Bremen

Typ: 
kreisfreie Stadt
Einreichende Dienststelle: 
Suchtprävention Bremen; Langemarckstr. 113; 28199 Bremen
Name des Ansprechpartners: 
Rolf Günther
Funktion des Ansprechpartners: 
Referatsleiter Suchtprävention
Straße/Postfach: 
Stadtgemeinde Bremen, Landesinstitut für Schule; Weidedamm 20; 28215 Bremen
Postleitzahl: 
28195
Bundesland: 
Bremen
Telefon des Ansprechpartners: 
0421 3618196
Telefax des Ansprechpartners: 
0421 3618914
E-Mail des Ansprechpartners: 
rguenther@lis.bremen.de
E-Mail der Kommune: 
Internetadresse der Kommune: 
http://www.bremen.de

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Kommunale Suchtprävention in Bremen

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Mit dem Drogenhilfeplan 1990 wurde in Bremen ein Konzept für eine kommunal orientierte und vernetzte Suchtprävention verabschiedet. Die Federführung wurde beim Senator für Bildung (ab 1998 im Landesinstitut für Schule) eingerichtet, der seit 1971 Erfahrungen in der Suchtprävention gemacht hatte und bereits ca. 225.000,00 DM Personal- und Sachkosten jährlich für die schulische Suchtprävention aufwendete. Die notwendigen Mittel wurden für diese Aufgabe auf damals ca. 340.000,00 ? bis hin zu heute 460.000,00 ? jährlich aufgestockt. Damit wurde ein System für Suchtprävention eingerichtet, das sowohl für den schulischen als auch den außerschulischen Bereich zuständig ist. Es entstand ein Konzept für eine stadtteilorientierte Suchtprävention, das auf den Erfahrungen aufbaute, die ab 1986 im Rahmen eines Modellprojektes des Europarates gesammelt wurden. Dieses Projekt "Prävention in Obervieland" setzte seine Schwerpunkte in der Vernetzung und Einbeziehung von Zielgruppen in die Planung von Maßnahmen und führte zu einem Handbuch zur Implementierung von Suchtprävention, das auch heute noch eine der Grundlagen für die Suchtprävention in Bremen ist.

Ziel der regionalen Vernetzung der Maßnahmen war eine größere Nachhaltigkeit gegenüber dem bisherigen Angebotscharakter der Arbeit, der zu einer eher zufälligen und häufig sporadischen Nutzung ohne die Gewährleistung einer Kontinuität geführt hatte. Maßnahmen der Suchtprävention in Bremen werden durch das regionalisierte und vernetzte Vorgehen mit einer guten Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten und - soweit möglich- unter Einbeziehung der Zielgruppe in die Planung entwickelt. Die Kooperation zwischen Schule und außerschulischen Einrichtungen ist dabei immer Blickpunkt und ein erklärtes Ziel der Maßnahmen.

Der Einstieg in eine kontinuierliche Zusammenarbeit geschieht häufig über eines der vielfältigen Angebote der Suchtprävention, die im schulischen und außerschulischen Bereich gemacht werden. Dabei werden die Maßnahmen im schulischen Bereich durch den Erlass vom 06.03.2001 unterstützt, der Leitlinien zur Suchtprävention und zum Umgang mit Suchtmittelkonsum in der Schule vorgibt.

1. Angebote der Suchtprävention Bremen

1.1 Veranstaltungen mit Jugendlichen zum Thema "Suchtmittel und Sucht"

Die Veranstaltungen sollen Lehrkräften die suchtpräventive Arbeit in der Schule erleichtem. Da Lehrkräfte sich mit dem Thema "Illegale Drogen" in der Regel schlechter auskennen als manche ihrer Schuler und Schülerinnen, wird ihnen die Möglichkeit geboten, dass Fachleute ihnen diesen für sie schwierigen Bereich der Suchtprävention zum Teil abnehmen. Die Schüler und Schülerinnen kommen klassenweise für einen Vormittag in die Räumlichkeiten der Suchtprävention Bremen. Die Überschrift dieser Veranstaltungen könnte lauten: "Sucht ist näher als Du denkst - pass' gut auf Dich und Deine Freunde auf."

