Bernburg

Typ: 
Landkreis
Einreichende Dienststelle: 
Kreisjugendamt
Name des Ansprechpartners: 
Frau Wenzel
Funktion des Ansprechpartners: 
Amtsleiterin
Straße/Postfach: 
Karlsplatz 01; 06406 Bernburg
Bundesland: 
Sachsen-Anhalt
Telefon des Ansprechpartners: 
03471324583
Telefax des Ansprechpartners: 
03471324351
E-Mail des Ansprechpartners: 
wenzel.christel@landkreis-bernburg.de
Internetadresse der Kommune: 
http://www.landkreis-bernburg.de

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Projekt "Netzwerk gegen Drogen im Landkreis Bernburg"

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

1. Einleitung

In unserer Gesellschaft gibt es ein großes Drogen- und Suchtproblem. Viele Menschen sind von Suchtmitteln abhängig und ihr Leben ist in Unordnung geraten oder gar gefährdet. Dies bringt neben der individuellen Not für den süchtigen Menschen auch Leid über Familie und materielle und soziale Folgeprobleme. Bei Lösung dieses sozialen und gesellschaftlichen Problems wird Prävention immer wichtiger.

Bei dem Menschen selbst anzusetzen ist die beste Art der Reduzierung oder gar Vermeidung des Missbrauchs von Suchtmitteln. Wer selbstbewusst lebt, genießt und urteilsfähig ist, der wird auch in kritischen Situationen und schwierigen Lebensmomenten einen Ausweg finden. Kinder und Jugendliche zu befähigen, auf die eigenen Kompetenzen zu vertrauen, wie man erlernen kann, diese Kompetenz zu haben und dieses Vertrauen zu gewinnen, sind Fragen, die sich daran anschließen.

Sie werden in den folgenden Ausführungen erkennen, dass das Projekt "Netzwerk gegen Drogen" versucht, diese Fragen zu beantworten. Der Landkreis Bernburg reagiert mit seinen Aktivitäten frühzeitig auf das Suchtproblem der hier lebenden Kinder und Jugendlichen.

2. Aktuelle Situation im Landkreis Bernburg

Wie in anderen Städten und Landkreisen der neuen Bundesländer ist auch in unserem Landkreis ein steigender Konsum von Drogen zu verzeichnen. Dabei muss festgestellt werden, dass der Konsum von sogenannten weichen Drogen nicht mehr ausschließlich die Szene bestimmt, sondern dass synthetische Drogen und intravenöse Aufnahme von Heroin zugenommen haben. Aus Gründen der zunehmenden Unsicherheit im Umgang mit den Auswirkungen des Konsums illegaler Drogen, soll im vorliegenden Konzept weitestgehend auf die inhaltliche Bewertung des Missbrauchs legaler Drogen verzichtet werden. Damit sollen die Auswirkungen des Missbrauchs legaler Drogen wie Alkohol und Nikotin keineswegs unterschätzt werden.

Die jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Alkoholprobleme haben, werden in unserem Landkreis durch eine psycho-soziale Arbeitsgemeinschaft betreut.

Diese Problematik des illegalen Drogenkonsums bzw. des -handels beschäftigte in starkem Maße die Öffentlichkeit. Erschwerend kommt hinzu, dass sich in unserem Landkreis sowohl ein Asylbewerberheim befindet und somit dort den Ausgangspunkt der Drogenproblematik im Landkreis Bernburg sah, als auch das Fachkrankenhaus SALUS gGmbH mit der Drogensuchtstation.

Die Folge war, dass Einnahme und die Abhängigkeit von legalen Suchtmitteln wurde kaum noch debattiert oder zur Kenntnis genommen bzw. die tatsächlichen Gründe für den Konsum illegaler Drogen wahrgenommen wurden. Das Kreisjugendamt nahm diese Problematik auf und versuchte, durch die Einbeziehung der verschiedenen Institutionen, Träger und Kommunalpolitiker, die gesamte Bandbreite zu thematisieren und Partner zu finden, um ein Netzwerk gegen Drogen aufzubauen.

