Alle deutschen Städte, Kreise und Gemeinden waren zur Teilnahme eingeladen.
Teilnahmeberechtigt waren außerdem Kommunalverbände sowie die Träger der
kommunalen Selbstverwaltung in den Stadtstaaten.
Maßnahmen und Aktivitäten Dritter (z.B. von Wohlfahrtsverbänden, Kirchen
oder privaten Initiativen) konnten nur als Bestandteil der Bewerbung einer
Kommune berücksichtigt werden. Dies ergab sich aus dem Wettbewerbsziel, in
erster Linie die Kommune als Akteur ansprechen zu wollen.
Die Wettbewerbsbeiträge der Kommunen sollten sich auf bereits in die Praxis
umgesetzte Aktivitäten in der Suchtprävention beziehen. Vorhaben, die sich
noch in der Planungsphase befanden, waren nicht zugelassen.
Handlungsfelder und Zielgruppen
Die Wettbewerbsbeiträge konnten sich auf unterschiedliche Handlungsfelder
beziehen, in denen kommunale Suchtprävention umsetzbar ist. Diese konnten
beispielsweise sein:
- Kindergärten und Kindertagesstätten
- Schulen
- Jugendarbeit und Jugendhilfe
- Musikszenen und Jugendkultur
- Betriebe und Ausbildungsstätten
- Sport- und andere Vereine
- sonstige Freizeitaktivitäten
- Gesundheitsförderung
- polizeiliche Arbeit
Schwerpunktsetzungen auf bestimmte Handlungsfelder und Zielgruppen in
diesen Handlungsfeldern waren möglich. Diese konnten beispielsweise sein:
- Eigentliche Zielgruppen (z.B. Kinder, Jugendliche, Schüler, Erwachsene)
- Risikogruppen (z.B. jugendliche Besucher von Musikveranstaltungen)
- Mediatoren (Bezugspersonen der eigentlichen Zielgruppe)
- Multiplikatoren
- kommunale Öffentlichkeit (z.B. Presse, Politik)
- kommunale Infrastruktur (Personen und Institutionen, deren Vernetzung die Umsetzung suchtpräventiver Maßnahmen unterstützt)
Ebenfalls möglich waren Schwerpunktsetzungen auf bestimmte Suchtmittel. Dies konnten
beispielsweise sein:
- Tabak
- Alkohol
- Medikamente
- illegale Drogen
Von besonderem Interesse waren dabei Wettbewerbsbeiträge:
- die neue, bisher noch nicht einbezogene Zielgruppen und Kooperationspartner ansprechen
- die vor allem Jugendliche bzw. Personen der Zielgruppe in die Entwicklung und Umsetzung von suchtpräventiven Maßnahmen einbeziehen.
- die auf Probleme hoher Aktualität (z.B. das Alkoholverbot in und um Sportstadien) eingehen.