Für die Jungendlichen ist spätestens ab der 8. / 9. Klasse das Thema "Drogen" ein wichtiges Gesprächsthema. Informationen werden dabei überwiegend von Jugendlichen an Jugendliche weitergegeben. Diese häufig falschen und einseitigen Informationen stehen in den Veranstaltungen auf dem Prüfstand und können in Zusammenarbeit zwischen den Fachleuten der Suchtprävention und den Betroffenen korrigiert werden. Jugendliche können ihre Fragen zum Thema "Drogen" in einer geeigneten und vertrauenswürdigen Situation stellen und werden zu einer Reflexion über eigenes Konsumverhalten und eigene Suchtentwicklungen geführt. Der verantwortungsvolle Umgang mit sich selbst auch in Bezug auf Suchtmittel und die Möglichkeiten, sich selbst und anderen aus einer Suchtgefährdung helfen zu können, werden vermittelt.

Die Veranstaltungen werden von erfahrenen Fachkräften unter Einbeziehung von "Ehemaligen", d.h. nicht mehr Drogen konsumierende Abhängigen durchgeführt. Zur Qualitätssicherung wurde in den letzten Jahren eine Evaluation dieser Maßnahme durchgeführt, die eine gute Qualität bescheinigte und Möglichkeiten zur Qualitätssteigerung aufzeigte.

Ziel: Besseres Verständnis und realistischere Einschätzung für Suchtentwicklung und das Gefährdungspotential von Suchtmitteln. Reflexion des eigenen Verhaltens und Näherbringen von Beratungsmöglichkeiten

Methoden: Gespräche, Interaktionsübungen, Filme, Auseinandersetzung mit den "Ehemaligen"

Evaluation / Dokumentation: Mittels Fragebogen wurde überprüft, ob die Jugendlichen auf der Wissens- und Einstellungsebene Fortschritte in Richtung auf die Ziele gemacht hatten. Die Ergebnisse wurden mit einer Kontrollgruppe verglichen.

1.2 Krisenintervention für Schulen

Die Fachleute der Suchtprävention Bremen sind Ansprechpartner für Drogen vorfalle (einschl. Alkohol) in Schulen. Sie unterstützen einen vernunftgesteuerten Umgang mit Drogenvorfällen in der Schule durch Beratung und auf Wunsch durch sofortige Präsenz bei ersten Reaktionen, Teilnahme an Krisensitzungen, Gesprächen und Konferenzen. Sie beraten bei der Entwicklung einer einvernehmlichen Regelung für die gesamte Schule.

Ziel: Unterstützung bei Krisenfällen zur Verhinderung irrationaler Vorgehensweisen und zur Etablierung eines vernunftgesteuerten Umganges mit Suchtmittelkonsum und Sucht in Schulen. Zusätzlich soll die Entwicklung / Optimierung einer Leitlinie zum Umgang mit Suchtmittelkonsum für die jeweilige Schule initiiert werden. Vermittlung von Schülerinnen und Schülern, die in der Schule konsumiert und/oder gedealt haben, in Einzelberatung, teilweise als Auflage.

Methoden: Unmittelbare persönliche Präsenz auf Wunsch von Schulen. Vorgehen nach schriftlichen Leitlinien, die der Schule zur Verfügung gestellt werden. Motivierende Beratung.

Evaluation / Dokumentation: Eine Evaluation über die Vorgehensweise bei Drogenvorfällen in der Schule in Bremen ist in Planung.

1.3 Einzelfallhilfe / Beratung

Im Zusammenhang mit Drogenvorfällen in der Schule und bei bekannt gewordener Suchtgefährdung und -abhängigkeit steht die Suchtprävention Bremen auch zur Beratung und Vermittlung bereit. Dabei ist es für den Beratungserfolg nicht entscheidend, ob der Erstkontakt freiwillig, oder auf Druck der Schule oder der Eltern erfolgt.

Auch die Beratung von Eltern wird in Kooperation mit dem "Elternkreis drogengefährdeter und drogenabhängiger Jugendlicher" und den verschiedenen Angehörigengruppen der Selbsthilfe im Alkoholbereich durchgeführt.