Der Vertrieb illegaler Drogen vollzieht sich sowohl von einer Gruppe schwarzafrikanischer Asylbewerber als auch von Dealern aus den angrenzenden Großstädten sowie des Landkreises Schönebeck und Köthen. Als bevorzugte Orte zum Dealen gehören die Köthensche Str, das Fuhnefeld, die Hegebreite aber auch die Städte in den Verwaltungsgemeinschaften.

Durch verstärkte Razzien der Polizei hat sich der Drogenmarkt auf das gesamte Stadtgebiet verteilt, so dass von einem konzentrierten Standort nicht mehr gesprochen werden kann.

Des weiteren muss festgestellt werden, dass der gesamte Drogenhandel professioneller abläuft und damit Regressiven schwerer greifen.

Eine weitere Beschaffungsart um Drogen zu erwerben ist die Prostitution sowohl von Mädchen als auch von Jungen, dies geschieht teilweise direkt im Asylbewerber Heim.

Ein neues Problem stellt allerdings das Einstiegsalter dar, welches in den letzten 2 Jahren wesentlich nach unten gegangen ist, uns bekanntes Einstiegsalter sind 12 Jahre.

Zwar erreichen wir nicht die quantitative Angleichung an die alten Bundesländer jedoch ist eine stärker werdende qualitative Angleichung festzustellen. Es erfolgt im nicht unwesentlichen Maße ein Umstieg von den risikoärmeren Gebrauchstechniken wie z. B. Heroin auf Folie rauchen, auf den risikoreicheren intravenösen Gebrauch bzw. teilweise den völlig unkritischen Mischkonsum von legalen und illegalen Drogen.

Eine wesentliche Feststellung dabei ist, dass viele Jugendliche inzwischen Konsumgewohnheiten entwickelt haben, die von außen nicht als Missbrauch wahrgenommen werden und von den Jugendlichen auch nicht als solche empfunden werden. Wir sind jedoch der Meinung, dass die Gefährdung einer substanzbezogenen Störung im Kindes- und Jugendalter einer adäquaten Reaktion bedarf, die sowohl von Eltern, Lehrern, Erziehern, Betreuem und der Öffentlichkeit erfolgen muss. Das vorliegende Konzept will Hilfe durch angemessene Unterstützung geben.

3. Arbeitsmaterial - Sozialraumanalyse

Die folgende Sozialraumanalyse wurde durch die Jugendhilfeplanung seit 1996 erstellt. Um umfassendes aussagekräftiges Material zu erhalten, wurden folgende Personen und Personengruppen beteiligt : Verwaltungsgemeinschaften, Schulen, Polizei, Gesundheitsamt, Sozialamt, staatliches Schulamt, Landesamt für Statistik, Bereiche des Kreisjugendamtes, freie Träger der Jugendhilfe

3.3. Kriminalitätsstatistik

Die steigenden Zahlen im Bereich der Kriminalität lassen den Schluss zu , dass die "Spitze des Eisberges" im Landkreis noch nicht erreicht ist. Die Zahl der Konsumenten von Cannabisprodukten hat sich im Landkreis verringert, hingegen steigt die Zahl der Heroin-, Kokain und Ecstasykonsumenten.

Die Straßensozialarbeiter, die in Stadt Bernburg tätig sind, haben Kontakt zu 48 Betroffenen, die illegale Drogen wie Heroin, Kokain und Ecstasy ( geringere Teil der Betroffenen ) konsumieren. Sie sind zwischen 14 und 25 Jahre alt. Von den 48 nutzen 11 Drogenabhängige das Heroin intravenös. Es wird davon ausgegangen, dass die Zahl der Drogenkonsumierenden Kinder und Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen in Sachsen - Anhalt noch steigen wird. Diese Annahme beruht auf den Erfahrungen der westdeutschen Bundesländer.