Ziele der Vorhaben
Die Ziele der Wettbewerbsbeiträge konnten darauf gerichtet sein:
- einen suchtmittelfreien Lebensstil zu fördern
- den Einstieg in den Konsum von Suchtmitteln zu verhindern bzw. hinauszuzögern
- den frühzeitigen Ausstieg aus riskanten Konsummustern zu fördern
Teilziele kommunaler Aktivitäten konnten beispielsweise sein:
- Wissen über Drogen, Sucht und Suchtprävention und die Kenntnisse der Ressourcen (z.B. soziales Umfeld, Hilfesystem) vermitteln oder vertiefen
- Kommunikation und bewusste Auseinandersetzung mit dem Thema Drogen, Sucht und Suchtprävention bei einer möglichst großen Anzahl von Personen der Zielgruppe anregen
- Bürger in der Gemeinde aktivieren sowie Betroffenheit, Verantwortlichkeit und Veränderungswünsche auslösen
- Identifikation der Bürger mit den Zielen der Suchtprävention erzielen
- Konsumverhalten der unmittelbaren Zielgruppe beeinflussen
- Vorbilder für die Personen der Zielgruppe schaffen
- Selbständigkeit, Selbstbehauptung und Selbstwertgefühl aufbauen
- soziale und kommunikative Kompetenz erhöhen
- Frustrationstoleranz steigern
- Konfliktfähigkeit und Standfestigkeit erhöhen
- Nutzung alternativer Freizeitmöglichkeiten anregen
- Informations- und Beratungsressourcen bekanntmachen
Methoden und Ansatzpunkte der Vorhaben
Die Wettbewerbsbeiträge konnten mit unterschiedlichen Methoden konzeptionell
auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen. Das konnten beispielsweise sein:
- Informationsvermittlung
- Risikofaktoren
- Lebenskompetenzen
- protektive Faktoren
- soziales Lernen
- Gesundheitsförderung
- Alternativen zum Substanzmissbrauch
Von besonderem Interesse waren dabei Maßnahmen,
- die sich aus einer vor Projektbeginn durchgeführten Bedarfserhebung/Bestandsaufnahme und einer detaillierten Zielbestimmung herleiten und
- die neue Wege beschreiten und damit das Spektrum kommunaler Suchtprävention erweitern.
Dokumentation und Evaluation
Von besonderem Interesse waren Wettbewerbsbeiträge, in denen die geleistete
Arbeit evaluiert bzw. die Qualität der Arbeit mit Hilfe von Dokumentationen
nachvollziehbar beschrieben wurde. Bei einer Unterscheidung von Struktur-,
Prozess- und Ergebnisqualität waren hierzu beispielsweise Fragen wie die
nachfolgenden hilfreich:
Strukturqualität:
- Gibt es eine schriftliche fixierte Konzeption der Suchprävention auf kommunaler Ebene?
- Gibt es Vorkehrungen für die Koordinierung und Beratung der Praktiker?
- Gibt es ausreichend Fortbildungsangebote für Multiplikatoren?
- Stehen genügend erprobte Materialien und Programme für die Arbeit mit den Zielgruppen zur Verfügung?
Prozessqualität:
- Ist die Maßnahme Bestandteil einer langfristigen Arbeit mit der Zielgruppe?
- Anzahl und Qualifikation der Fachkräfte
- Größe der teilnehmenden Zielgruppe
- Begründung für die Auswahl der Zielgruppe
- Bedarfsanalysen (Gefährdungen, Problembeschreibung)
- Wie wird sichergestellt, dass sich die Zielgruppe beteiligt?
- An welchen Bedürfnissen der Zielgruppe wird angeknüpft?
- Wie wird die Dokumentation der Maßnahme sichergestellt?
- Welche Ziele, Teilziele und Minimalziele werden verfolgt?
- Ist eine Nachbereitung der Maßnahme bzw. eine Befragung der Zielgruppe geplant oder bereits durchgeführt worden?
Ergebnisqualität:
- Sind die geplanten Ziele und Teilziele erreicht worden?
- Ist das Minimalziel erreicht worden?
- Welche Ergebnisse wurden von den Personen der Zielgruppe selbst festgestellt?
Anmeldung zum Wettbewerb
Der Wettbewerb wurde zwischen Oktober 2001 und Juni 2002 durchgeführt; Bewerbungsschluss war der 14. Januar 2002. Es wurden 220 Beiträge eingereicht. Die Entscheidung zur Prämierung ist gefallen: Die Jury hat 13 Wettbewerbsbeiträge für die Auszeichnung mit einem Geldpreis ausgewählt. Alle Preisträger sind am 24. Juni 2002 in Berlin ausgezeichnet worden.
Die Teilnehmer haben durch ihre Bewerbung die Zustimmung zur Veröffentlichung der eingereichten Unterlagen gegeben. Die ausgefüllten Bewerbungsbögen aller Teilnehmer sind im Internet abrufbar: Zu den Wettbewerbsbeiträgen. Die Wettbewerbsdokumentation kann als Buch bestellt oder im Volltext im Internet abgerufen werden.