Ziel: Verantwortungsvoller Umgang mit Suchtmitteln, suchtmittelunabhängige Lebensgestaltung.

Methoden: Motivierende Beratung.

Evaluation / Dokumentation: Datenerhebung im Rahmen der Dokumentation der Drogenberatung in Bremen.

1.4 Veranstaltungen für Eltern

Als Teil eines schulischen Konzeptes zur Suchtprävention, das jede Schule in Bremen beschlossen hat, aber auch auf Einzelanforderung werden Elternabende zum Thema "Sucht und Suchtmittel" durchgeführt und Elternseminare, in denen das Thema vertiefend behandelt werden kann.

Ziel: Entwicklung einer rationalen Einstellung zum Suchtmittelkonsum. Sensibilisierung für suchtfördernde und suchtpräventive Elemente in der Erziehung. Korrektur von Fehlinformationen und Möglichkeiten zur Reflektion des eigenen Umgangs mit Suchtmitteln. Bessere Kenntnis und höhere Akzeptanz von Beratungsstellen.

Methoden: Vortrage mit Diskussion, Seminare, Verbreitung von Materialien

Evaluation / Dokumentation: Eine ältere Erhebung zur Elternarbeit liegt vor.

1.5 Verbreitung von Materialien zur Suchtprävention

Selbst entwickelte und vorhandene Materialien werden Multiplikatoren über Fortbildungen und bei persönlichen Besuchen nahe gebracht. Durch die Nutzung des Schulverteilers kann hierbei eine schnelle und breite Verteilung von Materialien, die keine persönliche Begleitung benötigen, gewährleistet werden. Zusätzlich werden die in Bremen angebotenen "Elternbriefe" zur Verbreitung suchtpräventiver Inhalte verwendet, die Eltern in Bremen von der Geburt ihrer Kinder bisher bis zum 12. Lebensjahr erhielten. Dieser Zeitraum soll nun nach oben verlängert werden.

Ziel: Verbreitung suchtpräventiven Wissens. Bekanntmachung von Beratungsangeboten. Auseinandersetzung mit dem Thema "Sucht und Drogen"

Methoden: Verbreitung in Fortbildungen, z. T. auch Verteilung über diverse Verteiler von Behörden und Kooperationspartnern.

Evaluation / Dokumentation: keine

1.6 Konzeptentwicklung mit Schulen

Die Bremischen "Leitlinien zur Suchtprävention und zum Umgang mit Suchtmittelkonsum, Sucht und Suchtgefährdung in der Schule" vom 6.3.2001 fordern die Entwicklung eines eigenen Schulkonzeptes von allen Schulen. Die Suchtprävention Bremen unterstützt die Schulen dabei mit Entwürfen, Materialien und persönlicher Beratung.

Ziel: Verbreitung einer systematischen und kontinuierlichen Durchführung suchtpräventiver Maßnahmen, Förderung von Programmen zur Suchtprävention, Unterstützung eines pädagogisch sinnvollen Umgangs mit Drogenvorfällen (einschließlich Alkohol und Rauchen) in der Schule.

Methoden: Aktive Mitwirkung an der Konzeptionsentwicklung in Schulen, Begleitung und z.T. Durchführung der suchtpräventiven Maßnahmen. Angebot von individuell geplanten Fortbildungen für Schulen, Förderung von Vernetzung mit Beratungs- und anderen Präventionsangeboten.

Evaluation / Dokumentation: Dokumentation über Jahresberichte ist geplant.

1.7 Fortbildung und Supervision

Die Suchtprävention Bremen führt in den verschiedensten Zusammenhängen Fortbildungen im schulischen und außerschulischen Bereich zum Thema "Sucht", "Suchtprävention" und angrenzende Themen durch.

Ziel: Motivierung zu und Schulung in suchtpräventiven Aktivitäten, Bekanntmachung von Beratungsangeboten, Sensibilisierung für das Thema "Sucht und Drogen"

Methoden: Seminare, überwiegend schulinteme Fortbildungen, Schulung von Sozialarbeitern/innen im Jugendbereich, in Kindergärten. Fortbildung von Lehrmeistern in Betrieben etc.