3.4. Leistungsanbieter von Beratungen, Projekten und individuellen Arbeiten

Wie im Punkt 3.4. zu erkennen bestehen im Bereich der Suchthilfe gute Voraussetzungen, um den Gefährdeten und Betroffenen helfen zu können. Bis zum November 1999 war der Konkurrenzgedanke und der "Alleingang" einzelner Anbieter stark ausgeprägt. Das Projekt hat die Träger der Leistungen davon überzeugen können, dass ein Hilfssystem nur gemeinsam statt gegeneinander funktionieren kann.

Der Landkreis Bernburg verfügt über ein gute Struktur von Jugendhilfeeinrichtungen, die den Kindern und Jugendlichen sowohl die Möglichkeit einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung nachzugehen als auch Familien erzieherische Hilfen ermöglichen. Diese ideale Struktur lässt hoffen, dass durch eine gezielte Suchtprävention eine stabile Zahl der Suchtmittelkonsumenten erreicht werden kann, die Folgeschäden des Konsums und der Bedarf an Suchtmitteln verringert wird.

4. Zielgruppe

  • Kinder im Alter von 3 bis 13 Jahre
  • Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 21 Jahre
  • Eltern und andere Erziehungsberechtigte wie Pflegeeltern, Erzieher, Lehrer und Sozialarbeiter

5. Gesetzliche Grundlagen

Das Projekt arbeitet entsprechend den Forderungen des Grundgesetzes, in dem es

heißt, dass der Mensch das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit sowie auf Leben und körperliche Unversehrtheit hat.

Ebenso ist das Kinder - und Jugendhilfegesetz (KJHG), die §§ 14 und 13 KJHG eine wichtige gesetzliche Grundlage.

§ 14 (2 ) des KJHG sagt aus, dass Maßnahmen bzw. Angebote gemacht werden sollen, die junge Menschen befähigen, sich vor gefährlichen Einflüssen zu schützen und sie zu Kritikfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit und Eigenverantwortung sowie zur Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen führen sollen sowie Eltern und andere Erziehungsberechtigte besser befähigen sollen, Kinder und Jugendliche vor gefährlichen Einflüssen zu schützen.

Entsprechend § 13 KJHG sind Maßnahmen vorzuhalten, die zum Ausgleich sozialer Benachteiligungen oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen beitragen. unter sozialer Benachteiligung verstehen wir, die Jugendlichen, die entsprechend eines mangelnden Schulabschlusses bestimmte Ausbildungsbereiche nicht nutzen können.

Individuelle benachteiligt sind, die sind die Jugendlichen, die durch ihre psychischen, physischen oder anderen persönlichen Beeinträchtigungen in das normale gesellschaftliche Leben schwer zu integrieren sind.

6. Zielsetzung

6.1. Allgemeine Ziele

Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert Gesundheit als einen Zustand des vollständigen physischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens. Zur Prävention ( Vorbeugung ) gehören demnach alle Maßnahmen, die dazu beitragen, diesen Zustand zu schaffen und zu erhalten. Entsprechend der genaueren Formulierung des Begriffes der allgemein Suchtprävention durch die Landesstelle gegen Suchtgefahren in Magdeburg ist eine Unterscheidung nach Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention sinnvoll.

  • Primärprävention umfaßt alle Maßnahmen, um eine Entstehung von Sucht im Vorfeld vorzubeugen.
  • Sekundärprävention richtet sich an durch Suchtmittel Gefährdete, um durch geeignete personenzentrierte Maßnahmen eine Verhaltensänderung zu erreichen.
  • Tertiärprävention ist auf Betroffenen ausgerichtet, um einen Rückfall vorzubeugen mit dem Ziel der Integration in das normale Leben.

