Cottbus

Typ: 
kreisfreie Stadt
Einreichende Dienststelle: 
Gesundheitsamt
Name des Ansprechpartners: 
Brigitte Mönch
Funktion des Ansprechpartners: 
Arbeitsgruppenleiterin
Straße/Postfach: 
Stadtverwaltung Cottbus; Neumarkt 5; 03046 Cottbus
Postleitzahl: 
03046
Bundesland: 
Brandenburg
Telefon des Ansprechpartners: 
03556123281
Telefax des Ansprechpartners: 
03556123504
E-Mail des Ansprechpartners: 
gesundheitsamt.stadt@cottbus.de
Internetadresse der Kommune: 
http://www.cottbus.de

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

"Unsere Stadt gemeinsam gegen Drogen"

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Positionspapier

Unsere Stadt gemeinsam gegen Drogen
zur Intensivierung der Suchtpräventionsarbeit im schulischen Bereich

1992 wurde der "Regionale Arbeitskreis Gesundheitsförderung Cottbus e. V." gegründet. Die Arbeitsgruppe "Prävention" ist ein Bestandteil des Vereins.

In ihm arbeiten Vertreter aus verschiedenen Ämtern und Behörden, Krankenkassen und freien Trägem mit, um unterschiedliche Interessen, Zuständigkeiten und Aufgaben im Bereich der Gesundheitsförderung zu koordinieren. Bisherige Aktivitäten erfolgten in Abhängigkeit vom Interesse der unterschiedlichen Träger vor Ort.

Kontinuität in der Prävention erfordert die Bündelung und Verständigung vorhandener Kräfte.

1. Anmerkungen zur Situation

Die aktuelle Rauschgiftstatistik und mehrere Umfragen an Schulen unterstreichen die steigende Drogenproblematik auch im Schulbereich.

Allerdings ist das von der Öffentlichkeit am stärksten beachtete Problem der illegalen Drogen nur die Spitze des Eisberges im Umgang von Schülern und Jugendlichen mit Suchtmitteln allgemein.

Die Palette der Argumentation reicht von ziemlicher Verharmlosung über eine enorme Fehleinschätzung des Problems bis hin zur bekannten Verdrängung nach dem Motto ,3s kann nicht sein, was nicht sein darf.

2. Ist-Stand der Präventionsarbeit

Besonders an den Schulen wird in verschiedenen Fächern (u. a. naturwissenschaftliche Fächer, Politische Bildung, LER, Deutsch) in diesem Bereich gearbeitet. Oftmals laden Schulleiter oder Lehrer externe Fachkräfte ein, um Referate oder Informationsveranstaltungen durchzuführen. Die Präventionskräfte der Stadt (besonders u. a. Gesundheitsamt und Polizei) stehen auf "Abruf' bereit, um Lehrer und Eltern zu dieser Thematik zu informieren.

Diese Arbeit wird positiv bewertet. Im Moment können Suchtpräventionsangebote in Cottbus nicht flächendeckend realisiert werden. In allen Bereichen wird aktiv am Problem gearbeitet, aber eine Vernetzung und Bündelung der Aktivitäten ist angebracht. Potenzen liegen in der Einbindung aller Suchtpräventionskräfte der staatlichen Einrichtungen, der gesellschaftlichen und freien Träger und der Schulen in ein umfassendes Konzept, um auf kommunaler Ebene in allen Schulen präventiv wirken zu können.

3. Ziele und Inhalte

Viele bewährte, aber auch neue Wege in der Präventionsarbeit zeigen, dass in der Suchtprävention die Unterscheidung von legalen und illegalen Drogen von nachrangiger Bedeutung ist. Grundsätzlich umfasst die Suchtprävention suchtunspezifische und spezifische Maßnahmen und richtet sich an jede Art süchtigen Verhaltens. Prävention muss durch zielgruppen- und situationsbezogene Maßnahmen erlebnisorientiert und eingeordnet in das Alltagsgeschehen durchgeführt werden. Dies erfordert eine zeitliche und auch personelle Kontinuität der Arbeit.

Deshalb sind die über Jahre hinweg langfristigen und aufbauenden Multiplikatorenseminare (besonders für Lehrerinnen, Sozialarbeiterinnen) ein Baustein bisheriger Bemühungen. Ebenso sollte in das System eine Schulung von "Gleichaltrigengruppen" integriert werden.

