Kelheim

Typ: 
Landkreis
Einreichende Dienststelle: 
Gesundheitsabteilung - Sozialdienst
Name des Ansprechpartners: 
Ralf Schledorn, Dipl.-Sozialpädagoge (FH)
Funktion des Ansprechpartners: 
Mitarbeiter an der Koordinierungsstelle für Suchtprävention
Straße/Postfach: 
Hernauer Straße 48a
Bundesland: 
Bayern
Telefon des Ansprechpartners: 
09441207345
Telefax des Ansprechpartners: 
09441207338
E-Mail des Ansprechpartners: 
ralf.schledorn@landkreis-kelheim.de
Internetadresse der Kommune: 
http://www.landkreis-kelheim.de

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Gemeinsam gegen Sucht....Schüler schalten sich ein

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Das o.g. Projekt wird an den beiden staatlichen Realschulen des Landkreises - Johann-Turmair-Realschule in Abensberg und Johann-Simon-Mayr-Schule in Riedenburg - durchgeführt.

Globalziel ist die Etablierung einer Arbeits- bzw. Projektgruppe, bestehend aus Schülern, die Motor für suchtpräventive Aktivitäten in der Schule sein soll und Sucht zum Thema macht.

Unterstützt werden die Schüler durch Herrn Ralf Schledorn als externe Fachkraft und Lehrkräfte der jeweiligen Schule.

Grundlagen des Projektes

Die Schüler befinden sich in der Pubertät. Dieser Lebensabschnitt beinhaltet eine Menge von Entwicklungsaufgaben und Herausforderungen, eine zunehmende Eroberung von Freiräumen aber auch damit verbundenen Verunsicherungen, Ängsten und Sorgen. Jugendliche beginnen mit eigenen Lebensstilen zu experimentieren, legale Suchtmittel wie Alkohol und Nikotin werden konsumiert, illegale Suchtmittel wie Cannabis halten Einzug in die Erlebniswelt Heranwachsender.

Insbesondere in diesem Zusammenhang setzt dieses Konzept bei der Stärkung von Lebenskompetenzen an.

In dieser Lebensphase lösen sich Jugendliche zunehmend von Erwachsenen als prägendes Bezugssystem, während die peer-group an Bedeutung gewinnt. Oftmals haben Jugendliche untereinander mehr Einfluß bezüglich Verhalten und Anschauungen als Erwachsene. Ältere Schüler gelten jüngeren gegenüber nicht selten als Vorbild. Daher wird versucht, Schüler als Multiplikatoren in der Suchtprävention zu gewinnen.

Die Teilnehmer des Projektes sollten also in der Schule und der Klasse eine gewisse Rolle als peer-leader haben.

Durchführung des Projektes

Zu Beginn der neunten Klasse starten die teilnehmenden Schüler als Projektgruppe mit einem 3 1/2 tägigem Seminar, welches sich an ein Konzept von Eva Proisl und Ulrich Waibl orientiert. Im Seminar wird mit Methoden des Rollenspiels, der Kleingruppen- und Einzelarbeit, der Informationsvermittlung und der Moderation gearbeitet, dabei werden folgende Ziele verfolgt:

  • Die Teilnehmer sollen zu einer arbeitsfähigen Gruppe zusammenwachsen.
  • Die Teilnehmer lernen Ursachen von Suchtmittelkonsum und Suchtentwicklung kennen.
  • Die Teilnehmer können sich eine eigene Meinung zum Suchtmittelmissbrauch bilden und können diese Gleichaltrigen gegenüber vertreten.
  • Die Teilnehmer lernen vor Gruppen zu reden.
  • Die Teilnehmer lernen eigene Bedürfnisse und angemessene Formen der Bedürfnisbefriedigung kennen.
  • Die Teilnehmer lernen aktive Formen der Freizeitgestaltung kennen.

Nach dem Seminar wirken die Gruppen schließlich an der Schule als Multiplikatoren. Mit Unterstützung durch die jeweiligen Lehrkräfte und der externen Fachkraft bereiten die Schüler dann an Nachmittagen und z. T. in den Unterrichtsstunden ihre Aktionen vor. Dabei haben die Erwachsenen die Aufgabe, die Schüler bei der Umsetzung ihrer eigenen Ideen zu unterstützen.