6.2. Spezifische Ziele des Projektes "Netzwerk gegen Drogen

  1. Kindern und Jugendliche werden positive Alternativen zu Suchtmitteln angeboten. Es geht nicht mehr um reine Aufklärung, Information oder gar Abschreckung, sondern um Befähigung des risikoärmeren Gebrauchs von Suchtmitteln.
  2. Es werden soziale Kompetenzen wie Kontaktfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Duchsetzungsfähigkeit vermittelt.
  3. Entwickelt werden Fähigkeiten zur Bewältigung von Konflikten oder Problemen, zur Entscheidungsfindung.
  4. Den Kindern und Jugendlichen wird gezeigt, wie sie über einen langen Zeitraum Standfestigkeit haben können und somit Neinsagen , Gruppendruck aushallen und Werbung widerstehen können.
  5. Betroffene als auch Helfende erhalten Zugang zu aktuellen Informationen über Hilfsangebote des Landkreises Bernburg wie z.B. Betreuungsformen von Drogenkonsumenten, Möglichkeiten der Therapie, Beratungsmöglichkeiten, Freizeitangebote, Selbsthilfegruppen, Qualifizierungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten

Prävention heißt für uns aber auch, sich nicht nur auf das Problem des illegalen Drogenkonsums zu konzentrieren sondern auch und gerade auf die Kinder und Jugendlichen, die bereits Alkohol oder Nikotin gebrauchen, missbrauchen, gefährdet oder gar abhängig sind.

Desweiteren sind Bereiche wie Gewalt an den Schulen oder in der Familie, Rechtsextremismus und Beschaffungskriminalität in einem Kontext zu sehen und gemeinsam mit der Suchtprävention zu behandeln.

7. Organisationsstruktur/ Arbeitsmethoden

Das Projekt wurde vom Kreisjugendamt initiiert und derzeit weiter koordiniert und ist

dem Fachbereich Kinder- und Jugendschutz angegliedert. Die Suchtprävention ist im Rahmenkonzept und Arbeitsplan des Bereiches als ein wichtiger Schwerpunkt formuliert worden. Es gilt vorhandene Angebote im Landkreis zu bündeln und zu koordinieren. Des weiteren sollen Reserven bei den Anbietern aufgedeckt und vorhandene Ressourcen für die Suchtprävention genutzt werden. Bei der Entstehung von evtl. notwendigen neuen Angeboten soll das Maß der Verhältnismäßigkeit gewahrt und die vorangegangenen Punkte ausreichend geprüft werden.

Die Teilnehmer einigten sich in einer ersten Beratung im November 1999 auf die Gründung von drei Arbeitskreisen aufgrund er o.g. formulierten Ziele.

  • Primär- und Sekundärprävention - Arbeitskreis 1
  • Tertiärprävention - Arbeitskreis 2
  • Ordnung und Sicherheit - Arbeitskreis 3

Arbeitskreis 1 und 2 wurden im Januar 2001 in einen Arbeitskreis "Prävention" zusammengefügt, da inhaltliche Schwerpunkte in vielen Bereichen identisch waren und so eine effektive Arbeit gewährleistet werden konnte :

  • niederschwellige Arbeit durch das direkte Aufsuchen der Betroffenen durch die Sozialabeiter
  • Beratung durch Einzel - und/ oder Gruppengespräche
  • Selbsthilfegruppen für Jugendliche und junge Erwachsene
  • Elterngruppen
  • Erziehungs - und Familienberatung
  • Erziehungshilfen
  • Projekte an Schulen
  • Aktionstage

In den Arbeitskreisen wurden Fachteams gebildet, die spezifische Aufgaben zu erfüllen haben.

Die Fachteams treffen sich alle 1x / Monat, der Arbeitskreis alle 2 Monate. Durch verteilte Aufträge an jeden einzelnen Teilnehmer wird viel Zeit gespart und tatsächlich auch zielorientiert gearbeitet.