Evaluation / Dokumentation: die Fortbildungen werden durch Nachbefragung evaluiert

2. PROJEKTE

2.1 Aktionsplan Alkohol

Der von der WHO ins Leben gerufene und von der Bundesregierung aufgenommene "Aktionsplan Alkohol" wird in Bremen seit drei Jahren intensiv umgesetzt. Dabei hat Bremen die Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung "Alkohol -Verantwortung setzt die Grenze" aufgegriffen und im Jahre 2000 ein Aktionsbündnis gegründet, für das aus allen Bereichen der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens Personen und Institutionen gewonnen wurden. Für das Aktionsbündnis wurde ein Bündnisrat gebildet, deren Mitglieder sich besonders verantwortlich für die Umsetzung des "Aktionsplanes Alkohol" fühlen. Den Vorsitz für das Aktionsbündnis hat die Gesundheitssenatorin übernommen und die Organisation teilen sich das Referat Suchtprävention des Landesinstituts für Schule, das Referat Suchtkrankenhilfe des Senators für Gesundheit und das Institut für Suchtprävention und angewandte pädagogische Psychologie (ISAPP).

Ziel: Verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol, d. h. genussvolles und mäßiges Trinken in Situationen, in denen Alkoholkonsum erwünscht ist, Punktnüchternheit in Situationen und Lebensabschnitten, in denen Alkoholkonsum schädlich ist.

Methoden: Kampagnen, Materialverbreitung, Einbeziehung verschiedenster Multiplikatoren, Fortbildungen, Peer-Einsatz, Materialentwicklung.

Evaluation / Dokumentation: Die Plakate der Kampagne "Alkohol - irgendwann ist der Spaß vorbei", die aus Hamburg übernommen wurden, werden im Auftrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung evaluiert. Die bisherigen Aktionen des Aktionsplanes und des Aktionsbündnisses wurden dokumentiert.

Der Aktionsplan und das Aktionsbündnis umfassen verschiedene Projekte.

2.1.1 Jugendkampagne "Alkohol - irgendwann ist der Spaß vorbei"

Mit einer breit angelegten Kampagne für Jugendliche von 15-25 Jahren wurde die erste Aktivität des Aktionsbündnisses gesetzt. Die Plakate hierzu wurden in Schulen, Jugendfreizeitheimen, Sportvereinen, Kirchengemeinden u. a. Einrichtungen angebracht. Begleitend wurde der Wettbewerb "Volle Pulle - kreativ!" mit einer großen Auftaktveranstaltung auf dem Marktplatz gestartet, der zu über 100 teilweise sehr guten Einsendungen führte. Die Preisverleihung wurde in einer großen Veranstaltung in der oberen Rathaushalle durchgeführt.

Ziele: Das Thema "Alkohol" zum Diskussionsthema bei Jugendlichen machen. Kritische Auseinandersetzung im Hinblick auf einen verantwortungsvolle Umgang mit Alkohol fördern.

Methoden: Plakate, Postkarten, Wettbewerb, Internetauftritt, Kinospot, Radiotrailer, öffentlichkeitswirksame Preisverleihung.

Evaluation / Dokumentation: Die Plakate der Kampagne werden evaluiert. Alle Maßnahmen werden dokumentiert.

2.1.2 Projekt "Schwangerschaft und Alkohol"

2002 werden im Rahmen des Aktionsbündnisses die Maßnahmen zum Thema "Alkoholkonsum während der Schwangerschaft" erheblich verstärkt. Dazu wird ein runder Tisch mit den möglichen Multiplikatoren eingerichtet und ein Material verbreitet, das im Auftrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vom Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS) entwickelt wurde (Teilnehmer des runden Tisches).

Ziele: Sensibilität für die Gefahren von Alkoholgenuss während der Schwangerschaft erhöhen. Unterstützungsmöglichkeiten für Schwangere anbieten. Sensibilität der Gynäkologen und Hausärzte erhöhen.

Methoden: Materialverbreitung, Einflussnahme über verschiedene Standesorganisationen, Fortbildungsreihe im Peer-system: von Ärzten für Ärzte, Öffentlichkeitsarbeit, Unterrichtseinheiten, Schwangeren-Hotline, Öffentlichkeitsarbeit über Postkarten, Telefonaktionen, Verbreitung des Hilfesystems, Plakate.

