Kriterien für die Bewertung der Wettbewerbsbeiträge

Die Jury bewertete die eingereichten Beiträge nach folgenden Kriterien und berücksichtigte dabei auch die den Bewerbern für ihre Präventionsmaßnahmen zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Präventionsziele

Es wurde positiv bewertet, wenn durch die unterschiedlichen Maßnahmen, die in dem Wettbewerbsbeitrag beschrieben wurden, mindestens zwei der grundlegenden Ziele der Tabakprävention verfolgt wurden:

  • den Einstieg in das Rauchen verhindern,
  • den (frühzeitigen) Ausstieg aus dem Rauchen fördern,
  • den Schutz vor Passivrauchen stärken.

Vernetzung von Akteuren

Eine positive Wertung erhielten Beiträge mit Vernetzung verschiedener Akteure und Institutionen. Dabei kann es sich z.B. um die Kooperation und Vernetzung von Ämtern innerhalb der Verwaltung bzw. dem Rat, um die interkommunale Kooperation, um die Zusammenarbeit der Kommune mit Einzelnen und Gruppen in der Bevölkerung (z.B. mit Schulen, Freien Trägern, Krankenkassen, Selbsthilfegruppen, etc.) sowie um die Kooperation mit überregionalen Präventionseinrichtungen handeln.

Verbindung von strukturellen und kommunikativen Maßnahmen

Positiv bewertet wurden Wettbewerbsbeiträge, die strukturelle Maßnahmen der Tabakprävention(Umsetzung und Kontrolle gesetzlicher Regelungen und Vereinbarungen, Einrichtung rauchfreier Zonen usw.) mit kommunikativen Maßnahmen (Ansprache von Einzelnen und Gruppen) verbinden.

Flächenwirkung

Präventionsmaßnahmen sollten in relevanten Bereichen möglichst flächendeckend in der Kommune umgesetzt werden. Die flächendeckende Umsetzung eines einzelnen guten Projekts wurde positiver bewertet als die Durchführung vieler guter Projekte mit geringer Breitenwirkung.

Langfristigkeit von Strategien und Maßnahmen

Erfolgreiche Präventionsarbeit muss langfristig angelegt sein. Die eingereichten Beiträge sollten über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren durchgeführt werden. Geplante, noch nicht realisierte Projekte wurden nicht bewertet.

Nachweis der Wirksamkeit der Präventionsarbeit

Positiv bewertet wurden Maßnahmen, deren Wirksamkeit bereits nachgewiesen wurde. Neue Maßnahmen wurden als positiv bewertet, wenn ihre Wirksamkeit durch eine Selbst- oder Fremdevaluation geprüft wird. Dies sollte durch eine Anlage zum eingereichten Wettbewerbsbogen belegt werden.

Beteiligung der Zielgruppe von Präventionsmaßnahmen

Sowohl bei der Anwendung von bereits erprobten Präventionsmodellen als auch bei deren Neuentwicklung fördert die Einbindung der Zielgruppen den Erfolg der Maßnahmen. Es wurde positiv bewertet, wenn Präventionsmaßnahmen an die Bedürfnisse und Gegebenheiten vor Ort angepasst waren und dies unter Beteiligung der Zielgruppe geschah.

Geschlechtsspezifische Tabakprävention

Positiv bewertet wurden Wettbewerbsbeiträge, die bei Ihren Maßnahmen geschlechtspezifische Aspekte des Rauchverhaltens berücksichtigten. Da die Raucherquote der Mädchen und Frauen in den letzten Jahren stark gestiegen ist, sind Angebote, die an den spezifischen Bedürfnissen, Motiven und Kompetenzen dieser Zielgruppen anknüpfen, besonders wichtig.

Verankerung in der kommunalpolitischen Leitungsebene

Positiv bewertet wurden Strategien und Maßnahmen, die von der politischen Leitungsebene entschieden mitgetragen und unterstützt wurden. Durch Oberbürgermeister, Stadträte, Stadtratsbeschlüsse, etc. können Vorbildfunktion eingenommen und "Schrittmacherdienste" geleistet werden.

Innerhalb dieses Teilnehmerkreises war auch die Kommunalverwaltung selbst mit ihren Bediensteten sowie ihren Behörden mit Publikumsverkehr besonders angesprochen. Hierzu zählten auch die zahlreichen von den Kommunen selbst angebotenen Einrichtungen der kommunalen Infrastruktur, in denen eine Kommune als "Schrittmacher" der Tabakprävention agieren kann.

Veröffentlichung der Wettbewerbsergebnisse

Die Teilnehmer gaben durch ihre Bewerbung die Zustimmung zur Veröffentlichung der eingereichten Unterlagen in der vorgesehenen Wettbewerbsdokumentation (Buchveröffentlichung und Internet). Die Unterlagen gingen in das Eigentum des Veranstalters über. Jeder Teilnehmer enthielt kostenfrei ein Belegexemplar der gedruckten Dokumentation.

Bewertungskommission und Auszeichnungen

Mit dem Wettbewerb ist eine Prämierung verbunden. Eine von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung gemeinsam mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und den Kommunalen Spitzenverbänden berufene Jury bewertete die Wettbewerbsbeiträge. Ihre Entscheidung ist verbindlich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Alle Teilnehmer erhalten eine Teilnahmeurkunde. Darüber hinaus stand der Jury ein Preisgeld von insgesamt 60.000 Euro zu Verfügung. In drei Beitragskategorien (kreisfreie Städte, kreisangehörige Städte und Gemeinden und Landkreise) mit jeweils 20.000 Euro Preisgeld wurden Prämien vergeben, die von den Wettbewerbsgewinnern für zukünftige Maßnahmen der Tabakprävention eingesetzt werden müssen. Die Preisverleihung fand am 27. Mai 2004 im zeitlichen Vorfeld des Weltnichtrauchertages in Berlin statt.