Barnim

Typ: 
Landkreis
Einreichende Dienststelle: 
Sachgebiet Gesundheitsamt
Name des Ansprechpartners: 
Beate Bormann
Funktion des Ansprechpartners: 
Koordinatorin Gesundheitsförderung
Straße/Postfach: 
Heegermühler Str. 75, 16225 Eberswalde
Bundesland: 
Brandenburg
Telefon des Ansprechpartners: 
0 33 3421 46 01
Telefax des Ansprechpartners: 
0 33 3421 46 13
E-Mail des Ansprechpartners: 
KVBAR@barnim.de
E-Mail der Kommune: 
Internetadresse der Kommune: 
http://www.barnim.de

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Modellprojekt zur Sucht- und Drogenprävention des Landkreises Barnim "Kinder lernen Leben"

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Angeregt durch Veröffentlichungen zur Verbreitung von Sucht und süchtigen Verhaltensweisen, einschließlich der Ergebnisse unserer jährlich durchgeführten Fragebogenaktion zum Konsumverhalten bei den Schülern aller 10. Klassen unseres Landkreises, wuchs die Erkenntnis, dass die Anstrengungen auf dem Gebiet der Sucht- und Drogenprävention verstärkt werden müssen. Im Landkreis gab es eine Reihe von Institutionen, Einrichtungen, freien Trägern, die sich bereits auf diesem Gebiet engagierten, jedoch weitgehend isoliert bzw. unkoordiniert und damit zu wenig effektiv.

Suchtprävention im weitesten Sinne ist ein gesamtgesellschaftliches Erfordernis, dem ein Rahmen gegeben sein muss, der diesem Anliegen auch entspricht. Als solch ein geeigneter Rahmen wurde - hinsichtlich der Breite der möglichen Einflussnahme und auch aus der Sicht der Möglichkeit der Bündelung von Aktivitäten der unterschiedlichen Einrichtungen, Vereine und Institutionen - der Landkreis gesehen. Es war notwendig, eine Arbeitsgruppe zu bilden, die die vorhandenen Potenziale zusammenfügt. Das Sachgebiet Gesundheitsamt des Landkreises Barnim sah sich hier in der Verantwortung, die Planung der Arbeit und die Koordinierung der vorhandenen Anbieter zu übernehmen und die Durchführung fachlich zu unterstützen und zu überwachen.

Über die AG "Sucht" der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft des Landkreises wurden Vertreter der in der Suchtarbeit tätigen Verbände und Vereine der freien Wohlfahrtspflege, der ambulanten und stationären Gesundheitseinrichtungen, Krankenkassen, der Verwaltung (Gesundheitsamt: Koordinatorin Gesundheitsförderung, KJGD, Sozialpsychiatrischer Dienst, Psychiatriekoordinatorin; Jugendamt; Staatliches Schulamt; Stadtverwaltung), Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit, Kitas und Schulen sowie des Polizeipräsidiums für die Zusammenarbeit gewonnen.

Die so entstandene Arbeitsgruppe "Sucht- und Drogenprävention des Landkreises Barnim" nahm im Jahre 1996 ihre Tätigkeit auf und begann die Arbeit am Modellprojekt "Kinder lernen Leben", das vom Landkreis gefördert wird.

Sehr bald mussten wir jedoch feststellen, dass es äußerst schwierig war, das gesamte Spektrum der suchtpräventiven Arbeit - von den Kita-Kindern bis zu den Jugendlichen - in einer Arbeitsgruppe zu bearbeiten. Deshalb teilten wir sie wie folgt: Zielgruppe der einen AG wurden die Kindergartenkinder und Grundschüler, Zielgruppe der anderen die Jugendlichen (ab Klassenstufe 7). Die Arbeitsgruppen treffen sich jeweils einmal im Monat.
Im Folgenden geht es um die Realisierung der suchtpräventiven Arbeit im Rahmen des Projektes "Kinder lernen Leben".

