Köln

Typ: 
kreisfreie Stadt
Einreichende Dienststelle: 
Amt für Kinder, Jugend und Familie
Name des Ansprechpartners: 
Monika Baars
Funktion des Ansprechpartners: 
Koordinatorin für Suchtprävention
Straße/Postfach: 
Johannisstraße 66-80; 50668 Köln
Postleitzahl: 
50667
Bundesland: 
Nordrhein-Westfalen
Telefon des Ansprechpartners: 
0221 22125453
Telefax des Ansprechpartners: 
0221 22125446
E-Mail des Ansprechpartners: 
Monika.Baars@stadt-Koeln.de
E-Mail der Kommune: 
Internetadresse der Kommune: 
http://www.stadt-koeln.de

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Der Runde Tisch - ein integratives Konzept gegen den Alkoholmissbrauch bei Jugedlichen

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Der Runde Tisch - ein integriertes Konzept gegen den Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen

Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen an den Karnevalstagen

In den letzten Jahren haben Jugendliche und junge Menschen gerade die Karnevalstage als scheinbar rechts- und regelungsfreien Raum aufgefasst und in erheblichem Maße Alkohol konsumiert.

Die Stadt Köln und hier insbesondere das Amt für Kinder, Jugend und Familie entwickelte 1999/2000 auf diese besondere Problematik bezogen gemeinsam mit zahlreichen Ämtern, Institutionen und Einzelpersonen 1999 ein integratives Konzept. Es besteht aus drei wesentlichen Elementen:

1. "Keine Kurzen für Kurze"

In enger Zusammenarbeit mit dem Festkomitee des Kölner Karnevals entstand die Plakataktion "Keine Kurzen für Kurze", die sich hauptsächlich an den Einzelhandel und die Gaststätten aber auch an die allgemeine Öffentlichkeit, ausdrücklich nicht an Jugendliche selbst, richtet. Mit Plakaten, Informationsbroschüren, Bierdeckeln und Ansteckern wurden Lebensmittelgeschäfte, Kioske und Wirtshäuser beliefert. In der Innenstadt erfolgte die Verteilung in Gaststätten und Kiosken durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Ordnungsbehörde und Polizei. Darüber hinaus wurde die Öffentlichkeit durch den Aushang in Schaukästen, den Kölner Verkehrsbetrieben und in den städtischen Dienststellen für die Thematik Alkoholmissbrauch von Jugendlichen sensibilisiert.

Die Aktion finanzierten weitgehend Sponsoren. Es ist beabsichtigt, diese Plakataktion fortlaufend aufzulegen.

2. "Jeckdance" - Weiberfastnachtfete am Neumarkt für Jugendliche und junge Menschen

Köln als Karnevalshochburg feiert vom 11.11. bis Aschermittwoch den Karneval wie keine andere Stadt. Ab Weiberfastnacht herrscht "Ausnahmezustand". Dann feiert Köln auf den Straßen, Plätzen und in Kneipen. Höhepunkte des Straßenkarnevals sind die Umzüge in den "Veedeln" und der Rosenmontagszug.

Speziell für junge Leute fand an Weiberfastnacht 2001 zum zweiten Mal ein "Special", "Jeck dance" auf dem Kölner Neumarkt, einem der zentralen Plätze Kölns statt. 10.000 - 15.000 Jugendliche und jungen Menschen feierten ihren Karneval - Polizei und Rettungsdienste verzeichneten einen Rückgang von Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen um 50%. Die Veranstaltergemeinschaft Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln, Der Paritätische, das Festkomitee des Kölner Karnevals und das Schulamt für die Stadt Köln bereiteten diese open air disco vor. Akteure waren Jugendliche aus dem semiprofessionellen Bereich und bekannte Kölner Gruppen.

Aktionsbereiche wie der "Kletterturm Nervenkitzel" und "Verwandlungskunst durch Maskenbildner" boten altersgemäße Erprobungsräume. Nicht der Konsum von Alkohol stand im Vordergrund sondern das Feiern.

Zahlreiche Ämter, Institutionen und Einzelpersonen beteiligten sich weit im Vorfeld am "Runden Tisch" an der Vorbereitung.

Die Veranstaltung wurde durch die Stadt Köln sowie zahlreiche Sponsoren unterstützt.

3. Breit angelegte Informationsarbeit im Vorfeld

"Keine Kurzen für Kurze"

Der Einzelhandel hatte auf der Grundlage des Informationsblattes "Keine Kurzen für Kurze" ein Rundschreiben an die Fachgemeinschaften: Lebensmittel, Tankstellen und Tabakwaren verfasst, in dem auf den Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen hingewiesen wurde, mit der Aufforderung, die Bestimmungen des Gesetzes zum Schutze der Jugend in der Öffentlichkeit einzuhalten.

Die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden im "Journal für die Beschäftigten der Stadt Köln" über die Kampagne informiert und um ihre Unterstützung insbesondere im Rahmen der Vereinsarbeit gebeten.