Evaluation / Dokumentation: Die Maßnahmen werden dokumentiert

2.1.3 Weitere Projekte des Aktionsbündnisses

Das Aktionsbündnis wird nach der Jugendkampagne und dem Projekt "Alkohol und Schwangerschaft" das Thema "Alkohol im Betrieb" und danach das Thema "Alkohol und Straßenverkehr" in den Jahren 2003 und 2004 schwerpunktmäßig behandeln.

Ziel: Punktnüchternheit fördern, kritischere Einschätzung des Alkoholkonsums

Methoden: Planung unter Einbeziehung der Zielgruppe und von Multiplikatoren für die Zielgruppe, Materialverbreitung, Öffentlichkeitsarbeit z.T. über Plakate und Postkarten, Aktivierung von Schlüsselpersonen.

Evaluation / Dokumentation: Die Maßnahmen werden dokumentiert

2.1.4 "Voll & abgefahren"

In Anlehnung an ähnliche Aktivitäten aus anderen Ländern und Bundesländern wurde jungen Führerscheininhabern, die noch zur Schule gingen, die Möglichkeit geboten, erst nüchtern und anschließend betrunken mit einem Fahrzeug auf einem Verkehrsübungsplatz zu fahren. Das Fahrverhalten wurde per Video aufgezeichnet, die Aktion wurde durch ausführliche Vor- und Nachbereitung in der Schule durchgeführt und endete jeweils in einer Veranstaltung, in der das Material auch den anderen Schülerinnen und Schülern der Schule vorgestellt wurde, um eine größere Verbreitung zu finden.

Ziel: Einsicht fördern, dass Alkohol im Straßenverkehr keinen Platz hat. Organisationsmöglichkeiten für den Transport zur und von der Diskothek und anderen Trinkanlässen präsent machen. Sensibilisierung für das eigene Trink- und Fahrverhalten.

Methoden: Aktive Auseinandersetzung mit dem eigenen Fahrverhalten unter Alkoholeinfluss mit Vor- und Nachbereitung.

Evaluation / Dokumentation: Die Maßnahmen wurden dokumentiert und evaluiert. Es entstand ein Film, der in Fahrschulen eingesetzt werden wird. Dazu wird die Zusammenarbeit mit einem Magdeburger Projekt gesucht, das Unterstützung beim Einsatz von Peers aus Universität und Fachhochschulen leistet, die das Thema dann mittels des Filmes in Fahrschulen behandeln sollen.

2.1.5 Projekt: Maßnahmen zur Einhaltung des "Apfelsaft-Gesetzes"

Zur Vorbereitung von Präventionsmaßnahmen zur Einhaltung des sog. "Apfelsaft-Gesetzes" in Bremen wurde eine Erhebung in Gaststätten durchgeführt. Das Ergebnis zeigte, dass nur die Hälfte aller Gaststätten in Bremen diese Bestimmung einhielt.

Da das sog. "Apfelsaft-Gesetz" in der Überarbeitung war, kann erst jetzt mit den weiteren Maßnahmen begonnen werden, die auf eine höhere Einhaltung der Vorschrift abzielen, dass mindestens ein nichtalkoholisches Getränk nicht teurer sein darf als das billigste alkoholische Getränk bei gleicher Menge.

Ziele: Mindestens 90%ige-Einhaltung des sog. "Apfelsaft-Gesetzes" und Sensibilisierung für die Suchtprävention.

Methoden: Erhebung des Ist-Standes in Zusammenarbeit mit Selbsthilfe-Gruppen, Briefe zur Sensibilisierung für das Thema, Kooperation mit dem Stadtamt zur Abstimmung des Bußgeldverfahrens, Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung der Bürger für die Wichtigkeit der Einhaltung dieses Gesetzes.

Evaluation / Dokumentation: Das Projekt ist dokumentiert und wird durch weitere Erhebungen auch evaluiert.