Bisher wurden folgende Aktionen von den Schülern durchgeführt:

  • Erstellung einer eigenen Homepage
  • Mitwirkung am Tag der offenen Tür - Vortrag vor Eltern, Präsentation des Projektes, alkoholfreie Cocktails
  • Gestaltung eines Teils der pädagogischen Konferenz für Lehrkräfte an der Schule zum Thema Sucht
  • Thematische Gestaltung eines Schaukastens zum Thema Sucht
  • Ein Quiz von Schülern für Schüler zum Thema Sucht
  • Workshops für die 7. Klassen
  • Vortrag bei einem Elternabend
  • Gestaltung einer Ausstellung
  • Vortrag bei einer Fortbildungsveranstaltung zum Thema Sucht für Lehrer und andere pädagogische Fachkräfte des Landkreises

Rahmenbedingungen

1. Teilnehmer

a) Schüler:

Die Projektgruppe (ca. 16 Schüler) bleibt für 2 Schuljahre zusammen. Zu Beginn der neunten Jahrgangsstufe werden vom Klassenleiter 2 bis 3 geeignete Schüler angesprochen, ob sie am Projekt teilnehmen möchten. Die Klasse wird um ein Votum gebeten, die Teilnahme am Projekt ist selbstverständlich freiwillig. Mit Abschluß der 10. Klasse und dem Verlassen der Schule wird die Gruppe dann wieder aufgelöst. Während der 2 Schuljahre können auch interessierte Schüler der jeweiligen Jahrgangsstufe mit in das Projekt einsteigen.

Anforderungsprofil an die teilnehmenden Schüler: Die Schüler sollten

  • am Thema Sucht interessiert sein,
  • engagiert und bereit sein auch in der Freizeit themenbezogen weiterzuarbeiten,
  • in der Schule bekannt sein und bei den Mitschülern einen gewissen Beliebtheitsgrad besitzen,
  • fähig sein in der Gruppe zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen.

Da es sich in erster Linie um ein Projekt der Primärprävention handelt, ist dabei zunächst nicht an Schüler gedacht, die offensichtlich suchtgefährdet sind oder Suchtprobleme haben!!

b) Lehrer:

Die teilnehmenden Lehrkräfte sollten Vertrauenspersonen der Schüler sein. Die Teilnahme der Lehrkräfte am Projekt ist ebenfalls freiwillig. Die Mitarbeit am Projekt ist für die Lehrkräfte mit einem vielfach erhöhten Organisationsaufwand verbunden. Die Arbeitstreffen finden in der Regel nachmittags statt, ein Stundenkontingent steht dafür nicht zur Verfügung.

c) Eltern und Schulleitung müssen hinter dem Projekt stehen:

  • Eltern: Eltern müssen ihr Einverständnis für die Teilnahme ihrer Kinder am Seminar und dem Projekt geben.
  • Schulleitung: Notwendige Freiräume für das Seminar und die weitere Arbeit in der Schule kann die Schulleitung geben. Wenn die Schulleitung hinter dem Projekt steht, fördert dies die Akzeptanz im Lehrerkollegium.

2. Das Seminar:

Das Seminar dauert 3 1/2 Tage und wird in einem Tagungshaus durchgeführt. Die Finanzierung erfolgt durch Mittel des Landkreises und durch staatliche Mittel des Landes.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

Welche Ziele werden mit dem Wettbewerbsbeitrag angestrebt?: 
  • den Einstieg in den Konsum von Suchtmitteln zu verhindern bzw. hinauszuzögern
  • Entwickeln von gesundheitsorientiertem Verhalten
  • Erkennen eigener suchtfördernder Strukturen des alltäglichen Konsumverhaltens
  • Erkennen suchtfördernder und/oder süchtiger Verhaltensweisen und deren Alternativen
  • Förderung einer kritischen Distanz und bewußten Entscheidung gegenüber Suchtmitteln
Gibt es Minimalziele?: 

ja, Etablierung einer Arbeits- bzw. Projektgruppe, die Motor für suchtpräventive Aktivitäten in der Schule ist und Sucht zum Thema macht.

Von wem ist die Initiative für Ihr Präventionsprojekt ausgegangen?: 
  • Rat
  • Schule
Wenn sich Ihr Wettbewerbsbeitrag an Kinder und Jugendliche richtet, wurden dieses Zielgruppen in die Entwicklung des Angebots ei: 

ja, folgendermassen: Bei den Aktionen der beiden Projektgruppen werden in der Regel die Ideen und Anregungen der Schüler umgesetzt.

Welche Gründe waren für die Auswahl der Zielgruppe ausschlaggebend?: 

Schüler allgemein: In der Altersgruppe der 14- bis 16-jährigen ist die Risikobereitschaft hinsichtlich des Suchtmittelkonsums und gesundheitsgefährdenden Verhaltens am größten. Für die nächsten Jahre werden in dieser Altersgruppe entsprechende Konsummuster heraus-gebildet und festgelegt. (s. Drogenaffinität Jugendlicher in der BRD; BzgA) Siehe auch Punkt 2. unter Grundlagen des Projektes Mitglieder der Projektgruppe: Die Schüler sollten am Thema Sucht interessiert sein, engagiert und bereit sein auch in der Freizeit themenbezogen weiterzuarbeiten, in der Schule bekannt sein und bei den Mitschülern einen gewissen Beliebtheitsgrad besitzen, fähig sein in der Gruppe zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen.