Die Eltern sind ein unverzichtbarer Bestandteil in der Präventionsarbeit. In dem Maße, wie Jugendliche fit gemacht werden im Umgang mit süchtigem Verhalten, müssen gleichzeitig die Eltern durch entsprechende Sachaufklärung Unterstützung beim Erkennen von Problemen erhalten. Dabei sind die Eltern natürlich gleichzeitig gefordert, sich entsprechend mit ihren Kindern zu diesem Thema auseinander zu setzen. Schrittweise muss das Selbstwertgefühl junger Menschen gestärkt, Grenzen entdeckt und gezogen, die Konfliktfähigkeit entwickelt und so ein sozialkompetenter Umgang mit Drogen erlernt werden - nur so können Kinder und Jugendliche stark werden.

4. Angebotspaket

Um ein Angebotspaket zu entwickeln, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

a) "Entdeckung" und Zusammenarbeit aller Präventionskräfte, die auf kommunaler Ebene arbeiten

  • in Ämtern und Behörden, wie
    • Schulamt, Schulen, Koordinatoren für Suchtprävention, Lehrer
    • Jugendamt mit Jugendförderung
    • Gesundheitsamt mit Gesundheitsförderung und Suchtberatungszentrum
    • Präventionskräfte der Polizei
    • Schulverwaltungsamt mit Schulsozialarbeitern
  • Krankenkassen
  • bei freien Trägem im Kinder- und Jugendbereich
  • in der Fachhochschule Lausitz, Bereich Sozialwesen, Lehrkräfte und Studenten
  • unter den Eltern, Elternvertretern, ebenso wie unter den Kindern und Jugendlichen und ihren Vertretern

b) Bündelung der Aktivitäten und Verteilung der Aufgaben (nicht jeder alles, sondern es wird der Part übernommen, der am besten realisiert werden kann und für den der Partner fachlich am kompetentesten ist).

Bestandteile des Angebotes

4. 1. Schulungsveranstaltungen für Lehrer u. a. Mitarbeiter an Schulen
  • Verhaltensweisen, Erkennungshilfen im Bereich der Suchtprävention (Stoffkunde)
  • Psychosoziale Faktoren und Suchtmittelgebrauch (süchtige Verhaltensweisen im persönlichen Umfeld, Auseinandersetzung mit Nonnen, verstärkenden Faktoren)
  • Auseinandersetzung mit zentralen Begriffen der Suchtprävention (Begriffsbestimmung, Phasen der Suchtprävention, Trends)
  • Rechtliche Aspekte zur Thematik "Illegale Drogen in der Schule"
  • Konfliktmanagement in der Schule
4.2. Informationsveranstaltung für Eltern, deren Kinder die 7. Klasse besuchen Methodische Ansätze der Suchtprävention
  • Information über die Wirkungskreise von Suchtmitteln bei Kindern und Jugendlichen, Auswirkungen des Missbrauchs von Suchtmitteln
  • Stoffkunde
  • Zusammenhänge zwischen Umwelt, Individuum und Suchtmittelgebrauch
4.3. Ursachenorientierte Prävention mit Schülern der 7. Klassen
  • Kompetente Ansprechpartner gestalten mit den Schülern Projekte, um durch praktische Übungen eine soziale Wiederstandfähigkeit und eine individuelle Grenzfindung zu entwickeln.
  • Schulung von Gleichaltrigengruppen mit dem Ziel, dass Schüler ihre Mitschüler informieren
  • Nutzung der Erlebnispädagogik in den Bereichen Sport, Touristik, Romantik und Selbsterfahrung

5. Suchtprävention als Aktionismus ist zum Scheitern verurteilt.

In den neu gebildeten 7. Klassen gibt es noch keine festgelegten normativen Strukturen. Dies bietet die Chance für einen sensiblen Umgang mit der Thematik.

Für eine stetige und langfristige Präventionsarbeit sind erforderlich:

  • Nachbereitung der durchgeführten Veranstaltungen
  • situatives Reagieren auf bestimmte Beobachtungen
  • positives Vorleben und vertrauensvoller Umgang mit Beobachtungen.

Packen wir's gemeinsam an.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

Welche Ziele werden mit dem Wettbewerbsbeitrag angestrebt?: 
  • den Einstieg in den Konsum von Suchtmitteln zu verhindern bzw. hinauszuzögern
  • einen suchtmittelfreien Lebensstil zu fördern
Gibt es Minimalziele?: 

ja, Zusammenarbeit aller an der Suchtprävention Beteiligten der Stadt

Von wem ist die Initiative für Ihr Präventionsprojekt ausgegangen?: 
  • Regionaler AK Gesundheitsförderung Cottbus e.V.
Wenn sich Ihr Wettbewerbsbeitrag an Kinder und Jugendliche richtet, wurden dieses Zielgruppen in die Entwicklung des Angebots ei: 

nein

Welche Gründe waren für die Auswahl der Zielgruppe ausschlaggebend?: 