2.2 Projekt: "Prävention von Ess-Störungen"

Seit 1998 ist das Thema "Ess-Störungen" ein Schwerpunkt der Suchtprävention in Bremen. Von anfänglichen Beratungs- und Präventionsangeboten haben die Bemühungen der Suchtprävention zu einem vernetzten und koordinierten Vorgehen geführt, das durch intensive Bemühungen der Fortbildung und Öffentlichkeitsarbeit in die Einrichtung einer Anlauf- und Beratungsstelle "Ess-Störungen" mündet, die in erheblichem Maße präventive Aufgaben wahrnehmen wird. Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel für die Vernetzung verschiedener Dienste zu einem Thema, die bei entsprechend enger Kooperation durchaus zur Zurückstellung von Eigeninteressen zu Gunsten eines Gesamtkonzeptes bewirken kann.

Durch die fast vollständige Vertretung der Institutionen, die sich mit dem Thema "Ess-Störungen" befassen und durch den direkten Kontakt zu den Betroffenen durch Beratung war eine ausgezeichnete Bedarfsfeststellung möglich, die dann in entsprechend fundierte Konzepte münden konnte.

Ziel: Aufbau einer effektiven und effizienten Struktur zur Beratung und Prävention von Ess-Störungen.

Methoden: Bildung einer Arbeitsgemeinschaft. Durchführung gemeinsamer Projekte wie Fortbildungen, Fachtage, Zukunftswerkstätten

Erarbeitung eines Beratungsführers, einer gemeinsamen Konzeption für die Einrichtung einer Anlauf- und Beratungsstelle "Ess-Störungen" Es entstand ein Gedichtband für die präventive Arbeit.

Evaluation / Dokumentation: Die Sitzungen der Arbeitsgemeinschaft wurden protokolliert. Die Fachtagung wurde dokumentiert.

2.3 Projekt: "Suchtprävention im Sportverein"

Ausgehend von einer Fachtagung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung werden z. Zt. Fortbildungen für Sportfunktionäre und Übungsleiter unter Einbeziehung der Zielgruppe geplant. Bekanntermaßen ist die sportliche Betätigung in einem Verein nicht per se suchtpräventiv. Es gibt im Gegenteil zahlreiche suchtfördernde Faktoren, für die Übungsleiter und Funktionäre sensibilisiert werden sollen.

Ziel: Förderung der suchtpräventiven Elemente in den Sportvereinen.

Methoden: Erhebung der Bedarfslage und Angebot von Fortbildungen und Maßnahmen in den Vereinen.

Evaluation / Dokumentation: Eine Dokumentation ist geplant.

2.4 Projekt: Aufsuchende Arbeit in der Partyszene ("party-project")

Durch die besondere Drogenaffinität der Techno-Szene wurden Möglichkeiten einer aufsuchenden Arbeit in Diskotheken und entsprechende Angebote wie Information und Beratung - auch per Internet - sowie besondere präventive Veranstaltungen mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zum Thema "Party-Drogen" erprobt. Neben den Erfahrungen mit aufsuchender Arbeit auf der Straße, die im Projekt "Prävention in Obervieland", im Projekt "Mitte/östliche Vorstadt" mit dem Punkprojekt und in Bremen-Nord mit dem Kontacta-Bus gemacht worden waren, ging es hier um die Präsenz in Diskotheken und die Zusammenarbeit mit den Veranstaltern von Raves. Das Projekt startete mit einer Bedarfserhebung, die bei Techno-Veranstaltungen durchgeführt wurde und richtete ihre Aktivitäten an den Ergebnissen dieser Befragung aus.

Während das Beratungsangebot, das auch außerhalb der Veranstaltungen bestand, kaum abgerufen wurde, wurde der Internetauftritt und die Präsenz bei Veranstaltungen von der Zielgruppe sehr begrüßt. Durch das Projekt konnten eine Reihe von gefährdeten Jugendlichen angesprochen werden, die - auch nach eigener Aussage - nie eine Beratungsstelle aufgesucht hätten.

Das "party-project" wurde von einer Arbeitsgruppe begleitet, die aus Vertretern verschiedener Behörden bestand und Suchtprävention, Drogenberatung und Aidsberatung und -prävention einschloss.

Ziele: Vermittlung präventiver Inhalte, insbesondere safer-use-Regeln für Konsumenten und Näherbringen von Beratungsangeboten.

