühzeitigen und kontinuierlichen Intervention bestärkt die wichtige Rolle der Schule als Ort suchtvorbeugender Maßnahmen: Suchtvorbeugung in der Schule zeigt positive Effekte.

Das Kooperationskonzept "Check it!" hat sowohl für Schüler/innen und Schulen, als auch für die in der Suchtprävention tätigen Einrichtungen (Präventionsanbieter) grundlegende Möglichkeiten und Bedeutung und ist ein fundierter Einstieg in die schulische Suchtvorbeugung.

Das Konzept

  • ist ein kontinuierlicher Beitrag zur Vernetzung Mülheimer Präventionsaktivitäten
  • senkt institutionelle Hemmschwellen
  • ist für alle Schulformen sinnvoll
  • ist flexibel auf die jeweiligen schulischen Bedingungen abzustimmen
  • orientiert sich am Erfahrungshorizont der Jugendlichen
  • bietet Möglichkeiten zur Reflexion eigenen Verhaltens
  • fördert die Entwicklung protektive Fähigkeiten
  • ist sowohl informativ als auch emotional anregend
  • kann und soll durch Unterrichtseinheiten unterstützt und ergänzt werden
  • wird stetig in der Qualität überprüft und weiterentwickelt

Zur Umsetzung dieses vielseitigen und umfassenden Konzeptes ist es erforderlich und sinnvoll mit verschiedenen schulischen und außerschulischen Kooperationspartnern zusammen zu arbeiten.

Neben den jeweiligen Schulklassen beteiligen sich in Mülheim a.d. Ruhr:

  • Klassenlehrer/innen
  • Fachlehrer/innen
  • Mediatoren/ältere Schüler/innen (falls vorhanden)
  • Beratungslehrer/innen für Suchtvorbeugung
  • Koordinationslehrer/innen für Suchtvorbeugung
  • Polizei
  • Selbsthilfegruppen (Kreuzbund, Guttempler)
  • Therapieeinrichtungen (Theodor-Fliedner-Krankenhaus, Meisenburg, Fähre)
  • Drogenhilfe der AWO (Cafe Light)
  • GINKO - Fachstelle für Suchtvorbeugung
  • Gesundheitsamt, Jugendamt und Schulamt der Stadt Mülheim

Die Organisation und die Koordination wird weitestgehend von den Mitarbeiter/innen der Fachstelle für Suchtvorbeugung im GINKO übernommen. Eine fachliche Begleitung für die beteiligten schulischen und außerschulischen Kooperationspartner/innen wird gewährleistet.

Inhalte und Bestandteile der Veranstaltungsreihe:

  • Rauchen, saufen, kitten, drücken...wo liegt das Problem? Eine anonyme Bestandsaufnahme des Konsumverhaltens der Schüler - Klassenlehrer/in
  • Genuss, Lust, Image oder Dröhnung... was soll's? Funktion und persönliche Bedeutung der Suchtmittel - Beratungslehrer/in
  • Klarkommen... wie geht das?
  • Aufarbeitung von problematischen Alltagssituationen - Jugendberatungsstelle, Fachstelle
  • Rauchen, saufen, kiffen, drücken... wo sind die Grenzen? Über den Sinn von Normen und Werten - Polizei
  • Was sind die Folgen... Check it! Auswirkungen auf Freunden, Familie, Arbeit und Freizeit - Selbsthilfegruppe
  • Ausstiegshilfen? - Therapieeinrichtung
  • Elternabend - Sucht und Suchtvorbeugung - Beratungslehrer/in, Fachstelle
  • Auswertung - Gesundheitsamt, GINKO

Dieses Konzept ist in sich rund und geschlossen. Es bietet interessierten und engagierten Schulen einen Rahmen für vielfältige Ergänzungsmöglichkeiten, z.B. im Fachunterricht, Projektarbeit, Wettbewerbe etc.

Die einzelnen Bestandteile werden über einen Zeitrahmen von einem Schulhalbjahr durchgeführt.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

Welche Ziele werden mit dem Wettbewerbsbeitrag angestrebt?: 
  • den Einstieg in den Konsum von Suchtmitteln zu verhindern bzw. hinauszuzögern
  • den frühzeitigen Ausstieg aus riskanten Konsummustern zu fördern
  • einen suchtmittelfreien Lebensstil zu fördern
  • Förderung der Lebenskompetenz und der protektiven Faktoren
  • Vernetzung der Lebenswelten
  • Vernetzung präventiver Aktivitäten
  • Zielgruppenspezifische Maßnahmen
Gibt es Minimalziele?: 

nein

Von wem ist die Initiative für Ihr Präventionsprojekt ausgegangen?: 
  • Ginko - Verein f. psychosoziale Betreuung
  • Regionale AG Suchtvorbeugung
Wenn sich Ihr Wettbewerbsbeitrag an Kinder und Jugendliche richtet, wurden dieses Zielgruppen in die Entwicklung des Angebots ei: 

ja, folgendermassen: Abschlussbericht zur Bedarfsermittlung der Kinder und Jugendlichen, Projektbegleitende Evaluation, regelmäßige Befragung von Jugendlichen im Rahmen von Präventionsveranstaltungen