Zielgruppen sind

  • frühes Kindesalter
  • Eltern der o.g. Gruppen

Die Prävention basiert auf folgenden rechtlichen Grundlagen:

  • § 6 BbgGDG
  • § 14 KJHG
  • § 3 KJGDVO
  • § 1 Gesetz über die Aufgaben und Befugnisse der Polizei des Landes Brandenburg

Ausgehend von diesen Grundlagen sowie den Empfehlungen zum Kinder- und Jugendschutz im Land Brandenburg, den Leitlinien dazu im LK Barnim und den Zielen der Jugendhilfe im selben, wird für die Sucht- und Drogenprävention folgendes Ziel abgeleitet:

Stärkung der Fähigkeit der Kinder, sich angemessen und selbstbewusst mit der Umwelt auseinander zu setzen, d.h. Entwicklung und Förderung von Lebenskompetenz

Für die Prävention ergeben sich daraus folgende Leitsätze:

1. Kinder brauchen Liebe und Geborgenheit

Kinder müssen spüren, dass sie geliebt werden. Vertrauen können sie nur entwickeln, wenn ihnen echte Gefühle entgegengebracht werden, auf die sie sich verlassen können.

Kinder müssen lernen, Zuflucht bei anderen Menschen zu finden, um später nicht in die Sucht flüchten zu müssen.

2. Kinder brauchen Eigenständigkeit

Eigenständigkeit ist eine wichtige Voraussetzung, um die Realität selbst begreifen und mitgestalten zu können. Wichtig sind erste Erfolgserlebnisse. Dafür müssen die Erwachsenen den Kindern die entsprechenden Freiräume gewähren.

3. Kinder brauchen Freunde

Eine wichtige Rolle spielt das emotionale Klima, in dem unsere Kinder aufwachsen. Jeder Einzelne von uns entscheidet durch Verständnis, Geduld, Lernbereitschaft und Toleranz mit darüber, wie viele Kinder sich in unserer Welt angenommen fühlen und wie viele zu Außenseitern werden. Für ihre Erfahrungen und Versuche brauchen Kinder verständnisvolle Begleiter.

4. Kinder brauchen Träume

Kinder gehen spielerisch mit der Wirklichkeit um, träumen und phantasieren gern. Natürlich wollen sie auch wissen, wie die Welt wirklich ist. Kinder eignen sich die Wirklichkeit schrittweise an. Dabei müssen wir sie begleiten, aber wir dürfen sie nicht krampfhaft zum Vernunftdenken zwingen wollen, sondern ihnen ihr eigenes Weltbild lassen.

5. Kinder müssen sich wohl fühlen

Kinder müssen die Erfahrung machen, dass es Spaß macht, aktiv zu sein und dabei erleben, dass körperliches Wohlgefühl und seelische Zufriedenheit zusammenhängen. Die echten Bedürfnisse der Kinder müssen von uns ernst genommen werden.

6. Kinder brauchen Konflikte

Um sich selbst zu behaupten, brauchen Kinder Streit. Sie müssen lernen, auch die andere Seite zu verstehen und zu schätzen. Sie sollen erkennen, dass jeder Streit gewaltfrei gelöst werden kann und dass man auch streiten kann, ohne sich gegenseitig weh zu tun. Kinder
müssen auch das Recht haben, einmal "Nein" zu sagen und Kritik zu üben.

7. Kinder brauchen Selbstvertrauen

Kinder müssen die Erfahrung machen, dass sie ernst genommen werden, wir ihnen etwas zutrauen und sie ohne Vorbehalte anerkennen. Die Kinder müssen wichtige Aspekte ihrer Person erkennen. Das Herausfinden persönlicher Vorzüge kann ihnen helfen, ein positives Selbstkonzept zu entwickeln, nicht immer auf andere zu schauen oder zu hören und sich so zu mögen, wie man ist.