Wie wird sichergestellt, dass die Zielgruppe sich beteiligt?: 

Schüler allgemein: Die Aktionen finden während der Unterrichtszeit statt. Projektteilnehmer: Bei den Aktionen der beiden Projektgruppen werden in der Regel die I-deen und Anregungen der Schüler umgesetzt, die Teilnahme am Projekt ist freiwillig

An welchen Bedürfnissen der Zielgruppe wird angeknüpft?: 

Bei den Aktionen wird offener Meinungsaustausch und Diskussion zwischen Gleichaltrigen, ermöglicht. Es werden Themen angesprochen, die die Schüler dieser Altersgruppe bewegen: Verhältnis zwischen Jungen und Mädchen, Erfahrungen im Umgang mit legalen Suchtmitteln wie Alkohol und Nikotin, Einstellungen von Erwachsenen und Jugendlichen Für die Schüler besteht die Möglichkeit sich unabhängig vom formalen Unterricht zu präsentieren.

Wenn der Wettbewerbsbeitrag sich an Multiplikatoren richtet, welche sind das?: 
  • Eltern (Mütter/Väter)
  • Gleichaltrige / Peers (Schwerpunkt)
  • Lehrer / Lehrerinnen
Zielt der Wettbewerbsbeitrag auf spezielle Substanzen? : 

nein

Auf welche Handlungsfelder der kommunalen Suchtprävention zielt der Wettbewerbsbeitrag?: 
  • Schulen (Schwerpunkt)
Welche Ämter/Dienstellen der Stadtverwaltung kooperieren in Ihrem Wettbewerbsbeitrag?: 
  • Gesundheitsamt (federführend)
Welche Institutionen/Akteure ausserhalb der Verwaltung sind darüber hinaus in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrag: 
  • Schule
Welche überörtlichen Institutionen/Akteure sind in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrags eingebunden? : 
    Wie ist die Zusammenarbeit geregelt?: 
    • Projektgruppe
    In welchem Jahr wurde mit der Entwicklung Ihres Wettbewerbsbeitrags begonnen?: 

    1996

    Seit wann ist besteht sein Angebot in der Praxis?: 

    1997

    Die Finanzierung in den kommenden vier Jahren ist:: 

    wahrscheinlich gesichert

    Setzen Sie in Ihrem Beitrag Verfahren der Suchtprävention ein, die in Ihrer Kommune neu sind?: 

    ja, Schüler arbeiten als Multiplikatoren mit gezielten Maßnahmen für ihre Mitschüler.

    Sprechen Sie mit Ihrem Beitrag in Ihrer Kommune neue Zielgruppen der Suchtprävention an?: 

    nein

    Welche anderen Neuerungen der Suchtprävention in Ihrer Kommune enthält der Wettbewerbsbeitrag darüber hinaus? : 

    Suchtprävention wird kontinuierlich als ein definiertes Projekt an einer Schule angeboten

    Gibt es eine schriftliche Konzeption der Suchtprävention in Ihrer Kommune?: 

    ja, 1997

    Sind eigene Bedarfserhebungen für die Bestimmung der Zielgruppe der Suchtpävention angefertigt worden?: 

    nein

    Welchem konzeptionellen Modell lässt sich der Wettbewerbsbeitrag nach seinem Schwerpunkt zuordnen?: 
    • Informationsvermittlung
    • Konzept der Lebenskompetenzförderung
    • Konzept des sozialen Lernens
    Auf welche Ansatzpunkte beziehen sich die Präventionsmassnahmen?: 
    • Protektive Faktoren, Persönliche Ressourcen, Selbstwertgefühl, Gemeinschaft
    • Risikofaktoren, Gefährdungssituationen, eigene Einstellungen und Erfahrungen
    Welche Materialien und Medien kommen zum Einsatz?: 

    Plakate, Farben, Moderationswände, Moderationskarten, Video, Videokammera

    Welche Fortbildungsangebote für die Multiplikatoren werden angeboten?: 

    3 ?-tägiges Seminar sowie anlassbezogene Weiterbildung der Multiplikatoren im Laufe der beiden Schuljahre

    Gibt es eine Zeitplanung für den Wettbewerbsbeitrag?: 

    nein

    Wie gross ist die Anzahl der regelmäßig teilnehmenden Personen der Zielgruppe?: 

    14