"Fette Nümaat Fete - jeck dance"

Die Bezirksregierung Köln forderte die öffentlichen Schulen Sek I und II auf, stundenplanmäßigen Unterricht oder ein Veranstaltung zur Brauchtumspflege bis in die Mittagsstunden andauern zu lassen. Über 70 Veranstaltungen fanden dezentral in den Kölner Jugendeinrichtungen statt.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

Welche Ziele werden mit dem Wettbewerbsbeitrag angestrebt?: 
  • den Einstieg in den Konsum von Suchtmitteln zu verhindern bzw. hinauszuzögern
  • den frühzeitigen Ausstieg aus riskanten Konsummustern zu fördern
Gibt es Minimalziele?: 

ja, -Alternativangebot für Jugendliche an den Karnevalstagen -Sensibilisieren der (Fach-)Öffentlichkeit -Sanktionierung bzgl. alkoholabgebender Stellen bei Verletzung des Jugendschutzgesetzes

Von wem ist die Initiative für Ihr Präventionsprojekt ausgegangen?: 
  • DPWV
  • Festkomitee des Kölner Karnevals
  • Verwaltung
Wenn sich Ihr Wettbewerbsbeitrag an Kinder und Jugendliche richtet, wurden dieses Zielgruppen in die Entwicklung des Angebots ei: 

ja, folgendermassen: Kinder und Jugendliche aus versch. Kölner Schulen und Jugendeinrichtungen leisten Beiträge zu "Jeck dance" (Karnevalsfete auf einem prominenten Platz in Köln)

Welche Gründe waren für die Auswahl der Zielgruppe ausschlaggebend?: 

Verstärkter Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen an Karnevalstagen

Wie wird sichergestellt, dass die Zielgruppe sich beteiligt?: 

Kinder- und Jugendbeteiligung an "Jeck dance" durch entsprechende Werbung im Vorfeld. Beteiligung des Einzelhandels und Gaststättenverbandes am Runde Tisch (gastweise)

An welchen Bedürfnissen der Zielgruppe wird angeknüpft?: 

Ki/Ju: auf eigenem Platz Karneval feiern Einzelhandel und Gaststätenbetreiber: Sanktionen bei Verstoß gegen Jugendschutzgesetz

Wenn der Wettbewerbsbeitrag sich an Multiplikatoren richtet, welche sind das?: 
  • allgemeine Öffentlichkeit (Schwerpunkt)
  • Eltern (Mütter/Väter)
  • Gewerbetreibende (Schwerpunkt)
  • Lehrer / Lehrerinnen
Zielt der Wettbewerbsbeitrag auf spezielle Substanzen? : 

ja, auf

Auf welche Handlungsfelder der kommunalen Suchtprävention zielt der Wettbewerbsbeitrag?: 
  • Betriebe und Ausbildungsstätten
  • Jugendarbeit und Jugendhilfe
  • Musikszenen und Jugendkultur
  • Ordnungsbehörde (Schwerpunkt)
  • Polizeiliche Arbeit
  • Schulen
Welche Ämter/Dienstellen der Stadtverwaltung kooperieren in Ihrem Wettbewerbsbeitrag?: 
  • Gesundheitsamt
  • Jugendamt (federführend)
  • Ordnungsamt
Welche Institutionen/Akteure ausserhalb der Verwaltung sind darüber hinaus in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrag: 
  • Freie Träger
  • Polizei
  • Schule
  • Sonstige
  • Unternehmen der Wirtschaft
Welche überörtlichen Institutionen/Akteure sind in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrags eingebunden? : 
    Wie ist die Zusammenarbeit geregelt?: 
    • Arbeitsgemeinschaft
    • Projektgruppe
    In welchem Jahr wurde mit der Entwicklung Ihres Wettbewerbsbeitrags begonnen?: 

    1999

    Seit wann ist besteht sein Angebot in der Praxis?: 

    1999

    Die Finanzierung in den kommenden vier Jahren ist:: 

    offen

    Setzen Sie in Ihrem Beitrag Verfahren der Suchtprävention ein, die in Ihrer Kommune neu sind?: 

    nein

    Sprechen Sie mit Ihrem Beitrag in Ihrer Kommune neue Zielgruppen der Suchtprävention an?: 

    nein

    Gibt es eine schriftliche Konzeption der Suchtprävention in Ihrer Kommune?: 

    ja, 1993

    Sind eigene Bedarfserhebungen für die Bestimmung der Zielgruppe der Suchtpävention angefertigt worden?: 

    ja, Zunahme des Alkoholmissbrauchs Jugendlicher an Karneval

    Welchem konzeptionellen Modell lässt sich der Wettbewerbsbeitrag nach seinem Schwerpunkt zuordnen?: 
    • Förderung von Alternativen zum Substanzmissbrauch
    • Informationsvermittlung
    Auf welche Ansatzpunkte beziehen sich die Präventionsmassnahmen?: 
    • Andere, Sensibilisieren der Öffentlichkeit; ggf. Sanktionierung der Gaststätten/Einzelhandel
    • Protektive Faktoren
    • Risikofaktoren
    Welche Materialien und Medien kommen zum Einsatz?: 

    Plakate, Info-Faltbaltt, Bierdeckel, Anstecker,Programm für Jugendliche an Karnevalstagen

    Welche Fortbildungsangebote für die Multiplikatoren werden angeboten?: 

    s. auch Fortbildungsprogramm für Schule/Jugendhilfe

    Gibt es eine Zeitplanung für den Wettbewerbsbeitrag?: 

    nein

    Wie gross ist die Anzahl der regelmäßig teilnehmenden Personen der Zielgruppe?: 

    20