Insbesondere geht es in der suchtpräventiven Arbeit in der Kindertagesstätte, die Bestandteil des Erziehungsauftrages einer Erzieherin ist, um die Herausbildung und Entwicklung folgender

Persönlichkeitseigenschaften:

1. Wahrnehmungs- und Gefühlsfähigkeit

(Wahrnehmen und Ausdrücken von Gefühlen und Erfassen ihrer Bedeutung und sozialen Funktion)

Die Kinder müssen Raum und Anerkennung für ihre Gefühle erhalten, sie leben können und in ihren Gefühlen angenommen werden. Es muss die Fähigkeit und Bereitschaft entwickelt werden, die Gefühle anderer wahr und daran Anteil zu nehmen und dabei eine gewisse Frustrationstoleranz herauszubilden. Kinder, die die Chance haben, echte Gefühle leben zu können, werden später weniger auf Ersatzbefriedigungen angewiesen sein. Ein starkes Selbstbewusstsein können die Kinder entwickeln, die sich in ihrer persönlichen Art angenommen wissen. Sie sind eher in der Lage Enttäuschungen zu bewältigen und müssen eine innere Leere nicht mit Alkohol, Medikamenten, illegalen oder Alltagsdrogen wie Süßigkeiten oder Fernsehen füllen.

2. Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit

Die Kinder sollen erkennen, dass jeder Streit gewaltfrei gelöst werden kann. Dazu sind Überlegungen notwendig, warum und wie ein Streit entstehen kann, wie er aussehen und wie man ihn beenden kann. Wichtig ist dabei die Erkenntnis, dass man auch streiten kann,
ohne sich gegenseitig weh zu tun. Die Kinder sollen aber auch Möglichkeiten finden, wie man Streit vermeiden kann.

Konfliktfähigkeit ist deshalb in der Suchtprävention von Bedeutung, weil Sucht häufig aus Ängsten heraus entsteht, die man nicht bewältigen kann oder man nicht weiß, wie man mit Konflikten, die immer wieder da sind und da sein müssen, umgehen soll.

3. Selbstvertrauen

Es muss die Erkenntnis gefördert werden, dass jeder zu seiner Ich-Stärke selbst beitragen kann. Bei der Identitätsfindung kommt es darauf an, dass die Kinder wichtige Aspekte ihrer Person erkennen, persönliche Vorzüge herausfinden, ein positives Selbstkonzept und damit ein starkes Selbstvertrauen entwickeln. Dieses ist eine wichtige Voraussetzung für die aktive und erfolgreiche Bewältigung von Krisensituationen.

4. Eigenständigkeit

Hierbei kommt es darauf an, den Kindern ihr eigenes Ich bewusst zu machen. Die Kinder sollen lernen, sich richtig einzuschätzen, sich ihrer besonderen Fähigkeiten und ihrer Schwächen bewusst zu werden. Wichtig zu erkennen ist dabei, dass jeder irgendwelche
Schwächen hat und dass sie jeder bei sich und bei anderen akzeptieren muss. Eigenständigkeit schließt auch bei den Kindern das Recht ein, einmal "Nein" sagen zu dürfen. Nur wer das gelernt hat, wird in der Lage sein, Genussmittel maßvoll zu konsumieren und gegebenenfalls auch abzulehnen.

Bei der Arbeit an diesen Zielen ist eine gelungene Zusammenarbeit zwischen den Erzieherinnen der Kindertagesstätten und den Eltern unabdingbar. Eltern müssen verstehen, dass sie gerade dann am wirksamsten einer späteren Suchtgefährdung ihrer Kinder vorbeugen können, wenn sie eigentlich denken, dass Sucht und Drogen noch gar nichts mit ihren Kindern zu tun haben.

Suchtprävention in der Kindertagesstätte ist noch ein sehr junges Feld und für viele scheint es in diesem Alter noch nicht notwendig. Dass dies nicht so ist und dass gerade die Kindertagesstätte einen geeigneten Lebens-, Lern- und Erfahrungsraum dafür bietet, zeigen u.a. die Erfahrungen in der Kita "Nesthäkchen".