Ein Beispiel: Wir möchten gemeinsam mit den Schulen einen Präventionshandkoffer erstellen, der Materialien für die Gestaltung von Projekttage und unterrichtsergänzenden Veranstaltungen beinhaltet und genutzt werden kann. Das Fachteam ( 5 Personen) erarbeiteten sich die notwendigen Arbeitsschritte : Gespräche mit den Drogenbeauftragten Lehrer jeder einzelnen Schule ( Sekundärschulen und Gymnasien), Zusammentragen von bereits bestehenden Materialien, die auf fachlichen Qualität geprüft wurden, Gespräche mit Institutionen und Verbänden außerhalb des Landkreises, die bereits mit solchen Materialien arbeiten, Erarbeiten eines pädagogischen Begleitheftes mit methodischem Inhalt, Auflistung von Angeboten im Landkreis ( z.B. Suchtberatungsstellen )usw. . In den Beratungen werden auch die Arbeitsergebnisse des jeweiligen anderen Arbeitskreises bekannt gegeben und diskutiert. Eine Beratung dauert durch die gezielte Arbeit nicht länger als eineinhalb Stunden.

Alle Teilnehmer des Projektes treffen sich einmal im Jahr. Es werden Ergebnisse ausgetauscht, diskutiert und neue Arbeitsinhalte und Ziele formuliert. Um den Informationsweg innerhalb der Projektgruppen so kurz wie nur möglich zu halten, trifft sich in regelmäßigen Abständen das Koordinationsteam des Kreisjugendamtes. Hier werden inhaltliche und verwaltungstechnische Schwerpunkte besprochen.

Die Entwicklung des Projektes und jeweilige Ergebnisse werden vor der Veröffentlichung dem Unterausschuss Jugendhilfeplanung zur Diskussion vorgestellt. Nachfolgende Gremien wie Jugendhilfeausschuss, Kreisausschuss und Kreistag erhalten regelmäßig Informationsvorlagen.

Außer den Mitarbeitern des Kreisjugendamtes erfolgt die Arbeit der anderen Teilnehmer nach Absprache mit dem jeweiligen Arbeitgeber ehrenamtlich und ohne Aufwandsentschädigung.

8. Teilergebnisse

Erstellung eines Kalenders durch Jugendliche zum Thema (Graffiti)

Präsentation der Ergebnisse zum 11. Jugendhilfetag in Nürnberg 2000

  • "Wegweiser aus der Sucht" - ein Informationskarte über Adressen und Ansprechpartner, die bei Fragen und Problemen zum Thema Sucht helfen können;

regelmäßige Verteilung der Informationskarte u.a. an Ärzte, Sozialarbeiter, Lehrer und Berater

  • Vereinbarung zwischen dem Sozialamt und dem Arbeitskreis - bei notwendigen Ämterwegen erhalten Betroffene nur einen einzigen Ansprechpartner ( kein Beziehungsabbruch)
  • Modellprojekt Spritzentausch für Heroin intravenös Konsumierende

Fortbildung für Mitarbeiter von offenen Treffs zum Thema Hepatitis und AIDS ( regelmäßige Fortführung)

  • Fortbildung ( 5 Veranstaltungen; vom Staatlichen Schulamt als Lehrer -fortbildung anerkannt) zum Thema Prävention an Schulen, Methoden der Prävention, Information und Aufklärung
  • Vereinbarung zwischen der Polizei und dem Jugendamt für Stadt Bernburg - Kooperation bei Maßnahmen gem. § 1 JöSchG

als "Nebenergebnis" : ein Informationsheft für Schwangere und junge Eltern zum Thema Beratung und Unterstützung vor und nach der Schwangerschaft ( entstand im Zusammenhang mit Informationen für junge Eltern, die Probleme jeglicher Art mit ihren Kindern haben; als vorbeugende Arbeit zu sehen )

  • Kontaktaufnahme mit dem Kreisschülerrat und Kreiselternrat

1 zentraler Projekttag im Jahr zum Thema "Lebenslust statt Lebensfrust" mit allen Teilnehmern des Projektes sowie ortsansässige Vereine Erstellung eines "Präventionskoffers" - enthält für Lehrer der Sekundärschulen und Gymnasien sowie Berufsschulen Hinweise auf Methoden und Materialien,

