Erkner

Typ: 
kreisangehörige Stadt/Gemeinde
Einreichende Dienststelle: 
Stadtverwaltung
Name des Ansprechpartners: 
Cornelia Falk
Funktion des Ansprechpartners: 
Stadtjugendpflegerin
Straße/Postfach: 
Stadt Erkner; Friedrichstraße 6-8; 15537 Erkner
Postleitzahl: 
15537
Bundesland: 
Brandenburg
Telefon des Ansprechpartners: 
03362795154
Internetadresse der Kommune: 
http://www.erkner.de

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

"Träger- und generationenübergreifende Suchtprävention unter Einbindung der gesamte Kommune"

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Vorgeschichte

Es war einmal...
eine Kleinstadt, mit ca. 10.000 Einwohnern. Wie es in Kleinstädten üblich ist, kennt sich fast ein jeder und weiß vom Nachbarn oft mehr, als von der eigenen Familie...

Ausschlaggebend für unser Konzept, war, wie in den meisten Fällen, die Praxis. Die konkrete Arbeit mit den Eltern und ihren "missratenen" Kindern, die weder Lehren noch Ratschläge annehmen wollen. Es fiel uns auf, dass insbesondere die Mütter zwei wesentliche Defizite zu berichten wussten.

1. "Ich weiß fast nichts über dieses Zeug. Wie es wirkt, was es macht oder welche Auswirkungen es insgesamt, vor allem langfristig hat. Was sollte ich wissen, damit ich auch diskutieren kann."

2. "Wie verhalte ich mich, wie gehe ich mit meinem Kind um, was soll ich tun?"

Nun hat aber so eine Kleinstadt auch einige unwiderrufliche Vorteile.

  • Kurze Wege.
  • Überschaubare Trägerlandschaft, deren Mitarbeiter sich oft kennen.
  • Das selbe Klientel
  • Einen direkten Draht zur Stadtverwaltung, z.B. zum Bürgermeister.

Oft ist es sogar so, dass die Kinder und Jugendlichen bei mehreren Trägem gleichzeitig involviert sind, welches zwangsläufig eine trägerübergreifende Zusammenarbeit notwendig macht.

Aus diesem Grund hat sich schon vor Jahren die AG § 78 nach dem KJHG gegründet und eine Bedarfsanalyse erstellt.

Ebenso hat sich das Streetwork - Projekt mit einer eigenen Umfrage an die Kinder und Jugendlichen gewandt, hinsichtlich einer Bedarfsermittlung zum Thema Drogen und Sucht und diese in einem Erfahrungsbericht zusammengefasst.

Hinzu kam unsere Zusammenarbeit mit der Polizei, aufgrund unseres Modellversuches der U- Haftvermeidung.

Darüber hinaus erführen wir, dass sich auch Einzelpersonen, aus der Ärzteschaft bereits mit dem Thema Drogen und Sucht beschäftigen. Die Schulen betreffend stellten wir wiederholt fest, dass sie das Thema Drogen und Sucht ignorieren und / oder tabuisieren.
Unserer hauseigenen Suchtberatungsstelle wird hinsichtlich illegaler Drogen nicht in Anspruch genommen, da man ihr in diesem Punkt fachliche Inkompetenz vorwirft.

Diese Problematiken warfen unweigerlich zahlreiche Fragen in den Raum. Nach einer ganzen Reihe von Gesprächen mit beteiligten Trägem, Institutionen und Einzelpersonen, ergab sich einerseits ein erhöhter Handlungsbedarf und andererseits die zwingende Notwendigkeit gemeinsamen Vorgehens, um dieser Problematik zu begegnen.

Das Forum zum Thema Drogen / Sucht war geboren.

Konzept

Unser Konzept ist weniger ein Konzept im herkömmlichen Sinne, als viel mehr eine Vereinigung bzw. Bündelung aller verfügbaren Ressourcen, ausgehend von einer gemeinsamen Basis, mit Hilfe einer Koordinationsstelle (Lotsenstelle), gemeinsam die Lösung der Drogen / Sucht - Problematik anzustreben. Auf Grund dessen, dass die Drogen / Sucht - Problematik nur im gesamtgesellschaftlichen Kontext betrachtet werden kann, muß also auch

a.) unser Forum breit gefächert sein und möglichst viele gesellschaftliche Kräfte vereinen und

b.) die verschiedensten Ansätze, aufgrund verschiedener Interessen in einen gemeinsamen Kontext zu fassen.