Als wir Im Jahr 1997 an die Leiterin der Kita "Nesthäkchen" mit unserem Anliegen herantraten, war sie zunächst sehr erstaunt über das Ansinnen, im Kindergarten Sucht- und Drogenprävention durchzuführen. Mit den Leitlinien und den Zielen, die wir für diese Arbeit ausgewählt und vorgeschlagen hatten, war sie sehr schnell von dieser Idee begeistert. Im Team der Erzieherinnen und mit den Elternvertretern wurde beraten, wie ein solches Projekt in ihrer Einrichtung aussehen könnte. Hilfreich waren dabei die Materialien der Stadt Nürnberg (das Medienpaket "Die Flirpse"), die ein Beispiel dafür waren, was in einer Kita an suchtpräventiver Arbeit möglich ist. Letztlich entschied man sich, an diesem Modellprojekt mitzuarbeiten. Am Anfang waren die Rahmenbedingungen für die Projektarbeit in der Einrichtung zu prüfen, die Gruppen auszuwählen und die Arbeit zu planen. Folgende Planungsschritte wurden ins Auge gefasst: Ideensammlung, Grobplanung (Ziele), Feinplanung (für die einzelnen Gruppen), Umsetzung in der täglichen Arbeit, Zwischenbilanzen, Weiterführung des Projektes, Evaluation, Dokumentation.

Eine anschließende gründliche Analyse der Gruppen machte deutlich, welche Stärken oder Schwächen jedes einzelne Kind hat und was individuell gefördert werden soll (z.B. zum Umgang mit Gefühlen: Wie gehen Kinder untereinander mit ihren Gefühlen um?, Welche Gefühle können einzelne Kinder besser zeigen als andere?, Welche Kinder müssen mehr gefördert werden, ihre Gefühle wahrzunehmen? Welche Kinder müssen mehr gefördert werden, ihre Gefühle zu zeigen? Welche Kinder können Gefühle gut zeigen, müssen aber lernen, sie so zu zeigen, dass andere damit umgehen können? usw.). Ebenso wurde bezüglich der anderen Zielstellungen verfahren.

Wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit am Projekt ist eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern und ihre Bereitschaft, die Arbeit der Erzieherinnen zu unterstützen. Deshalb ging auch hier eine gründliche Analyse der Familiensituation voraus.

In der Kita "Nesthäkchen" wurde die Projektarbeit in einer jüngeren und mittleren Gruppe begonnen. Ausgehend von der Projektkonzeption der Arbeitsgruppe legten die Erzieherinnen die Schwerpunkte und Teilziele für die Arbeit fest.

Erste wichtige Aufgabe war danach, die Eltern für die gesetzten Ziele und vor allem für eine aktive Mitarbeit zu gewinnen. Das gestaltete sich in den beiden Gruppen sehr unterschiedlich.

In der mittleren Gruppe lief das relativ problemlos, in der jüngeren waren z.T. intensive Einzelgespräche erforderlich und, wie sich im Nachhinein herausstellte, auch sehr nutzbringend. Von Vorteil erwies sich in dieser Phase das bestehende vertrauensvolle und offene Verhältnis zwischen den Erzieherinnen und den Eltern.

Bewusst suchten die Erzieherinnen Schwerpunkte, die die Entwicklung und Förderung von Lebenskompetenz unterstützten. Im Rahmen der Entwicklung eines positiven Selbstkonzeptes standen Persönlichkeitseigenschaften wie Konfliktfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Kreativität und Selbstvertrauen im Mittelpunkt. Maxime für die Erzieherinnen war, sich immer an den Bedürfnissen der Kinder zu orientieren, denn wenn dies gelingt, ist schon ein wichtiger Schritt in Richtung Suchtprävention gegangen.

Zur Förderung der psycho-motorischen Entwicklung waren schon gute Bedingungen durch die Umgestaltung des Außengeländes geschaffen worden. Im Spielbereich wurden Nischen und Höhenunterschiede geschaffen und eine gewisse Naturnähe erreicht. Es war zu bemerken, dass das Spiel der Kinder deutlich phantasievoller, kreativer und harmonischer wurde.