Verstetigung der Suchtpräventionsarbeit

Wie wird sichergestellt, dass die Zielgruppe sich beteiligt?: 

zB Austausch in vorhandenen Gremien(Schulung der Kontaktlehrer/Schulsozialarbeiter)

An welchen Bedürfnissen der Zielgruppe wird angeknüpft?: 

Erhöhung der Handlungskompetenz, zB durch Abbau von Rechtsunsicherheit, Wissensvertiefung

Wenn der Wettbewerbsbeitrag sich an Multiplikatoren richtet, welche sind das?: 
  • Eltern (Mütter/Väter)
  • Gleichaltrige / Peers
  • Lehrer / Lehrerinnen (Schwerpunkt)
  • Sozialarbeiter / Sozialarbeiterinnen
  • Sozialpädagogen / Sozialpädagoginnen
Zielt der Wettbewerbsbeitrag auf spezielle Substanzen? : 

nein

Auf welche Handlungsfelder der kommunalen Suchtprävention zielt der Wettbewerbsbeitrag?: 
  • Gesundheitsförderung
  • Jugendarbeit und Jugendhilfe (Schwerpunkt)
Welche Ämter/Dienstellen der Stadtverwaltung kooperieren in Ihrem Wettbewerbsbeitrag?: 
  • Gesundheitsamt (federführend)
  • Jugendamt
  • Schulverwaltungsamt
Welche Institutionen/Akteure ausserhalb der Verwaltung sind darüber hinaus in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrag: 
  • Freie Träger
  • Krankenkassen
  • Polizei
  • Schule
Welche überörtlichen Institutionen/Akteure sind in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrags eingebunden? : 
  • Land
  • Staatliche Einrichtungen
Wie ist die Zusammenarbeit geregelt?: 
  • Arbeitsgemeinschaft
In welchem Jahr wurde mit der Entwicklung Ihres Wettbewerbsbeitrags begonnen?: 

1999

Seit wann ist besteht sein Angebot in der Praxis?: 

2000

Dabei Handelt es sich nach der Konzeption um ein:: 

Intensivierung der schulischen Suchtpräventionsarbeit in Klassenstufe 7 einschl. der Eltern und Lehrer/Schulsozialarbeiter

Die Finanzierung in den kommenden vier Jahren ist:: 

wahrscheinlich gesichert

Setzen Sie in Ihrem Beitrag Verfahren der Suchtprävention ein, die in Ihrer Kommune neu sind?: 

ja, ursachen- und erlebnisorientiert zielgruppen- und situationsbedingte Maßnahmen, die in das Alltagsgeschehen eingebunden werden (suchtmittelunspezifisch)

Sprechen Sie mit Ihrem Beitrag in Ihrer Kommune neue Zielgruppen der Suchtprävention an?: 

ja, Eltern Peer Groups

Welche anderen Neuerungen der Suchtprävention in Ihrer Kommune enthält der Wettbewerbsbeitrag darüber hinaus? : 

"Entdeckung" und Zusammenarbeit aller Präventionskräfte, die auf kommunaler Ebene arbeiten. Bündelung der Aktivitäten und Verteilung der Aufgaben.

Gibt es eine schriftliche Konzeption der Suchtprävention in Ihrer Kommune?: 

keine Antwort

Sind eigene Bedarfserhebungen für die Bestimmung der Zielgruppe der Suchtpävention angefertigt worden?: 

ja, Schülerbefragugen 98/00

Welchem konzeptionellen Modell lässt sich der Wettbewerbsbeitrag nach seinem Schwerpunkt zuordnen?: 
  • Konzept der Lebenskompetenzförderung
Auf welche Ansatzpunkte beziehen sich die Präventionsmassnahmen?: 
  • Protektive Faktoren, Konfliktmanagement Sozialkompetenter Umgang mit Suchtmitteln
  • Risikofaktoren, Psychosoziale Faktoren und Suchtmittelgebrauch
Welche Materialien und Medien kommen zum Einsatz?: 

Medienkoffer der polizeiberatung, didaktische Methoden (zB Rollenspiele, Arbeitsblätter, Cartoons, Video, Folien, kreatives Arbeiten)

Welche Fortbildungsangebote für die Multiplikatoren werden angeboten?: 

-Seminare f. Lehrer, Schulsozialarbeiter u.a. am PLIB -thematische Elternabende schuljahresbegleitend -Gleichaltrigenschulung (Schülersprecher) geplant

Gibt es eine Zeitplanung für den Wettbewerbsbeitrag?: 

ja, 3 Jahre und mehr

Wie gross ist die Anzahl der regelmäßig teilnehmenden Personen der Zielgruppe?: 

25