Es kann also nur ein "Ganzheitliches Konzept" sein, in dem sich das gesamte gesellschaftliche Leben der Kommune wiederspiegelt.
Konzeptionell ist es angedacht, nicht einzelne Substanzen zu favorisieren, zu verteufeln oder gar den Fokus auf Abstinenz zu richten.

In einer Gesellschaft wo Drogen zum Leben gehören und zu einem nicht unwesentlichen Wirtschaftsfaktor aufgestiegen sind, wollen wir einen kompetenten, verantwortungsbewussten und genussvollen Umgang erreichen. Dabei liegt der Schwerpunkt im präventiven Bereich, insbesondere bei der Unterstützung der Eltern, sie "stark zu machen gegen Drogen". Daher wurde in einer ersten Auftaktveranstaltung, neben der Motivation auch eine Bestandsaufnahme - Istzustand aus verschiedenen Blickwinkeln erörtert und in einem sich anschließenden Brainstorming verschiedenste Aussagen gesammelt.
In einem ersten Fazit, wurde zunächst die gemeinsame Basis, hinsichtlich der Benennung und Anerkennung des Problems geschaffen.

Dem breiten Rahmen Rechnung tragend, werden in der nächsten, bereits terminierten, Veranstaltung Arbeitsgruppen gebildet, die eigenständige Aufgabenbereiche erhalten, in denen sich die beim ersten Treffen gesammelten Aussagen der Teilnehmer wiederfinden. (Vergleiche hierzu das Schaubild auf der folgenden Seite.)
Weitere Schwerpunkte ergeben sich dann aus den einzelnen Arbeitsgruppen und sollen in regelmäßigen Abständen auf dem Forum transparent dargestellt werden. Das Konzept selbst unterliegt keiner zeitlichen Begrenzung und wächst mit den Arbeitsgruppen.

Die sich aus den Aufgabenbereichen ergebenden z.B. strukturellen Änderungen sind dauerhaft angesiedelt und stellen somit einen festen Bestandteil der Kommune Erkner dar.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

Welche Ziele werden mit dem Wettbewerbsbeitrag angestrebt?: 
  • den Einstieg in den Konsum von Suchtmitteln zu verhindern bzw. hinauszuzögern
  • den frühzeitigen Ausstieg aus riskanten Konsummustern zu fördern
Gibt es Minimalziele?: 

ja, -konstruktive, arbeitsfähige AG?s -Gründung und Begleitung der Selbsthilfegruppe betroffener Eltern

Von wem ist die Initiative für Ihr Präventionsprojekt ausgegangen?: 
    Wenn sich Ihr Wettbewerbsbeitrag an Kinder und Jugendliche richtet, wurden dieses Zielgruppen in die Entwicklung des Angebots ei: 

    ja, folgendermassen: Eingebunden in den AG II und IV (s. Anlage)

    Welche Gründe waren für die Auswahl der Zielgruppe ausschlaggebend?: 

    -Informationsdefizite, sowie mangelnde Kompetenz im Umgang mit Drogen/ Süchten -mangelnde Kompetenz im Umgang mit Drogen/Süchten innerhalb der Familien (Interaktion Eltern, Kinder soz. Umfeld; bzw. sich oft aus diesem Grund ergebende eskalierende Situationen innerhalb der Triade)

    Wie wird sichergestellt, dass die Zielgruppe sich beteiligt?: 

    -die Betroffenen sind selbst daran interessiert und haben sich selbst angeboten bzw, nehmen schon an entsprechenden Veranstaltungen teil. Die Eigenmotivation ist sehr hoch und wird immer wieder bekundet. -die Zielgruppen sind selbst mit in diesen Projekten und AG?s eingebunden.

    An welchen Bedürfnissen der Zielgruppe wird angeknüpft?: 

    -die Eltern sind selbst keine Ansprechpartner ihrer Kinder (mangelnde konstruktive Kommunikation zwischen Eltern und ihren Kindern) -Berührungsängste/Unwissenheit/Ängste vor sozialer Verurteilung Bekannter