Das Augenmerk wurde verstärkt auf die Entwicklung des Sozialverhaltens gerichtet. Mit sehr viel Engagement versuchten die Erzieherinnen immer wieder Neues auszuprobieren. Fachliteratur und andere Fortbildungen unterstützten sie dabei.

Kleine Streitereien und Probleme unter den Kindern wurden von den Erzieherinnen zugelassen. Aufforderungen wie "Hier wird nicht gestritten!" oder "Vertragt euch!" gab es nicht mehr. Die Kinder wurden angehalten, sich selbst aktiv damit auseinander zu setzen, während die Erzieherin zunehmend lenkend und vermittelnd im Hintergrund blieb. Für die Eltern war das nicht immer nachvollziehbar. Sie wünschten sich öfter das Eingreifen der Erzieherin. Immer stärker wurde auf Gespräche und Spiele gesetzt, die die Kinder befähigen sollten, ihre Konflikte nicht gewaltsam auszutragen. Hier gab es deutlich sichtbare positive Ergebnisse.

Beim Übergang in die Grundschule konnte diese positive Bilanz bestätigt werden. Zurückhaltende Kinder waren in ihrem Selbstvertrauen so gestärkt worden, dass sie zunehmend in der Lage waren, ihre Probleme mit anderen Kindern nicht mehr durch Zurückziehen, sondern in aktiver Auseinandersetzung zu bewältigen. Dies fand seinen Ausdruck in einer neuen Streitkultur. Dabei wirkten sich auch die Fortschritte der Kinder in der Kommunikationsfähigkeit dahin gehend positiv aus, dass es ihnen besser gelingt, ihre Meinungen, Wünsche und Vorstellungen verbal zum Ausdruck zu bringen. Ebenfalls sichtbare Erfolge gab es in der Entscheidungsfähigkeit der Kinder, gefördert u.a. dadurch, dass nicht die Erzieherin entschied, was in der Gruppenarbeit geschieht, sondern die Gestaltung mit den Kindern erfolgte, d.h. entsprechend ihrer Wünsche und Vorstellungen. Dabei lernten die Kinder auch, Mehrheitsentscheidungen zu akzeptieren.

Den Kindern wurden auch Freiräume gewährt, so dass sie ihren individuellen Interessen und Neigungen nachgehen konnten, was ein großes Vertrauen der Erzieherin in ihre Kinder voraussetzt und eine unsichtbare, begleitende Kontrolle notwendig macht.
Große Anstrengungen galten auch der Entwicklung der Kreativität der Kinder. Dazu war es notwendig, dass die Erzieherin bereit und in der Lage ist, die eigene Welt der Kinder, ihre Träumereien und Phantasien zuzulassen und dieses eigene Weltbild auch zu fördern. Für Kinder hat Anerkennung nicht immer etwas mit Leistung zu tun. Deshalb erhielten sie von ihrer Erzieherin auch Bestätigung für Träumereien und nicht nur, wenn sie etwas geleistet hatten.

Im Laufe der Arbeit am Projekt lernten die Kinder, dass auch sie "Nein" sagen und Kritik an Erwachsenen üben dürfen. Für die Erwachsenen war damit ein Lernprozess verbunden.

Ein weiterer positiver Effekt war die Verbesserung des Klimas in den Gruppen, das zunehmend gekennzeichnet war durch gegenseitige Anerkennung, Toleranz und Verständnis. Es herrschte eine offene Atmosphäre, in der die Kinder bereitwillig über ihre Gefühle sprachen, ohne von den anderen ausgelacht zu werden. Sie haben gelernt, dass jeder Mensch Fehler und Schwächen hat und auch haben darf.

Insbesondere im Hort fielen diese Kinder positiv auf, so dass sich die Pädagogen für das Projekt zu interessieren begannen und die begonnene Arbeit fortsetzen möchten.