Erstellung eines "Präventionskoffers" - enthält für Lehrer der Sekundärschulen und Gymnasien sowie Berufsschulen Hinweise auf Methoden und Materialien, die für den Unterricht oder Projekttag zum Thema Sucht / Gesundheitsförderung zu nutzen sind (wird Mitte 2002 fertig gestellt) regelmäßiger Erfahrungsaustausch zwischen den Mitarbeitern der Ordnungsämter der Verwaltungsgemeinschaften des Landkreises - rechtzeitige Szenen Entwicklung zu erkennen und Jugend vor Gefährdung durch Dritte zu schützen

9. Finanzierung

Das Projekt verfügt zur Zeit über keinen eigenen Haushalt. Notwendige geringe Ausgaben werden über den Landkreis / Kreisjugendamt - Fachbereich Kinder- und Jugendschutz gesichert und über Sponsoring. Diese Haushaltsstelle verfügt insgesamt über 4000,- DM / Jahr, wovon die anderen Aufgaben entsprechend des Arbeitsplanes finanziert werden müssen ( Fortbildungen ; Informationsmaterial usw.). Um das Projekt langfristig zu sichern, ist eine regelmäßige Finanzierung dringend notwendig.

Mögliche Reserven sehen wir hier z.B. durch eine Förderbeantragung beim Ministerium für Landesamt für Versorgung und Soziales, Unterstützung durch die beteiligten Träger und Institutionen, Zuschuss durch den Landkreis und die Stadt Bernburg und natürlich durch die Unterstützung von Sponsoren.

10. Reflexion

Das Projekt wird entsprechend dem Bedarf abgestimmt und koordiniert. Es ist in seiner Entwicklung nicht starr und somit ständig veränderbar. Seit dem Entstehen des Projektes wurde erreicht, dass die Beteiligten sich früher verständigen, Informationen auf einem kurzen Weg austauschen, rechtzeitiger eigene Grenzen anerkennen, Hilfen von anderen Fachpersonen suchen und den Betroffenen an andere Fachleute weitervermitteln. Somit fühlt sich der Hilfesuchende nicht überfordert, spürt das Netz und kann sich so eher auf Hilfe einlassen.

11. Stabilisierung des Netzwerkes

Die Projektteilnehmer sind sich darüber einig, den Bereich der Sekundär-, und Tertiärprävention zu stabilisieren. Seit Herbst diesen Jahres sind die Vorbereitungen getroffen worden, den Bereich der Primärprävention aufzubauen. Dafür werden sowohl Grundschulen als auch Kindertageseinrichtungen, Erziehungsberatungsstellen und Bildungsträger angesprochen. Ziel ist es z.B. die Multiplikatoren zu befähigen, die o.g. Ziele im Sinne der Prävention zu verwirklichen, um rechtzeitiger auf die Entwicklung der Kinder Einfluss nehmen zu können. Des weiteren sollen die Schülervertretungen und der Kreiselternrat mehr in die Problematik eingebunden werden.

12. Zusammenfassung / Ausblick

Das Projekt arbeitet nunmehr seit drei Jahren. Natürlich sind wir uns darüber im Klaren, dass wir die Suchtproblematik im Landkreis Bernburg nicht völlig beseitigen können und immer Jugendliche und junge Erwachsene haben werden, die in Suchtmitteln eher den Weg zur Problemlösung finden wollen. Hier gilt es für jeden zur Verfügung zu stehen, der sich nach einer Besinnung helfen lassen will und aus dem Teufelskreis möchte.

Wir haben Vergleiche zu ähnlichen Projekten in anderen Landkreises bzw. Bundesländern gezogen und sind der Meinung, dass unsere Struktur mit dem entsprechenden Zielen und Arbeitsinhalten derzeit die geeigneteste Form der langfristigen Prävention ist.