Methoden: Präsenz vor Ort durch einen Info-Stand. Beratungsangebote in gesonderten Räumlichkeiten während der Woche. Internet-Auftritt. Produktion und Verbreitung von Informationsmaterialien.

Evaluation / Dokumentation: Die Tätigkeit des Projektes wurde durch Befragungen vorbereitet und durch Arbeitsberichte dokumentiert.

2.5 Projekt: Suchtprävention im Kindergarten

1995 /1996 begann ein dreijähriges Modellprojekt des Präventionszentrums Bremen-Nord zur "Suchtprävention und Gesundheitsförderung im Elementarbereich". Aktivitäten in diesem Bereich werden bis heute fortgeführt.

Ziel: Vermittlung einer Sensibilität für protektive und Risikofaktoren hinsichtlich einer Suchtentwicklung von Kindern an die Erzieher/innen und Eltern der Kinder. Förderung der Elternarbeit.

Methoden: Fortbildung für Erzieher/innen. Durchführung einzelner Projekte wie "Spielzeugfreier Kindergarten". Vernetzung der Kindergärten in der Region.

Evaluation / Dokumentation: Das Projekt wurde dokumentiert. Eine Evaluation war zwar gewünscht, konnte aus Kostengründen jedoch nicht durchgeführt werden.

2.6 Projekt: Suchtprävention in der Primarstufe

In den Grundschulen Bremens werden seit Jahren Projekte zur Suchtprävention durchgeführt, die von Fortbildungen für die Lehrerinnen und Elternabenden begleitet werden. Insbesondere der intensive Ansatz von Körperarbeit mit besonders schwierigen Klassen ist erfolgversprechend.

Ziel: Vermittlung einer Sensibilität für protektive und Risikofaktoren hinsichtlich einer Suchtentwicklung von Kindern an die Lehrerinnen. Förderung der Elternarbeit.

Methoden: Fortbildung für Lehrkräfte. Durchführung einzelner Projekte. Vernetzung der Schulen mit anderen Einrichtungen.

Evaluation / Dokumentation: Das Projekt wurde dokumentiert. Eine Nachbefragung wurde durchgeführt.

2.7 Projekt "Kontacta-Bus"

Das Projekt ist ein Modell, das an der Schnittstelle zwischen Ansätzen der Suchtprävention und der aufsuchenden Arbeit im Jugendbereich angesiedelt wurde. Seit 1997 ist der Bus jeweils besetzt mit mindestens zwei Mitarbeiter/innen in der Region Bremen-Nord im Einsatz.

Ziel: Problemlagen Einzelner und von Cliquen zu erkennen und niedrigschwellige Beratung und Prävention anzubieten. Engere Vernetzung des Jugend- und Drogenbereiches.

Methoden: Aufsuchende Arbeit mit einem Kleinbus. Aktivierende Angebote, Einzel-und Gruppengespräche. Kooperationsgespräche zwischen Drogenberatungsstelle, Amt f. Jugend und Suchtprävention.

Evaluation/Dokumentation: Die Tätigkeit des Kontacta-Busses wird dokumentiert und ausgewertet, die Konzeption des Modellprojektes und ein Erfahrungsbericht liegen vor.

2.8 Nichtraucherförderung

Die Förderung des Nichtrauchens ist in Bremen jahrelang vernachlässigt worden. Seit 2001 ist sie ein erklärter Schwerpunkt der Suchtprävention geworden. Die Aktion "Be smart, don't Start" wurde mit 80 Klassen in Bremen durchgeführt. Suchtpräventionsprogramme wie z.B. "ALF", "Erwachsen werden" u.a., die auch das Rauchen und Alkohol thematisieren, werden vor allem in den Klassen 5 und 6 angeboten und durchgeführt.

Ziele: Verhinderung des Rauchens, Verzögerung des Einstiegs, Förderung des Ausstiegs.

Methoden: Wettbewerbe, Imageförderung des Nichtrauchens, Analyse der Vor- und nachteile des Rauchens mit Jugendlichen z. B. finanzielle Auswirkungen ("Die geilste Sache der Welt")

Evaluation/Dokumentation: Teilnahme am Wettbewerb und Erfolg werden dokumentiert. Der Einsatz von Präventionsprogrammen wurde und wird evaluiert. Erhebungen und Berichte sind in Arbeit.