Neben diesen genannten Schwerpunkten spielten auch andere Themen und Probleme eine Rolle, an denen mit den Eltern gemeinsam gearbeitet wurde: gesunde Lebensweise, bewusste Ernährung, der Umgang mit Medien (insbesondere Fernsehen) u.a.

Es wurden Foren, Ausstellungen, Befragungen veranstaltet, zu denen sich die Pädagogen Unterstützung von Fachleuten holten.

Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe "Sucht- und Drogenprävention des Landkreises Barnim" und freien Trägern gestaltete die Kita "Nesthäkchen" den Tag der Sucht- und Drogenprävention des Landkreises als einen besonderen Höhepunkt, über den ein Video Auskunft gibt (von Laien gestaltet!). Auf Foren und Fortbildungen berichteten die Erzieherinnen über ihre Erfahrungen. Auf einer Fachtagung in Potsdam konnte die Leiterin der Kita das Projekt vorstellen und zahlreiche Fragen beantworten.

Über die praktisch-pädagogische Arbeit gibt ein selbst gestaltetes Video Auskunft.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

Welche Ziele werden mit dem Wettbewerbsbeitrag angestrebt?: 
  • den Einstieg in den Konsum von Suchtmitteln zu verhindern bzw. hinauszuzögern
  • einen suchtmittelfreien Lebensstil zu fördern
Gibt es Minimalziele?: 

ja, Minimalziel ist, so an der Entwicklung des Sozialverhaltens zu arbeiten, dass ein Klima der gegenseitigen Anerkennung, Toleranz und Verständnis in den Gruppen herrscht.

Von wem ist die Initiative für Ihr Präventionsprojekt ausgegangen?: 
  • Verwaltung
Wenn sich Ihr Wettbewerbsbeitrag an Kinder und Jugendliche richtet, wurden dieses Zielgruppen in die Entwicklung des Angebots ei: 

nein

Welche Gründe waren für die Auswahl der Zielgruppe ausschlaggebend?: 

Moderne Suchtprävention stellt nicht Substanzen in den Vordergrund, sondern die Per-sönlichkeitsentwicklung. Im frühen Kindesalter sind gute Voraussetzungen für die Stär-kung ihrer sozialen Fähigkeiten gegeben, da die Kinder in diesem Lebensabschnitt be-sonders entwicklungsfähig sind. Suchtprävention darf nichts Spektakuläres, Zusätzliches sein, sondern das altersgerechte Eingehen auf seelische, motorische, soziale und geisti-ge Bedürfnisse der Kinder.

Wie wird sichergestellt, dass die Zielgruppe sich beteiligt?: 

Die Motivation der Kinder wird durch tägliche gute pädagogische Arbeit an den Zielen gefördert. Eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern ist unerlässlich, insbesondere muss die Er-kenntnis entwickelt werden, dass gerade in diesem Alter einer späteren Suchtgefährdung ihrer Kinder vorgebeugt werden kann.

An welchen Bedürfnissen der Zielgruppe wird angeknüpft?: 

Kinder brauchen Liebe und Geborgenheit, Eigenständigkeit, Freunde, Träume, Konflikte, Selbstvertrauen. Sie wollen sich wohl fühlen.

Wenn der Wettbewerbsbeitrag sich an Multiplikatoren richtet, welche sind das?: 
  • Eltern (Mütter/Väter) (Schwerpunkt)
Zielt der Wettbewerbsbeitrag auf spezielle Substanzen? : 

nein

Auf welche Handlungsfelder der kommunalen Suchtprävention zielt der Wettbewerbsbeitrag?: 
  • Gesundheitsförderung
  • Kindergärten und Kindertagesstätten (Schwerpunkt)
Welche Ämter/Dienstellen der Stadtverwaltung kooperieren in Ihrem Wettbewerbsbeitrag?: 
  • Gesundheitsamt (federführend)
  • Jugendamt
  • Staatliches Schulamt
Welche Institutionen/Akteure ausserhalb der Verwaltung sind darüber hinaus in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrag: 
  • Institutionen bzw. Fachkräfte der Suchtprävention
  • Kindergärten / Kindertagesstätten
  • Krankenkassen
  • Polizei
  • Schule
Welche überörtlichen Institutionen/Akteure sind in die Organisationsstruktur Ihres Wettbewerbsbeitrags eingebunden? : 
    Wie ist die Zusammenarbeit geregelt?: 
    • Arbeitsgemeinschaft
    In welchem Jahr wurde mit der Entwicklung Ihres Wettbewerbsbeitrags begonnen?: 