In Kooperation mit den Trägern der Jugendhilfe, Vereinen und Verbänden, Privatpersonen, anderen pädagogischen Einrichtungen wie z.B. die Schulen und den Kommunalen Politikern werden wir uns dem Problem stellen und entsprechend der örtlichen Gegebenheiten versuchen unsere Ziele zu erreichen.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

Welche Ziele werden mit dem Wettbewerbsbeitrag angestrebt?: 
  • auf die Gefahren des Suchtmittelmissbrauchs hinweisen
  • den frühzeitigen Ausstieg aus riskanten Konsummustern zu fördern
  • Förderung des risikoarmen Umgangs mit Suchtmitteln
Gibt es Minimalziele?: 

ja, Befähigung, Information und Aufklärung

Von wem ist die Initiative für Ihr Präventionsprojekt ausgegangen?: 
  • Verwaltung
Wenn sich Ihr Wettbewerbsbeitrag an Kinder und Jugendliche richtet, wurden dieses Zielgruppen in die Entwicklung des Angebots ei: 

ja, folgendermassen: - es wurde der Kontakt zur Kreisschülervertretung gesucht - Jugendliche wurden in einem Teilprojekt 2000 beteiligt (Herstellung eines Kalenders mit Graffiti)

Welche Gründe waren für die Auswahl der Zielgruppe ausschlaggebend?: 

- Erfahrungen der Projektteilnehmer seit ca. 3 Jahren - Signale durch Lehrer und Erzieher

Wie wird sichergestellt, dass die Zielgruppe sich beteiligt?: 

- Kinder und Jugendliche - Kreisschülervertretung - Multiplikatoren - bereits bestehende Arbeitsgemeinschaften (AG) z.B. der Landjugendarbeit und der offenen Jugendarbeit in Stadt Bernburg, der Streetworker und Schiulsozialarbeiter werden am Prozeß beteiligt (Informationen aus dem Projekt werden an die Teilnehmer der einzelnen AG weiter gereicht) - Fortbildung zum Thema

An welchen Bedürfnissen der Zielgruppe wird angeknüpft?: 

- Information über Drogenarten und Wirkung - Möglichkeiten der Suchtprävention - rechtlicher Rahmen für Lehrer und Erzieher - Methoden der Suchtprävention im Unterricht und in Projekttagen / - wochen für Multiplikatoren - Information für Eltern

Wenn der Wettbewerbsbeitrag sich an Multiplikatoren richtet, welche sind das?: 
  • Ärzte / Ärztinnen
  • Ausbilder / Ausbilderinnen (Schwerpunkt)
  • Eltern (Mütter/Väter) (Schwerpunkt)
  • Erzieher / Erzieherinnen (Schwerpunkt)
  • Fachöffentlichkeit
  • Jugendarbeiter / Jugendarbeiterinnen (Schwerpunkt)
  • Lehrer / Lehrerinnen (Schwerpunkt)
  • Sozialarbeiter / Sozialarbeiterinnen (Schwerpunkt)
  • Sozialpädagogen / Sozialpädagoginnen (Schwerpunkt)
Zielt der Wettbewerbsbeitrag auf spezielle Substanzen? : 

nein

Auf welche Handlungsfelder der kommunalen Suchtprävention zielt der Wettbewerbsbeitrag?: 
  • Jugendarbeit und Jugendhilfe (Schwerpunkt)
  • Kindergärten und Kindertagesstätten
  • Polizeiliche Arbeit (Schwerpunkt)
  • Schulen (Schwerpunkt)
  • Sonstige Freizeitaktivitäten (Schwerpunkt)
  • Sportvereine
Welche Ämter/Dienstellen der Stadtverwaltung kooperieren in Ihrem Wettbewerbsbeitrag?: 
  • Gesundheitsamt
  • Jugendamt (federführend)
  • Ordnungsamt
  • Sozialamt
Welche Institutionen/Akteure ausserhalb der Verwaltung sind darüber hinaus in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrag: 
  • Ärzteschaft
  • Freie Träger
  • Institutionen bzw. Fachkräfte der Suchtprävention
  • Kirchliche Einrichtungen
  • Krankenkassen
  • Polizei
  • Schule
  • Sonstige
Welche überörtlichen Institutionen/Akteure sind in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrags eingebunden? : 
    Wie ist die Zusammenarbeit geregelt?: 
    • Projektgruppe
    In welchem Jahr wurde mit der Entwicklung Ihres Wettbewerbsbeitrags begonnen?: 

