| Einwohnerzahl | 501.615 (Stand: 30.04.2007) |
| Bundesland | Bayern |
| Titel des Beitrags | Alkoholprävention Jugendamt Nürnberg |
| Schwerpunkt des Beitrags | alkoholpräventive Angebote und Projekte im Rahmen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, ordnungsrechtlicher Jugendschutz sowie Öffentlichkeitsarbeit |
| Einzelprojekte | 1. HipHop-Musical "Alkorapical" 2. "Auf euer Wohl" - die Katertüte 3. Ordnungsrechtlicher Kinder- und Jugendschutz |
| Kontakt | Kurt Gref Stadt Nürnberg Jugendamt Dietzstraße 4 90433 Nürnberg Tel.: 0911/231-8291 E-Mail: kurt.gref@stadt.nuernberg.de |
In Nürnberg treten seit etwa fünf Jahren zunehmend problematische Konsummuster bei Jugendlichen auf, insbesondere die drei "K": Komasaufen, Kampftrinken, Kofferraumsaufen (= Konsum von in großen Mengen im Kfz-Kofferraum mitgebrachten Alkoholika auf Parkplätzen vor und während Kneipen- und Diskobesuchen). Der private Bereich ist zwar, was die Konsum-Quantität angeht, weiterhin Nummer 1, die Bedeutung von öffentlichem Raum sowie Diskos/Gaststätten/Veranstaltungen nimmt aber kontinuierlich zu. Obgleich riskanter Alkoholkonsum Jugendlicher in allen Milieus auftritt, wird in Nürnberg eine überdurchschnittliche Ausprägung in den unteren sozialen Milieus beobachtet. Problematisch ist zudem der Zusammenhang von Alkohol und Gewaltkriminalität: Etwa ein Drittel der Körperverletzungsdelikte Jugendlicher im Stadtraum geschieht unter Alkoholeinfluss.
Vor diesem Hintergrund legte das Jugendamt dem Jugendhilfeausschuss 2007 ein Arbeitsprogramm Alkoholprävention vor. Der Ausschuss beschloss die Umsetzung des Arbeitsprogramms, die Aufstockung der Sachmittel für Alkoholprävention (2008 einmalig 50.000 Euro, ab 2009 jährlich 25.000 Euro) sowie die Schaffung einer zusätzlichen Planstelle für den Kinder- und Jugendschutz, deren Arbeitsschwerpunkt zu 50% Alkoholprävention ist. Das Arbeitsprogramm richtet sich im Wesentlichen an vier Zielgruppen: Kinder und Jugendliche, Eltern und Erziehungsberechtigte, Multiplikatoren und Fachkräfte aus Jugendhilfe und Schule, Gewerbetreibende und Veranstalter.
Ziele sind hier die Förderung spezifischer Lebenskompetenzen, Förderung alternativer Handlungsmöglichkeiten sowie die Vermittlung von suchtspezifischen Kompetenzen. Insgesamt 13 Angebote und Projekte der präventiven Kinder- und Jugendhilfe werden fachlich begleitet und aus Mitteln der Suchtprävention bezuschusst. Zwei Projekte aus diesem Rahmen sind in dem Wettbewerbsbeitrag als Einzelprojekte besonders hervorgehoben:

Dieser auch als Einzelprojekt eingereichte Baustein nimmt großen Raum innerhalb der Alkoholprävention in Nürnberg ein. Unter anderen folgende Maßnahmen wurden ergriffen:
Im Rahmen der Kampagne "NA TOLL!" wurden an 15 digitalen Großbildflächen in U-Bahnhöfen und den Fernbahnhöfen Motive zum Thema Alkoholprävention eingeblendet.
Die Stadt Nürnberg verfolgt mit ihrem Arbeitsprogramm Alkoholprävention einen systematischen, breiten und differenzierten Ansatz. Überzeugend ist insbesondere die professionelle und tiefgehende Ausgangsanalyse, aus der sich die Arbeitsschwerpunkte ableiten. Ebenfalls überzeugend ist die Zielgruppengenauigkeit (Gebiete, Milieus, Geschlechter).
Darüber hinaus zeichnet sich das Programm zur Alkoholprävention dadurch aus, dass zusätzlich zu den Settings Schulen sowie Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit auch der öffentliche Raum sowie Veranstaltungen und Diskotheken besonders in den Blick genommen werden, da dort starker Problemdruck offenkundig geworden ist.
Positiv hervorzuheben ist zudem die Kombination aus ordnungsrechtlichem Jugendschutz, einer Vielzahl von (teilweise innovativen) Freizeit- und Beratungsangeboten für Jugendliche zum Thema Alkoholkonsum, Informationsangeboten für alle Zielgruppen sowie der Einbezug sowohl von Institutionen der offenen Kinder- und Jugendarbeit als auch von externen Akteuren und Settings.
Alle relevanten Zielgruppen werden von dem Arbeitsprogramm erreicht: Kinder und Jugendliche, Eltern, Fachkräfte aus Jugendhilfe und Schule, institutionelle Kooperationspartner, Multiplikatoren, Gewerbetreibende, Veranstalter sowie die Öffentlichkeit.
Die Kooperation zwischen der präventiven Kinder- und Jugendarbeit im Jugendamt und Gesundheitsamt, Rechtsamt sowie Polizei ist eng und erfolgreich.
Das Arbeitsprogramm ist kommunalpolitisch abgesichert (vom Jugendhilfeausschuss der Stadt beschlossen) und finanziell dauerhaft ausgestattet (u.a. Schaffung einer zusätzlichen Planstelle). Es wird im Rat rückgekoppelt und dann weiterentwickelt und fortgeschrieben.

Zum Originalwettbewerbsbeitrag der Stadt Nürnberg.