2.9 Stadtteilprojekt Mitte/östliche Vorstadt

Das Suchtpräventive Stadtteilprojekt Mitte/östliche Vorstadt existiert in der jetzigen Form seit dem 1.3.1995. Es wird getragen durch eine enge Kooperation von: Suchtprävention Bremen im Landesinstitut für Schule, Ortsamt Bremen, Mitte/Östliche Vorstadt und ISAPP als freien Träger in der Bremer Suchtprävention.

Die Besonderheit im Suchtpräventiven Stadtteilprojekt Mitte/Östliche Vorstadt ist die enge und inzwischen langjährige Kooperationsbeziehung zwischen den Partnern. Nie zuvor war eine kommunale Struktur (Ortsamt Mitte/Östliche Vorstadt) in Bremen so eng an der Planung, Gestaltung und Durchführung eines suchtpräventiven Projektes beteiligt. Das Interesse und die Notwendigkeit einer so engen Kooperation mit der Suchtprävention ergibt sich aus der Situation im "Viertel" und aus dem Anspruch dieses Ortsamtes, sich besonders für die Belange der Jugendlichen zu engagieren (siehe eigener Wettbewerbsbeitrag des Projektes, Wettbewerbsbeitrag Nummer 196).

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

Welche Ziele werden mit dem Wettbewerbsbeitrag angestrebt?: 
  • den Einstieg in den Konsum von Suchtmitteln zu verhindern bzw. hinauszuzögern
  • den frühzeitigen Ausstieg aus riskanten Konsummustern zu fördern
  • Ermöglichung eines verantwortungsbewussten Umgangs mit Suchtmitteln
Gibt es Minimalziele?: 

ja, eine gelungene Wissensvermittlung

Von wem ist die Initiative für Ihr Präventionsprojekt ausgegangen?: 
  • Verwaltung
Wenn sich Ihr Wettbewerbsbeitrag an Kinder und Jugendliche richtet, wurden dieses Zielgruppen in die Entwicklung des Angebots ei: 

ja, folgendermassen: Durch Seminare mit Jugendlichen, durch Zukunftswerkstätten, durch das Jugendparlament (Projekt Mitte/östl. Vorstadt)

Welche Gründe waren für die Auswahl der Zielgruppe ausschlaggebend?: 

Erreichbarkeit, günstige Interventionszeitpunkte

Wenn der Wettbewerbsbeitrag sich an Multiplikatoren richtet, welche sind das?: 
    Zielt der Wettbewerbsbeitrag auf spezielle Substanzen? : 

    nein

    Auf welche Handlungsfelder der kommunalen Suchtprävention zielt der Wettbewerbsbeitrag?: 
      Welche Ämter/Dienstellen der Stadtverwaltung kooperieren in Ihrem Wettbewerbsbeitrag?: 
        Welche Institutionen/Akteure ausserhalb der Verwaltung sind darüber hinaus in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrag: 
          Welche überörtlichen Institutionen/Akteure sind in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrags eingebunden? : 
            Wie ist die Zusammenarbeit geregelt?: 
              Die Finanzierung in den kommenden vier Jahren ist:: 

              keine Antwort

              Setzen Sie in Ihrem Beitrag Verfahren der Suchtprävention ein, die in Ihrer Kommune neu sind?: 

              keine Antwort

              Sprechen Sie mit Ihrem Beitrag in Ihrer Kommune neue Zielgruppen der Suchtprävention an?: 

              keine Antwort

              Gibt es eine schriftliche Konzeption der Suchtprävention in Ihrer Kommune?: 

              keine Antwort

              Sind eigene Bedarfserhebungen für die Bestimmung der Zielgruppe der Suchtpävention angefertigt worden?: 

              keine Antwort

              Welchem konzeptionellen Modell lässt sich der Wettbewerbsbeitrag nach seinem Schwerpunkt zuordnen?: 
                Auf welche Ansatzpunkte beziehen sich die Präventionsmassnahmen?: 
                  Gibt es eine Zeitplanung für den Wettbewerbsbeitrag?: 

                  keine Antwort