Welche Gründe waren für die Auswahl der Zielgruppe ausschlaggebend?: 

Zielgruppe Z2: Einstieg in den Suchtmitelkonsum bei Jugendlichen Zielgruppe Z5: Vernetzung der Lebenswelten Zielgruppe Z6: Bedürfnisse der Schulen, Notwendigkeit der Vernetzung

Wie wird sichergestellt, dass die Zielgruppe sich beteiligt?: 

Implementation in den schulischen Alltag

An welchen Bedürfnissen der Zielgruppe wird angeknüpft?: 

Z2: Interesse an der Thematik, Bedürfnis Suchtprobleme im Umfeld anzusprechen Z6: Dienstleistungsangebot, Unterstützung durch ExpertInnen, Effizienz, Qualität und Öffentlichkeitsarbeit

Wenn der Wettbewerbsbeitrag sich an Multiplikatoren richtet, welche sind das?: 
  • Eltern (Mütter/Väter)
  • Fachöffentlichkeit
  • Gleichaltrige / Peers
  • Lehrer / Lehrerinnen (Schwerpunkt)
  • Mitglieder der AG Suchtvorbeugung (Schwerpunkt)
Zielt der Wettbewerbsbeitrag auf spezielle Substanzen? : 

nein

Auf welche Handlungsfelder der kommunalen Suchtprävention zielt der Wettbewerbsbeitrag?: 
  • Gesundheitsförderung
  • Polizeiliche Arbeit
  • Schulen (Schwerpunkt)
  • Vernetzung suchtpräventiver Angebote
Welche Ämter/Dienstellen der Stadtverwaltung kooperieren in Ihrem Wettbewerbsbeitrag?: 
  • Gesundheitsamt (federführend)
  • Jugendamt
  • Schulamt
Welche Institutionen/Akteure ausserhalb der Verwaltung sind darüber hinaus in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrag: 
  • Freie Träger
  • Institutionen bzw. Fachkräfte der Suchtprävention
  • Polizei
  • Schule
Welche überörtlichen Institutionen/Akteure sind in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrags eingebunden? : 
    Wie ist die Zusammenarbeit geregelt?: 
    • Arbeitsgemeinschaft
    • Koordination durch GINKO
    In welchem Jahr wurde mit der Entwicklung Ihres Wettbewerbsbeitrags begonnen?: 

    1998

    Seit wann ist besteht sein Angebot in der Praxis?: 

    1998

    Die Finanzierung in den kommenden vier Jahren ist:: 

    wahrscheinlich gesichert

    Setzen Sie in Ihrem Beitrag Verfahren der Suchtprävention ein, die in Ihrer Kommune neu sind?: 

    ja, Orientiert sich weitgehend an der expertise der Primärprävention des Substanzmissbrauchs des BMG, trägerübergreifende Kooperation, dienstleistungsorientiertes Angebot, regelmäßige Qualitätsüberprüfung

    Sprechen Sie mit Ihrem Beitrag in Ihrer Kommune neue Zielgruppen der Suchtprävention an?: 

    nein

    Welche anderen Neuerungen der Suchtprävention in Ihrer Kommune enthält der Wettbewerbsbeitrag darüber hinaus? : 

    s. Anlage

    Gibt es eine schriftliche Konzeption der Suchtprävention in Ihrer Kommune?: 

    nein

    Sind eigene Bedarfserhebungen für die Bestimmung der Zielgruppe der Suchtpävention angefertigt worden?: 

    ja, s. Dokumentation

    Welchem konzeptionellen Modell lässt sich der Wettbewerbsbeitrag nach seinem Schwerpunkt zuordnen?: 
    • Förderung von Alternativen zum Substanzmissbrauch
    • Informationsvermittlung
    • Konzept der Gesundheitsförderung
    • Konzept der Lebenskompetenzförderung
    Auf welche Ansatzpunkte beziehen sich die Präventionsmassnahmen?: 
    • Gemeinde, Abbau von Zugangsschwellen, Stärkung sozialer Netzwerke, Sensibilisierung der Bürger
    • Protektive Faktoren, Konflikt-, Kooperations-, Kontaktfähigkeit, persönl. Ressourcen, Selbstwertgefühl
    • Risikofaktoren, Gefährdungssituationen, Überforderung, Verfügbarkeit von Drogen
    Welche Materialien und Medien kommen zum Einsatz?: 

    Div. Kreativmaterialien zur Reflexion eigenen Konsumverhaltens, Interaktionsübungen

    Welche Fortbildungsangebote für die Multiplikatoren werden angeboten?: 

    Lehrerfortbildungen nach Bedarf

    Gibt es eine Zeitplanung für den Wettbewerbsbeitrag?: 

    nein

    Wie gross ist die Anzahl der regelmäßig teilnehmenden Personen der Zielgruppe?: 

    500