    1999

    Seit wann ist besteht sein Angebot in der Praxis?: 

    2000

    Die Finanzierung in den kommenden vier Jahren ist:: 

    wahrscheinlich gesichert

    Setzen Sie in Ihrem Beitrag Verfahren der Suchtprävention ein, die in Ihrer Kommune neu sind?: 

    ja, - Vereinbarungen mit der Polizei Bernburg - Einbeziehung der Ordnungsämter der einzelnen Verwaltungsgemeinschaften - Vernetzung mit koordinierenden Stellen

    Sprechen Sie mit Ihrem Beitrag in Ihrer Kommune neue Zielgruppen der Suchtprävention an?: 

    ja, - Kindergarten / Kindertagesstätten - Schulen - Eltern

    Welche anderen Neuerungen der Suchtprävention in Ihrer Kommune enthält der Wettbewerbsbeitrag darüber hinaus? : 

    - Präventionsangebote werden von der Arbeitsgruppe aus gesteuert bzw. angeboten - Versuch, Peer - Ansatz (Gleichaltrige) und Eltern im Prozeß einzubinden - Fachpersonen, die mit Suchtgefährdeten oder -konsumenten arbeiten, tauschen Informationen und Erfahrungenregelmäßig aus und installierten /initieren entsprechend den Ergebnissen ihr Projekt - ein zentraler Projekttag im Jahr, an welchen viele der Arbeitsgruppen - Teilnehmer beteiligt sind und örtliche Vereine und Anbieter eingebunden werden

    Gibt es eine schriftliche Konzeption der Suchtprävention in Ihrer Kommune?: 

    ja,

    Sind eigene Bedarfserhebungen für die Bestimmung der Zielgruppe der Suchtpävention angefertigt worden?: 

    nein

    Welchem konzeptionellen Modell lässt sich der Wettbewerbsbeitrag nach seinem Schwerpunkt zuordnen?: 
    • Förderung von Alternativen zum Substanzmissbrauch
    • Informationsvermittlung
    • Konzept der Lebenskompetenzförderung
    • Konzept des sozialen Lernens
    Auf welche Ansatzpunkte beziehen sich die Präventionsmassnahmen?: 
    • Andere, Vernetzung von Fachkräften aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen
    • Gemeinde
    • Protektive Faktoren
    • Risikofaktoren
    Welche Materialien und Medien kommen zum Einsatz?: 

    - "Wegweiser aus der Sucht" - Kalender 2000 - Graffiti - Presse, Medienanstalten wie Rundfunk / Fernsehen - Informationsblätter der BzgA oder eigene entworfene Informationsblätter

    Welche Fortbildungsangebote für die Multiplikatoren werden angeboten?: 

    - Lehrer (Drogenbeauftragten der Schulen des Landkreises) - 5 Veranstaltungen, vom staatlichen Schulamt als Fortbildung anerkannt; Arten und Wirkung von Drogen, Methoden der Prävention, Materialien der örtlichen Anbieter; Vernetzungsangebote - Mitarbeiter der Jugendhilfeeinrichtungen (Kinder- und Jugendclubs) - Vertrauenslehrer der Schulen des Landkreises - Angebote der freien Träger der Jugendhilfe (u.a. auch in der Suchtprävention)

    Gibt es eine Zeitplanung für den Wettbewerbsbeitrag?: 

    ja, 3 Jahre und mehr

    Wie gross ist die Anzahl der regelmäßig teilnehmenden Personen der Zielgruppe?: 

    33