    1996

    Seit wann ist besteht sein Angebot in der Praxis?: 

    1997

    Dabei Handelt es sich nach der Konzeption um ein:: 

    siehe Projektbeschreibung

    Die Finanzierung in den kommenden vier Jahren ist:: 

    wahrscheinlich gesichert

    Setzen Sie in Ihrem Beitrag Verfahren der Suchtprävention ein, die in Ihrer Kommune neu sind?: 

    ja, Im Landkreis wurde erstmals mit der suchtpräventiven Arbeit im Kindergartenbereich begon-nen. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von Lebenskompetenz (Umgang mit Gefühlen und die Entwicklung eines positiven Selbstkonzeptes. (Genauere Angaben dazu enthält die Pro-jektbeschreibung!)

    Sprechen Sie mit Ihrem Beitrag in Ihrer Kommune neue Zielgruppen der Suchtprävention an?: 

    ja, Kinder im Kindergartenalter und deren Eltern

    Welche anderen Neuerungen der Suchtprävention in Ihrer Kommune enthält der Wettbewerbsbeitrag darüber hinaus? : 

    - Gestaltung eines Tages der Sucht- und Drogenprävention im Rathaus Eberswalde durch Transparentmachen der pädagogisch-methodischen Arbeit in den am Projekt arbeitenden Kin-dereinrichtungen. Schaffung eines Diskussionsangebotes für andere Kitas. - Ausleihe des selbst gefertigten Videos über den Tag der Sucht- u. Drogenprävention sowie des Videos mit der Demonstration der pädagogischen Arbeit in der Kita „Nesthäk- chen“ als Anregung für andere Kitas

    Gibt es eine schriftliche Konzeption der Suchtprävention in Ihrer Kommune?: 

    ja, 1997

    Sind eigene Bedarfserhebungen für die Bestimmung der Zielgruppe der Suchtpävention angefertigt worden?: 

    ja, Die jährlich in den 10. Klassen des Landkreises durchge-führte Fragebogenaktion zum Konsumverhalten dieser Jugendlichen und ihre Auswertung im jeweiligen Sucht- und Drogenbericht signalisierten den Bedarf und die Notwendigkeit des frü-hen Beginns und der kontinuierlichen Fortführung der suchtpräventiven Arbeit.

    Welchem konzeptionellen Modell lässt sich der Wettbewerbsbeitrag nach seinem Schwerpunkt zuordnen?: 
    • Konzept der Gesundheitsförderung
    • Konzept der Lebenskompetenzförderung
    • Konzept des sozialen Lernens
    Auf welche Ansatzpunkte beziehen sich die Präventionsmassnahmen?: 
    • Gemeinde, Sensibilisierung der Bürger, Bedingungen im Setting u.a.
    • Protektive Faktoren, Kommunikationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Selbstständigkeit, Selbstwertgefühl, Wahrnehmen u. Ausdrücken von Gefühlen u.a.
    Welche Materialien und Medien kommen zum Einsatz?: 

    Medienpaket "Die Flirpse"

    Welche Fortbildungsangebote für die Multiplikatoren werden angeboten?: 

    Insbesondere wurden Fortbildungsangebote des Landes (SPFW Blankensee, Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung an der Uni Potsdam u.a.) ge-nutzt.

    Gibt es eine Zeitplanung für den Wettbewerbsbeitrag?: 

    ja, keine Antwort

    Wie gross ist die Anzahl der regelmäßig teilnehmenden Personen der Zielgruppe?: 

    4