    Wenn der Wettbewerbsbeitrag sich an Multiplikatoren richtet, welche sind das?: 
    • Ärzte / Ärztinnen
    • Eltern (Mütter/Väter) (Schwerpunkt)
    • Gleichaltrige / Peers
    • Lehrer / Lehrerinnen
    • Schulmediatoren
    Zielt der Wettbewerbsbeitrag auf spezielle Substanzen? : 

    nein

    Auf welche Handlungsfelder der kommunalen Suchtprävention zielt der Wettbewerbsbeitrag?: 
    • allgemeine Öffentlichkeit (Schwerpunkt)
    Welche Ämter/Dienstellen der Stadtverwaltung kooperieren in Ihrem Wettbewerbsbeitrag?: 
    • Gesundheitsamt
    • Jugendamt (federführend)
    • Sozialamt
    Welche Institutionen/Akteure ausserhalb der Verwaltung sind darüber hinaus in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrag: 
    • Ärzteschaft
    • Freie Träger
    • Institutionen bzw. Fachkräfte der Suchtprävention
    • Kindergärten / Kindertagesstätten
    • Krankenkassen
    • Polizei
    • Schule
    • Sonstige
    • Sportvereine
    Welche überörtlichen Institutionen/Akteure sind in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrags eingebunden? : 
    • Interkommunale Zusammenarbeit
    • Jugendamt des LK Oder/Spree
    • Staatliche Einrichtungen
    Wie ist die Zusammenarbeit geregelt?: 
    • Arbeitsgemeinschaft
    In welchem Jahr wurde mit der Entwicklung Ihres Wettbewerbsbeitrags begonnen?: 

    2001

    Die Finanzierung in den kommenden vier Jahren ist:: 

    offen

    Setzen Sie in Ihrem Beitrag Verfahren der Suchtprävention ein, die in Ihrer Kommune neu sind?: 

    ja, -Einbindung von Gewerbebetrieben und Gaststätten -Strukturelle Umgestaltung sowie Anpassung des Unterrichts, im Rahmen des Rahmenlehrplans -Einbindung, Begleitung und Stärkung der Eltern /SHG -Einbindung der KITA und Anpassung und Einführung neuer Lerninhalte für Kleinkinder (zB im Umgang mit Gefahren i.A.) - Elternarbeit -Vernetzung der ges. Kommune Erkner untereinander -Permanente Konfrontation durch Dauerwerbung

    Sprechen Sie mit Ihrem Beitrag in Ihrer Kommune neue Zielgruppen der Suchtprävention an?: 

    ja, Eltern und ihre Kinder, insbesondere junge Eltern mit Kleinkinden bzw. junge Eltern in der pränatalen Phase

    Welche anderen Neuerungen der Suchtprävention in Ihrer Kommune enthält der Wettbewerbsbeitrag darüber hinaus? : 

    -es ist ein ganzheitliches Konzept und trägt somit der Komplexität der Drogen/Sucht Rechnung -Keine Unterscheidung legal/illlegal -es wird nicht mehr vorrangig Wert auf Abstinenz gelegt, als vielmehr auf den varantwortungsbewussten Umgang mit Drogen

    Gibt es eine schriftliche Konzeption der Suchtprävention in Ihrer Kommune?: 

    nein

    Sind eigene Bedarfserhebungen für die Bestimmung der Zielgruppe der Suchtpävention angefertigt worden?: 

    ja, -Eltern haben erhebliche Informationsdefizite -THC wird Alltagsdroge, neben Alkohol und Nikotin und alle werden in allen Klassen konsumiert -Schulen ignorieren/negieren Drogenprobleme und KITA?s fühlen sich nicht angesprochen -Einstiegsalter Nikotin: 10-12, Alkohol: 13-15; THC: ab 15; Partydrogen: ab 15 (in Erkner und Umgebung)

    Welchem konzeptionellen Modell lässt sich der Wettbewerbsbeitrag nach seinem Schwerpunkt zuordnen?: 
    • Ganzheitl. Konzept den ganzen Lebensraum betreffend
    • Konzept der Lebenskompetenzförderung
    Auf welche Ansatzpunkte beziehen sich die Präventionsmassnahmen?: 
    • Andere, -Strukturelle Umgestaltung des Unterrichts -Überprüfung restriktiver maßnahmen (sinnvolle Verbote)
    • Gemeinde, -Aufklärung durch multimediale Konfrontation/Dauerwerbung -Stärkung der Eltern/SHG -Ständiger Ausbau und Stärkung des vorhandenen Netzwerks unter Einbindung einer Lotsenstelle
    • Protektive Faktoren, Einstieg in den KITA, bereits unsere Kleinen aufzubauen und mit den Gefahren leben zu lernen ; zB alternativer Umgang mit Gefühlen
    Welche Materialien und Medien kommen zum Einsatz?: 

    Presse (Fester Platz in Lokalanzeiger); Plakate - Dauerwerbung; Multimedia (Schulprojekte erstellen eigene Videos u. Unterrichtshilfen, die u.a. in Einkaufszentren, Gaststätten und bereichen mit hohem Publikumsverkehr multimedial dargeboten weden.

    Gibt es eine Zeitplanung für den Wettbewerbsbeitrag?: 

    nein